Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IST-Konferenz: Zukunftstechnologien für Jedermann

19.11.2001


Fraunhofer ISST stellt Informationslogistik bei wichtigster IT-Veranstaltung der Europäischen Union vor

Informationslogistik ist die Zukunftstechnologie für das mobile Internet. Mit ihr wird die Informationsversorgung des Einzelnen entscheidend verbessert, denn sie kann die mobilen Surfer zu jeder Zeit an jedem Ort mit den passenden Informationen versorgen. Das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST arbeitet intensiv an informationslogistischen Anwendungen und stellt seine Ergebnisse vom 3. bis zum 5. Dezember 2001 als einziges deutsches Forschungsinstitut auf dem deutschen Pavillon der IST-Konferenz der Europäischen Union in Düsseldorf vor.

Die EU hat sich die Stärkung der Informationsgesellschaft auf die Fahnen geschrieben und mit IST "Information Society Technologies Programme" eins der größten IT-Programme innerhalb Europas ins Leben gerufen. In diesem Sinne stellt auch das Gastgeberland Deutschland in einem separaten Pavillon besonders innovative IT-Projekte und Unternehmen vor. Getreu dem Motto "Technologies Serving People", steht damit auch der Besuch der diesjährigen Veranstaltung allen Interessierten offen und ist kostenlos. Besucher können sich auf dem deutschen Pavillon über das Thema Informationslogistik informieren und die vorgestellten Technologien "live" erleben. Ähnlich wie in den letzten Jahren, werden auch in diesem Jahr wieder mehrere tausend Besucher erwartet.

Das Internet hat sich in den vergangenen Jahren zu einem allumfassenden Medium der Informationsversorgung entwickelt. Wissen, Information und Kommunikation wird mittlerweile ganz entscheidend durch das Netz geprägt, in dem man nahezu jede Information findet. Die Kehrseite hierzu ist aber auch: Suchanfragen liefern riesige Treffermengen zurück, so dass im Endeffekt das Internet zu einer Informationsüberflutung beiträgt. Das Fraunhofer ISST arbeitet in diesem Sinne an Konzepten und Lösungen für eine intelligente, bedarfsgerechte und personalisierte Informationsversorgung. Informationslogistik ist die Schlüsseltechnologie der Zukunft, mit der die richtigen Informationen, zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort bzw. auf das richtige internetfähige Endgerät gebracht werden können. Um mit informationslogistischen Anwendungen eine neue Qualität in die Informationsversorgung zu bringen, hat die Staatskanzlei des Landes NRW das Fraunhofer ISST mit der Einrichtung eines Kompetenzzentrums Informationslogistik beauftragt. Unter dem Leitgedanken "Forschung für die Praxis" entwickelt das Fraunhofer ISST dabei Lösungen für die unterschiedlichsten Wirtschaftszweige: Finanzwirtschaft, Verkehrstechnologie, Telekommunikation, Versicherungen, Verlage, Medien, Energiewirtschaft, Consulter usw.

Zu den am Softwarestandort Dortmund zur Marktreife gebrachten Prototypen gehören unter anderem der Software-Agent "digitaler Kumpel", der Informationsdienst "@ptus news" und das Fernwartungssystem "Mobile Workforce Management". Neben diesen wird auch das Verkehrsinformationssystem "w@ke up" bei der IST-Konferenz zu sehen sein. Mit dem "digitalen Kumpel" haben die Experten des Fraunhofer ISST eine Lösung geschaffen, die den Sprung in ein neues Zeitalter der Kommunikationstechnologie ermöglicht: Es handelt sich dabei um eine Anwendung, die die individuellen Informations- und Kommunikationsbedürfnisse ihres Nutzers an jedem Ort und zu jeder Zeit erfüllt. Der digitale Kumpel lotst seinen Nutzer dabei durch die Datenflut des mobilen Internet und versorgt ihn mit genau den Daten, die dieser im jeweiligen Augenblick benötigt. Dabei kennt er seine Bedürfnisse genau und leitet ihm ausschließlich Informationen aus den Bereichen zu, die ihn interessieren. Die Informationsversorgung durch den "digitalen Kumpel" ist damit exakt auf die unterschiedlichen Lebensbereiche seines Nutzers abgestimmt. Seine individuellen Lebensbereiche kann er selbst als "Kontexte" definieren. Kontexte sind situationsbezogene Bedarfsprofile, die den Nutzer durch den Tag begleiten. Ganz nach Wunsch kann der digitale Begleiter über Sensoren den jeweiligen Kontext seines Nutzers ermitteln und ihm dann der Situation entsprechende Informationen und Anwendungen vorschlagen.

Mit "@ptus news" haben die Experten des Fraunhofer ISST eine weitere informationslogistische Lösung entwickelt. Im Fokus dieser Anwendung steht die bedarfsgerechte Versorgung des Einzelnen mit aktuellen Themen. Die Technologie ermöglicht Dienstleistern auf diesem Gebiet, ihre Kunden mit individuell zusammengestellten Kollektionen von u.a. Nachrichten, Veranstaltungshinweisen oder auch Stellenangeboten zu versorgen. Diese haben damit die Möglichkeit, exakt die Meldungen zu empfangen, die sie interessieren, zum Zeitpunkt, den sie bestimmen, an den Ort bzw. auf das Endgerät, das sie wünschen. Mit Blick auf den Inhalt können sie dabei Kategorien und Subkategorien festlegen, wie beispielsweise Kultur/Musik/Jazz oder Sport/Radsport/Tour de France. Damit erhielten sie, ganz nach Wunsch, ausschließlich Neuigkeiten zu den von ihnen ausgesuchten Themen, wie Jazz oder die Tour de France.

Das Fernwartungssystem "Mobile Workforce Management" ist für den Einsatz in komplexen technischen Anlagen gedacht. Der störungsfreie Betrieb solcher Anlagen ist äußerst kostenintensiv; gleichzeitig werden die Anforderungen, die an innovative Wartungskonzepte gestellt werden, immer höher. Um einen reibungslosen Ablauf der Wartungs-Prozesse sicherzustellen, hat das Fraunhofer ISST eine Technologie entwickelt, die die Kommunikation zwischen Geräten und Wartungspersonal gewährleistet. Das "Mobile Workforce Management" ermöglicht den beständigen Informationsaustausch zwischen Außendienstmitarbeitern und Geräten. Störungen oder Aufgaben werden dabei automatisch nach Standort, Priorität und Verfügbarkeit aufbereitet und den einzelnen Arbeitern zugeteilt bzw. von ihnen ausgewählt.

Weitere Prototypen haben die Experten des Fraunhofer ISST zu den Themen "Office" und "Weather" entwickelt. Darüber hinaus berät das Institut Unternehmen und öffentliche Einrichtungen bei der Konzeption, der Realisierung, der Einführung und dem Betrieb von Informations- und Kommunikations-Infrastrukturen. Es bündelt dabei mit seinen insgesamt 160 Mitarbeitern anwenderorientierte Lösungskompetenzen, die es zu dem führenden Software-Institut in NRW macht. In seinen Leitprojekten Informationslogistik, Continuous Engeneering und IT:Intelligent Training realisiert es intelligente Lösungen an der Schnittstelle zwischen Forschung und betrieblicher Nutzung.


Information Society Technologies, Congress Center Düsseldorf, 3. bis 5. Dezember 2001. Das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST finden Sie in der Halle 3 im deutschen Pavillon auf dem Stand G10.

Kontakt:
Carsten Lienemann, Tel. +49 (231) 9700-743 
lienemann@do.isst.fhg.de

Kerstin Szostak | idw
Weitere Informationen:
http://www.informationslogistik.org/
http://www.isst.fhg.de/
http://2001.istevent.cec.eu.int/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie