Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Menschliches Auge als Vorbild für digitale Fotografie und Video

01.06.2006


Das menschliche Auge: in seiner Funktionalität kaum zu übertreffen, ist ein Präzisionsinstrument, mit dem auch die modernste Kamera nicht konkurrieren kann. Mit großer Genauigkeit gibt es das Helligkeitsspektrum der Natur, das von absoluter Dunkelheit bis zu extremer Helligkeit alle Abstufungen zulässt, realitätsgetreu wieder. Kein Wunder also, dass Forscher versuchen, die Qualität von Fotos und Filmen zu verbessern, indem sie nach Möglichkeiten suchen, die vielen unterschiedlichen Helligkeitsstufen, die das menschliche Auge wahrnimmt, zu reproduzieren.



HDRI – High Dynamic Range Imaging heißt das Zauberwort, das eine Bandbreite an Belichtungen im Umfang des menschlichen Sehvermögens erlaubt und somit Film und Foto einen perfekten Auftritt garantiert. Die HDRI-Technologie verbessert die Kontrastfähigkeit von Bildern, so dass digitale Fotos ohne Zusatzeinstellungen und ohne Belichtungsfehler gemacht werden können. Auch Filme erscheinen in einer exzellenten Qualität: Durch eine optimale Wiedergabe hat der Zuschauer das Gefühl, als würde er die reale Welt betrachten. Die neue Technik hält auch Einzug in die Welt der Computerspiele, wo das Spielgeschehen immer realistischer dargestellt wird.



Der Fortschritt in der technischen Entwicklung ist revolutionär, wäre da nicht der hohe Speicherbedarf von HDR-Bildern. Mit einer einzigartigen Lösung zur Komprimierung und Speicherung von HDR-Videos haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken ein noch nie da gewesenes Video-Format entwickelt, das die gesamte Bandbreite an Kontrastfähigkeit und Farbinformation, die für das menschliche Auge sichtbar ist, speichert und das die gespeicherten Informationen auch für künftige Bildschirmgenerationen noch nutzbar macht. Während die traditionelle Komprimierung von Videos gerade genug Informationen für die gegenwärtig auf dem Markt existierenden Geräte verschlüsselt, reicht die Qualität für die Entwicklung neuer Bildschirme nicht mehr aus.

Der von den Saarbrücker Wissenschaftlern entwickelte Kompressionsalgorithmus für HDR-Videos verspricht hingegen durch die Speicherung der kompletten Farbskala und der gesamten Beleuchtungsbandbreite eine gleichbleibende Qualität – auch Jahre später. Deshalb ist es mit den so gespeicherten Informationen auch kein Problem, Videos mit der nächsten Generation von Bildschirmen wiederzugeben.

Kontakt:
Prof. Dr. Karol Myszkowski
Max-Planck-Institut für Informatik
Stuhlsatzenhausweg 85
66123 Saarbrücken
Tel.: (06 81) 93 25-4 29
E-Mail: karol@mpii.mpg.de

Helga Hansen | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.mpi-sb.mpg.de
http://www.innovation.saarland.de

Weitere Berichte zu: Fotografie Komprimierung Kontrastfähigkeit Menschlich Video

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft
21.07.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Affen aus dem Weltraum zählen? Neue Methoden helfen die Artenvielfalt zu erfassen
21.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten