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Dreidimensionales Navigationssystem für Handheld-Computer

16.11.2001



Mit so einem Gerät verläuft sich kein Wanderer mehr, kein Tourist irrt mehr durch fremde Städte und LKW-Fahrer bringen ihre Ladung auch in unbekannten Gegenden zügig zum Empfänger. Schweizer Entwickler von Siemens haben eine Software für Handheld-Computer entwickelt, die dreidimensionale Bilder von der Umgebung darstellen kann und detaillierte Routenvorschläge macht. Das Besondere des Navigators sind die Landschaftssimulationen, da die bisherigen ortsgebundenen Services für Handys keine aufwändigen Grafiken bieten. Die neue Software kann sogar die Blickperspektive verschiedener Standpunkte berechnen. Falls ein Kletterer den Weg zum Gipfel scheut, zeigt ihm sein Minicomputer die Aussicht von oben. Auch die Namen von Bergen weiß das System - ein Klick auf den betreffenden Gipfel genügt. Denkbar ist zudem die Verknüpfung mit Wetterinformationen aus dem Internet: Wenn es in einer Region regnet, ziehen an der Stelle virtuelle Regenwolken über das Display, auch Nebel wäre darstellbar.

Das System arbeitet mit digitalisierten Karten und soll in Zukunft seine Daten vom Server eines Anbieters beziehen. Der Benutzer sieht dann einen Kartenausschnitt seines Standorts. Sein Aufenthaltsort wird über die entsprechende Mobilfunkzelle oder ein GPS-Modul ermittelt; das System weiß also auf wenige Meter, wo sich der Benutzer befindet. Geschäftsleute könnten damit zum nächstgelegenen Hotel oder zu einem Treffpunkt geführt werden.

Das mobile 3D-Navigationssystem könnte eine wirtschaftlich bedeutende Anwendung für die neuen Mobilfunkstandards GPRS und UMTS werden. Das System ist in rund 20 Ländern zum Patent angemeldet. Derzeit ist es in einer Demoversion verfügbar. Die Schweizer haben eine Karte des Matterhorns verwendet und eine Simulation erstellt. Zur weiteren Entwicklung laufen jetzt Gespräche mit Kunden. Wenn ein Pilotkunde gefunden ist, könnte das System in längstens neun Monaten marktreif sein. Anbieter von Inhalten, etwa Hotelservices oder anderen Informationsdiensten haben großes Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert.

Dr. Norbert Aschenbrenner | NewsDesk

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