Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Chip speichert 40mal mehr kryptologisch gesicherte Daten

16.11.2001


Bislang unerreichte Sicherheits- und Speichereigenschaften bietet ein Halbleiter von Infineon. Im Vergleich zu heute üblichen Chips für die drahtlose Identifikation speichert die Neuheit von Infineon rund 40mal mehr Daten, die durch ein Verschlüsselungsverfahren außerdem fälschungssicherer sind. Der neue Chip mit der Bezeichnung Krypto-"my-d" kommt Anfang 2002 zu einem Stückpreis von rund 0,30 US-Dollar auf den Markt und kann langfristig heutige Papieretiketten als "Smart-Label" ersetzen.


Infineon Technologies hat für den stark wachsenden Markt für Sicherheits- und Identifikationslösungen einen neuen Halbleiter zur kontaktlosen Identifikation - einen sogenannten RFID-Chip (Radio Frequency Identification) - vorgestellt, der bislang unerreichte Sicherheits- und Speichereigenschaften bietet. Im Vergleich zu heute üblichen RFID-Chips speichert die Neuheit von Infineon rund 40mal mehr Daten, die durch ein Verschlüsselungsverfahren außerdem fälschungssicherer sind. Der Halbleiter nebst Antenne kann in Ausweise, Eintrittskarten und Waren sowie Verpackungen jeder Art auch während des Fertigungsprozesses integriert werden.

Im Jahr 2000 war der weltweite Markt für RFID-Technologien einschließlich Hardware, Software und Dienstleistungen bereits 898 Millionen US-Dollar groß. Laut einer Studie der Venture Development Corporation vom Mai 2001 trugen die RF-Chips über 76 Millionen US-Dollar zur Gesamtsumme bei. Bis 2005, so die Studie, soll der Gesamtumsatz im Markt für RFID-Lösungen jährlich durchschnittlich um 24 Prozent wachsen, der Umsatz für die entsprechenden Halbleiter sogar mit 34 Prozent pro Jahr.

RFID-Chips können eine Vielzahl von Daten wie Produkteigenschaften oder Herstellerinformationen speichern. In Ausweisdokumenten könnten sie persönliche und biometrische Daten verschlüsselt speichern. Ausweise sind damit zweifelsfrei einer Person zuzuordnen. Infineons "my-d" Chip kann auch in Papiertickets wie Eintrittskarten für Konzerte oder Sportveranstaltungen oder in Geldscheine integriert werden. Durch die zusätzliche Speicherung des Geldwertes im Chip erhöht sich die Fälschungssicherheit der Tickets oder Geldscheine. Der neue RFID-Chip mit der Bezeichnung Krypto-"my-d" kommt Anfang 2002 zu einem Stückpreis von rund 0,30 US-Dollar auf den Markt und kann langfristig heutige Papieretiketten als "Smart-Label" ersetzen.

Hintergrund

Infineons "my-d" RFID-Produktfamilie entspricht dem weltweiten Standard für Vicinity-Cards und Smart-Label-Anwendungen (ISO 15693). Als Vicinity-Cards werden Karten bezeichnet, die in einem Abstand von bis zu 70 Zentimetern ihre Daten drahtlos mit einem Terminal tauschen können. RFID-Chips von Infineon können bei gleichen physikalischen Abmessungen bis zu 40mal mehr Daten speichern als derzeitige Chips. Durch ihren großen Speicher und die Besonderheit, verschiedene Zugriffsrechte auf einzelne Speichersektoren zu vergeben, öffnen sich für die RFID-Chips zusätzliche Einsatzgebiete. Spezielle Verschlüsselungsverfahren mit Schlüssellängen von 64 Bit verhindern den unberechtigten Zugriff auf die gesicherten Daten.

Das RFID-Verfahren stellt überall dort eine kostengünstige Lösung dar, wo Tausende oder sogar Millionen von Objekten schnell und zuverlässig identifiziert, verwaltet oder ihre Position mitverfolgt werden muss. Smart-Labels sind individuell gekennzeichnet und speichern viel mehr Informationen zum Objekt, als es mit Barcodes je erreichbar wäre. Außerdem können Smart-Labels widerbeschrieben werden, wodurch Daten ausgetauscht oder automatisch aktualisiert werden können. Das funktioniert selbst dann, wenn das Smart-Label nicht sichtbar ist.

Mit den neuen sicheren Krypto-"my-d"-Chips umfasst Infineons RFID-Familie nun vier Chips. Die "my-d"-Standardspeicher-Version und die Krypto-Version sind jeweils mit einem Speicher von 10 Kbit und 2,5 Kbit erhältlich.

Über Infineon

Infineon Technologies AG, München, bietet Halbleiter- und Systemlösungen für Anwendungen in der drahtgebundenen und mobilen Kommunikation, für Sicherheitssysteme und Chipkarten, für die Automobil- und Industrieelektronik, sowie Speicherbauelemente. Infineon ist weltweit tätig und steuert seine Aktivitäten in den USA aus San Jose, Kalifornien, im asiatisch-pazifischen Raum aus Singapur und in Japan aus Tokio. Mit weltweit rund 33.800 Mitarbeitern erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2001 (Ende September) einen Umsatz von 5,67 Milliarden Euro. Das DAX-Unternehmen ist in Frankfurt und New York (NYSE) unter dem Symbol "IFX" notiert.

Reiner Schönrock | Presseinformation
Weitere Informationen:
http://www.infineon.com

Weitere Berichte zu: Halbleiter RFID-Chip Smart-Label

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften