Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FEMZIP komprimiert Daten aus Crash-Simulationen auf bis zu ein Zehntel ihrer Originalgröße

28.04.2006


Eine einzige Aufprall-Simulation in der Automobilindustrie belegt oft mehrere Gigabyte Speicherplatz. In einem Jahr kommt ein Fahrzeughersteller auf eine Datenmenge bis zu 100 Terabyte. Die Nutzung dieser großen Datenmenge ist zu einem erheblichen Problem geworden. Aus dieser Erkenntnis heraus hat das Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI) speziell für die Kompression von Daten aus der Aufprall-Simulation eine Software entwickelt: FEMZIP.



Damit der Benutzer die Daten aus den Aufprall-Simulationen effektiv übertragen und archivieren kann, komprimiert die Software FEMZIP die Daten auf ein Minimum. Die Kompression ist jedoch nicht verlustfrei. Die Genauigkeit der komprimierten Daten wird vom Benutzer festgelegt und bleibt auch nach der Dekompression erhalten. FEMZIP komprimiert die Daten auf bis zu ein Zehntel ihrer Originalgröße. "Dadurch sparen unsere Kunden Kosten für Speicherplatz und können die Auslastung ihrer Netzwerke drastisch senken", sagt Clemens-August Thole, Abteilungsleiter Numerische Software am Fraunhofer SCAI.



Auch das Softwarehaus DYNAmore in Stuttgart, das die kommerzielle Aufprall-Simulationsprogramm LS-DYNA vertreibt, ist von der SCAI-Software überzeugt. "FEMZIP ist für unsere Kunden ein echter Mehrwert. Die Nachfrage nach effizienter Software zur Datenkompression ist bei den Unternehmen sehr groß", betont Kurt Schweizerhof, Senior Consultant der DYNAmore GmbH.

Bislang komprimiert die Software Aufprall-Simulationsdaten der Programme LS-DYNA und PAMCRASH. Es ist jedoch geplant, alle Daten aus FEM-Simulationen (Finite-Element-Methode) komprimieren zu können. Standardkompressionsprogramme wie WINZIP sind zwar gängig und weit verbreitet, für die Kompression von Simulationsdaten sind sie jedoch nicht geeignet. Der Grund dafür ist, dass sie diese großen Datenmengen nur geringfügig reduzieren.

Ein Computer mit einem 3-Gigahertz-Prozessor würde zur Kompression einer für Simulationsdaten typischen Dateigröße von etwa 1,5 GB ungefähr 80 Sekunden und für die Dekomprimierung 50 Sekunden benötigen.

Ansprechpartner:
Diplom-Mathematiker Clemens-August Thole
Abteilungsleiter Numerische Software
Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI)
Telefon: 02241-14-2739
Telefax: 02241-14-2181
E-Mail: Clemens-August.Thole@scai.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-SCAI präsentiert die Software FEMZIP auf der Hannover Messe Industrie noch bis zum 28. April. Sie finden das SCAI auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 16, Stand D16. Die Messe ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Michael Krapp | idw
Weitere Informationen:
http://www.scai.fraunhofer.de/femzip.html

Weitere Berichte zu: Aufprall-Simulation Datenmenge FEMZIP Kompression

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie