Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Helfer bei der Bildauswertung

05.11.2001


Die Software-Oberfläche von RecceMan. Das elektronische Nachschlagewerk hilft Bildauswertern, Objekte in Luftbildern nach verschiedenen Merkmalen immer weiter einzugrenzen und schließlich zu identifizieren.

© Fraunhofer IITB


Kameras in Flugzeugen und Satelliten liefern eine Fülle von Bildern der Erdoberfläche, doch auswerten können sie nichts. Dies ist Aufgabe geschulter Analytiker. Bei der Antwort auf die Schlüsselfrage: »Welche Objekte sind im Bild zu sehen und werden sie militärisch oder zivil genutzt?« hilft ihnen zukünftig eine Software des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung IITB in Karlsruhe. Sie wurde im Auftrag des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung unter dem Titel RecceMan (Reconnaissance Manual) entwickelt. Der Assistent entstand in enger Kooperation mit der Bundeswehr und ist auf diesem Gebiet einzigartig.

Früher mussten die Auswerter bei der Objektidentifizierung auf diverse, hauptsächlich gedruckte Nachschlagewerke zurückgreifen; eine für die Bildauswertung optimierte Suchmöglichkeit existierte bisher nicht. RecceMan bietet dem Auswerter baumartig gegliederte Ansichten auf Erkennungsmerkmale der aufzuklärenden Objekte. Die graphischen Darstellungen und ihre Beschreibungen werden in einer Datenbank verwaltet und laufend ergänzt. Diese Merkmalbäume sind speziell auf die Anforderungen der Bilderkennung abgestimmt und sie ermöglichen es dem Anwender, ein Objekt detektivisch einzugrenzen - mit immer detaillierten Merkmalen und vorgegebenen Entscheidungshilfen. »Was bisher zeitaufwendig aus den Nachschlagewerken zusammengesucht werden musste, ist nun vereinheitlicht und erheblich schneller verfügbar«, erläutert Projektleiter Jürgen Geisler den Nutzen von RecceMan. Das Programm bietet nicht nur die Möglichkeit, entdeckte Objekte zu identifizieren, sondern dient auch dazu, Bildauswerter effektiver zu schulen.

Im Auftrag der EADS-Dornier GmbH wurde eine Pilotversion in das unbemannte Luftaufklärungssystem CL-289 der Bundeswehr integriert. Derzeit wird sie im Praxiseinsatz erprobt. Anschließend wird entschieden, wie man sie in weiteren Anlagen verwenden kann.

Der Identifizierungsassistent soll allerdings nicht nur für militärische Aufklärungsaufgaben eingesetzt werden - an einer Weiterentwicklung für medizinische Anwendungen arbeiteten die Forscher vom IITB bereits. Mit entsprechenden Daten gefüttert, könnte die Software auch Laien bei Diagnosen und Erste-Hilfe-Maßnahmen unterstützen.

Dipl.-Ing. Jürgen Geisler | Mediendienst

Weitere Berichte zu: Auswerter Bildauswertung RecceMan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind

27.04.2017 | Wirtschaft Finanzen

Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen

27.04.2017 | Agrar- Forstwissenschaften