Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsam gegen digitale Dokumentenfalle

17.03.2006


eosiqia HOLDING, Schweiz, erweitert und das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT vereinbaren Kooperation über den Vertrieb der vom Fraunhofer-Institut SIT entwickelten ArchiSoft-Lösung. Die ArchiSoft-Plattform lässt sich leicht in Dokumenten-Management-Systeme integrieren. Sie hilft Unternehmen und Verwaltungen bei der beweissicheren und Kosten sparenden Langzeit-archivierung digital signierter Dokumente.



Seit Einführung elektronischer Rechnungen und Verträge hält die qualifizierte elektronische Signatur massiv Einzug in Verwaltungen und Unternehmen. Der Vorteil: Die elektronische Signatur bietet einen durchgängigen digitalen Arbeitsablauf - von der Erstellung der Dokumente bis zur Archivierung. Genau wie Papierdokumente sind digital signierte Dokumente sorgfältig zu archivieren -im Normalfall bis zu 10 Jahren oder länger. Durch die technische Entwicklung werden elektronische Signaturen im Laufe der Zeit jedoch angreifbar. Mögliche Folge: Signierte Dokumente lassen sich unbemerkt manipulieren. Um den Beweiswert elektronischer Signaturen dauerhaft zu erhalten, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts SIT mit ArchiSoft eine Plattform entwickelt, die gealterte Signaturen rechtzeitig automatisch und Kosten sparend erneuert. "Bei der Entwicklung haben wir besonders darauf geachtet, dass sich ArchiSoft problemlos in alle Fachverfahren und Dokumenten-Management-Systeme integrieren lässt", erklärt Fraunhofer-Forscher Michael Herfert.



Mittel gegen die digitale Dokumentenfalle

Mit der qualifizierten elektronischen Signatur steht eine Schlüsselanwendung für Unternehmen und Verwaltungen bereit, die interne Prozesse erleichtert und den digitalen Arbeitsprozess unterstützt. Laut einer Gartner-Studie verbringen die Angestellten eines Unternehmens bis zu 40 Prozent ihrer Arbeitszeit mit händischer Dokumentenverwaltung. Die Verwendung von digitalen Dokumenten hingegen bringt große Vorteile: Medienbrüche entfallen, Akten lassen sich schnell bearbeiten und durch bekannte Suchsysteme auch leicht finden. Dementsprechend wird die Zahl der elektronischen Geschäftsprozesse zunehmen und die qualifizierte Signatur wird in weiteren Arbeitsbereichen in Europa Einzug halten und digitale Arbeitsprozesse absichern. Grundlage für die Bearbeitung digitaler Dokumente sind der Einsatz zertifizierter Signatursoftware und der vielfältig vorhandenen Signatursmartcards. Aktuell werden digitale Signaturen mit Schlüssellängen von 1024-Bit erzeugt, die nicht manipuliert werden können. "Wir wissen aber, dass die Rechner immer leistungsfähiger werden. So könnte in absehbarer Zeit der Signaturschlüssel geknackt und damit die Signatur gefälscht werden", erläutert Herfert. Dadurch kann die digitale Unterschrift ihren Beweiswert verlieren und unsicher werden.

ArchiSoft aktualisiert den Dokumentenschutz im Archivsystem mittels Zeitstempel. Im Laufe der Zeit entsteht so für jedes Dokument eine Kette von Signaturen, die in ihrer Gesamtheit die Beweiskraft von Akten oder Verträgen gewährleistet. Sichert man jede Datei durch einen Zeitstempel, steigen die Kosten bei Archivgrößen von bis zu mehreren Terrabyte in enorme Höhen. "Der Preis eines Zeitstempels ist gering", sagt Michael Herfert, "aber die Masse macht’s." ArchiSoft bündelt deshalb erneuerungsbedürftige Signaturen und benötigt für die Sicherung von vielen Dokumenten nur einen Zeitstempel. Das spart Kosten und rationalisiert die Archivierung. Die Beweisfähigkeit der ArchiSoft-Methode wurde bereits in einer Simulationsstudie zusammen mit Anwälten und Richtern nachgewiesen.

Über e.siqia

Im gesamten deutschsprachigen Raum ist die eosiqia INFORMATIONSTECHNOLOGIEN als spezialisiertes Systemhaus im Aufgabenfeld der rechtskonformen medienbruchfreien elektronischen Kommunikation und Dokumentensicherheit tätig.

Als VAR der eosiqia Holding, Schweiz, bietet eosiqia verschiedene Lösungen und Dienstleistungen für alle Verwaltungen und Unternehmen an. Beispielsweise die nach Common Criteria EAL4+ evaluierten OPENLiMiT Signaturprodukte oder die EAL3+ evaluierten Cherry Smartboard Reader für den Einsatz der qualifizierten elektronischen Signatur. Das Produktangebot von eosiqia positioniert sich im Bereich des PKI-Aufbaus sowie dem umfänglichen Produktangebot für die qualifizierte elektronische Signatur nach der europäischen Signaturverordnung.

Über Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

Als Spezialist für IT-Sicherheit entwickelt das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT unmittelbar einsetzbare Lösungen, die vollständig auf die Bedürfnisse der Auftraggeber ausgerichtet sind.

Möglich werden diese maßgeschneiderten Dienste durch über hundert hochqualifizierte Mitarbeiter, die alle Bereiche der IT-Sicherheit abdecken. Sie bilden die breite Kompetenzbasis für technologie-übergreifende Leistungen auf höchstem Niveau. Das Fraunhofer-Institut SIT ist für Unternehmen aller Branchen tätig. Viele erfolgreiche Projekte mit internationalen Partnern sind eindrucksvoller Beweis für eine vertrauensvolle und zuverlässige Zusammenarbeit.

Oliver Küch | idw
Weitere Informationen:
http://www.sit.fraunhofer.de/

Weitere Berichte zu: Arbeitsprozess ArchiSoft Signatur Zeitstempel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie