Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IT-Sicherheit muss einfacher werden

17.10.2001


Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft erklärten auf dem ersten Darmstädter Sicherheitstag: Wir brauchen IT-Sicherheitstechnik, die zuverlässig, billig und vor allem auch für Laien bequem zu benutzen ist.



Die Technologien sind vorhanden, mit denen die Übertragung von Daten sicher vor fremden Augen gemacht werden kann. Doch sie sind derzeit noch zu teuer und für Laien viel zu schwierig zu bedienen. Und das hemme ihren breiten Einsatz.



Diese Einschätzung war übereinstimmende Meinung hochkarätiger Experten für Internet-Sicherheit, die sich am gestrigen Dienstag zum "Darmstädter Sicherheitstag" versammelten. Ausgerichtet hatte die Veranstaltung, zu der etwa 150 interessierte Fachleute aus Forschung, Wirtschaft und Verwaltung angereist waren, das Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation (SIT) in Darmstadt. Ziel war, so Institutsleiter Prof. Heinz Thielmann, das Thema Sicherheit in Datennetzen in seiner Breite zu beleuchten, einen Überblick zu geben und aktuelle Probleme zu diskutieren.

Sicherheit, so Professor Günter Müller von der Universität Freiburg, sei ein zentraler Bestandteil unseres Lebens, und die Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Privat- und Gemeineigentum Grundlage unseres Wirtschaftssystems. Man müsse daher jedem Einzelnen auch in der Datenwelt Sicherheit gewährleisten, sonst seien moderne Errungenschaften wie E-Commerce oder UMTS schon am Ende, noch bevor sie richtig begonnen hätten.
Aber gerade hier liegt das Problem: "Die heutige Software, gerade auch Betriebssysteme, ist viel zu komplex und unüberschaubar. Dadurch kann man ihre Sicherheit nicht voll gewährleisten", meint Stefan Fünfrocken von der Firma Eurosec in Frankfurt.
Zudem bemühen sich Entwickler zwar darum, immer mehr Möglichkeiten in ihre Produkte einzubauen, aber legten nicht genug Wert auf deren Sicherheit. "Schon die Systementwickler sollten eine zuverlässige Grundsicherheit in die Software einbauen, besonders in die Betriebssysteme", fordert daher Prof. Claudia Eckert, ebenfalls Institutsleiterin des SIT. Auf dieser Grundsicherheit könne man dann, wenn nötig, höhere Sicherheitsstufen aufbauen.

Überhaupt müsse man die Nutzer im Auge behalten. Man solle rechtzeitig die Risiken abschätzen und dann für die entsprechenden Anwendungen angepasste Lösungen bereitstellen. Nicht jeder Nutzer brauche teuere Hochsicherheits-Lösungen, so wie wir ja auch nicht in Safes leben, sondern Sicherheitsschlösser an unseren Haustüren für ausreichend erachten und Safes für wirklich wertvolle Dinge reservieren.

Wichtige Aufgabe für System-Entwickler ist daher, so die Quintessenz des Treffens, zuverlässige Sicherheitstechnik zur Verfügung zu stellen, die dank einer einfachen Bedieneroberfläche auch für den Laien zu gebrauchen ist. Sie muss bequem nutzbar sein, sonst wird sie nicht akzeptiert. Und sie darf nicht zu viel kosten: Die "digitale Signatur" zum Beispiel sei selbst Banken im Verkehr mit ihren Kunden zurzeit zu teuer; sie zögen die herkömmlichen billigen PIN/TAN-Verfahren vor oder deckten Risiken lieber über Versicherungen ab, zitierte Prof. Günter Müller das Ergebnis einer Studie. Und in Großbetrieben addierten sich die Kosten bei Tausenden von Mitarbeitern schnell zu inakzeptablen Beträgen.

Überhaupt sei es schwierig, Sicherheitsprobleme an Anwender zu vermitteln. Viele Internetnutzer kennen das Ausmaß der Bedrohung gar nicht oder verdrängen es. Sie ahnen nicht, wie viele persönliche Daten sie über ihre E-Mails oder beim Surfen im Web preisgeben. Zumal Banken und andere Betroffene erfolgreiche Hackerangriffe aus Angst vor dem Vertrauensverlust lieber verschweigen.

Dr. Rainer Köthe | idw

Weitere Berichte zu: Grundsicherheit IT-Sicherheit SAFE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie