Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kooperation: Zugriff auf Informatik-Wissen soll zentralisiert und langfristig gesichert werden

17.10.2001


Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) und das Fachinformationszentrum (FIZ) Karlsruhe beschließen Kooperation. Damit soll der Zugriff auf Informatik-Wissen zentralisiert und langfristig gesichert werden: DAS Fachinformationssystem für die Informatik!



Die Gesellschaft für Informatik (GI) e.V. und das Fachinformationszentrum (FIZ) Karlsruhe wollen gemeinsam ein "Fachinformationssystem Informatik" aufbauen. Es soll den Zugriff auf weltweit publiziertes Informatik-Wissen zentralisieren, die Publikationen strukturiert und standardisiert mit Metadaten erfassen und langfristig die Verfügbarkeit der Informationen absichern (Langzeitarchivierung). Bislang fehlt der jungen Wissenschaftsdisziplin eine funktionierende Informations-Infrastruktur, während das weltweit publizierte Informatik-Wissen exponentiell ansteigt. Durch die Kooperation zwischen der GI und dem FIZ Karlsruhe soll das Problem jetzt angepackt und ein Kompetenznetz für die Informatik realisiert werden, das umfassende Informationen für Forschung und Lehre, zur Aus- und Weiterbildung, zum Arbeitsmarkt für die Sparte Informatik und für allgemein an Informatik Interessierte bereitstellt. Das Projekt ist in enger Zusammenarbeit mit der Universität Trier, der Technischen Universität München und der Universität Karlsruhe geplant.



"Die derzeit verfügbaren Informationsquellen sind weit über das Internet verstreut; deutschsprachige Literatur ist nur vereinzelt berücksichtigt", begründet der Geschäftsführer der GI, Jörg Maas, den Vorstoß. Aber auch die unklare Qualität vieler Daten aus dem Internet sowie die nicht gesicherte, langfristige Archivierung seien brennende Probleme. "Bis vor ein paar Jahren waren die Universitäten noch in der Lage, die wichtigsten Publikationen selbst zu beschaffen und zu archivieren. Das ist heute fast nirgends mehr möglich, weil immer mehr publiziert wird und die Preise für Zeitschriften und Bücher stark steigen, während die Bibliotheksetats sinken", so Maas. Daraus ergäbe sich die Gefahr, dass große Informationslücken und entsprechender volkswirtschaftlicher Schaden entstünde.

Das FIZ Karlsruhe sieht seine Aufgabe innerhalb der Kooperation in der Bereitstellung seiner Kompetenz in Fragen der Organisation von Online-Information. "Wir beschäftigen uns seit fast einem Viertel Jahrhundert im Auftrag von Bund, Ländern, wissenschaftlichen Instituten und Fachgesellschaften damit, wissenschaftliche und technische Online-Informationsquellen unter leistungsstarken, einheitlichen Oberflächen bereitzustellen, die Informationen auf vielen verschiedenen Wegen suchbar zu machen und die Literaturhinweise aus den Datenbanken nahtlos mit den Volltexten zu verbinden", erklärt Professor Dr.-Ing. Georg Friedrich Schultheiß. Der Geschäftsführer des FIZ Karlsruhe vertritt die Ansicht, diese Kompetenz solle auch der jungen Wissenschaftsdisziplin Informatik zur Verfügung gestellt werden, die sich in den letzten 20 Jahren extrem stark entwickelt habe, ohne dass sich eine vollständige und aktuelle, zentrale Dokumentation im privatwirtschaftlichen oder im öffentlichen Bereich hätte durchsetzen können.

Dringenden Handlungsbedarf sehen auch zahlreiche in der GI engagierte Informatik-Professorinnen und -Professoren. Sie weisen bereits seit mehreren Jahren auf die fehlende Informations-Infrastruktur der Informatik hin und drängen auf politisches Handeln. Mit der Kooperationsvereinbarung hat die GI nun den ersten Schritt getan. Zur Konzipierung und Realisierung des "Fachinformationssystems Informatik" sollen öffentliche Fördermittel beantragt werden.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) wurde 1969 in Bonn mit dem Ziel gegründet, die Informatik zu fördern. Sie verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Die Mitglieder der GI kommen aus allen Bereichen der Wissenschaft, der Informatikindustrie, aus Anwendungsunternehmen, der Lehre und der Ausbildung. Derzeit hat die GI rund 22.500 Mitglieder.

Das Fachinformationszentrum (FIZ) Karlsruhe ist eine gemeinnützige wissenschaftliche Serviceeinrichtung, die wissenschaftliche und technische Informationsdienste in elektronischer und gedruckter Form produziert und vermarktet (vgl. Mathematik-Server). Als europäisches Servicezentrum (Host) von STN International, The Scientific & Technical Information Network, bietet FIZ Karlsruhe weltweit Zugang zu Datenbanken aus allen Fachgebieten von Wissenschaft und Technik. Das FIZ Karlsruhe ist Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL).

Cornelia Winter | idw
Weitere Informationen:
http://www.gi-ev.de
http://www.fiz-karlsruhe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie