Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gefühlvolle Computer

20.12.2005


Sehen und hören können viele Computer bereits. Verschlossen bleibt ihnen jedoch, ob sich ihr Benutzer freut oder ärgert. Auf der CeBIT zeigen Forscher Techniken, mit denen der Rechenknecht einmal auf die Gefühlslage seines menschlichen Gegenübers reagieren könnte.


Etliche aktuelle Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Computer von vielen ihrer Nutzer liebkost aber auch maltraitiert werden. Aggressionen gegen den PC stufen Fachleute als ein reales Problem ein, das weitere Aufmerksamkeit im wissenschaftlichen Umfeld verdient. Schließlich verursachen Frustrationen und darauf folgende Handgreiflichkeiten oder Tritte Schäden, die auf persönlicher wie betriebs- und volkswirtschaftlicher Ebene als nicht unerheblich eingestuft werden. Schon aus diesem Grund könnte man den Schluss ziehen, dass es für Computer günstig wäre, Emotionen ihrer Bediener richtig einzuschätzen und darauf rechtzeitig zu reagieren. Ernsthaft relevant wird dieses Forschungsgebiet der Mensch-Computer-Interaktion, wenn man an Entwickler von Soft- und Hardware denkt. Designer von Fahrzeugen wissen längst: Piloten und Autofahrer fühlen sich wohler und machen weniger Fehler, wenn sie bequem sitzen und wenn sie die Bedienelemente dort finden, wo sie sie erwarten. So erreichen sie ihr Ziel viel entspannter und freuen sich womöglich auf die nächste Fahrt. Warum sollte es mit positiv gestimmten Computernutzern anders sein?

Die erste Frage, die sich auch Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Rostock stellten, lautet: Wie erfährt der Computer überhaupt etwas vom Gemütszustand seines menschlichen Gegenübers? Emotionen manifestieren sich in peripheren physiologischen Vorgängen. Einige wie Körperhaltung, nervöses Fingerspiel oder das Runzeln der Stirn sind offensichtlich und lassen sich per Kamera mit Bildauswertung beobachten und einordnen. Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck, Hauttemperatur und -widerstand sind dagegen subtilere Faktoren. "Wir haben einen Handschuh entwickelt, der solche Parameter mit geeigneten Sensoren misst", sagt Christian Peter von der Abteilung Human-Centered Interaction Technologies. "Ein zugehöriges Gerät wertet sie aus und speichert sie ab. Darüber hinaus arbeiten wir an Techniken, mit denen Mimik erkannt werden kann oder mit deren Hilfe wir emotionsbezogene Merkmale aus Sprachsignalen extrahieren."


Die Frage nach der Interpretation all dieser Daten ist schwierig, zumal Emotionen von Natur aus mehrdeutig, flüchtig und schwer zu beschreiben sind. Es funktioniert also nur, wenn der Nutzer den Computer vorab trainiert. Wie die Forscher vom IGD auch dies erreichen, können Besucher der CeBIT in Halle 9 erfahren. Die weltgrößte Computermesse findet vom 9. bis 15. März 2006 in Hannover statt.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Christian Peter
Telefon: 03 81 / 40 24-1 22, Fax: -1 99
christian.peter@igd-r.fraunhofer.de

Dr. Jörg Voskamp
Telefon: 03 81 / 40 24-1 20
joerg.voskamp@igd-r.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.rostock.igd.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Emotion Gefühlvoll Graphische Datenverarbeitung IGD

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Das Start-up inveox will Krebsdiagnosen durch Automatisierung im Labor zuverlässiger machen
15.06.2018 | Technische Universität München

nachricht Fußball durch die Augen des Computers
14.06.2018 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Abwehrmechanismus gegen Sauerstoffradikale entdeckt

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umwandlung von nicht-neuronalen Zellen in Nervenzellen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Im Fußballfieber: Rittal Cup verspricht Spannung und Spaß

18.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics