Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit dem Sofakissen durch die Programme zappen

08.12.2005


Student des Instituts für Textiltechnik konstruiert eine Kissenfernbedienung


Der blaue Prototyp der Kissenfernbedienung hat 17 Tasten. Bei der Serienanfertigung erhält er ein modernes Design und drei weitere Tasten. Foto: ITA



Der abendliche Streit um die Fernbedienung mündet im modernen Haushalt in eine witzige Kissenschlacht. So stellt sich Ulrich Koßmann einen gemütlichen Fernsehabend vor. Denn wenn der Aachener Student vor dem Fernseher relaxt, liegt er am liebsten auf seiner Fernbedienung. Für eine Studienarbeit am Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen hat Koßmann die Fernbedienung seines Fernsehers in ein Sofakissen eingebaut.



Die Frage, "wo ist die Fernbedienung?" könnte schon im nächsten Jahr in vielen Familien der Vergangenheit angehören. Dipl.-Ing. Tim Grundmann vom ITA bezeichnet den "voll funktionsfähigen Prototyp als Basis für die Weiterentwicklung zur Serienreife". Für das textile Tastensystem hat das ITA ein Patent angemeldet. Mit einer kleinen Erstauflage will das Institut in wenigen Monaten die Marktfähigkeit der Kissenfernbedienung mit 20 Tasten testen. Im Lehrstuhl für Textilmaschinenbau von Univ.-Prof. Thomas Gries häufen sich schon jetzt die Anfragen nach der Erfindung.

Koßmanns Konzept, ein Produkt zu entwickeln, das viele Menschen gebrauchen kön-nen, ist aufgegangen. Auf der 32. Aachener Textiltagung "ATC ’05" wurde der 25-Jährige mit dem Förderpreis Textil des Aachener Textilzentrum e.V. für seine Studienarbeit "Produktentwicklung einer TV-Kissen-Fernbedienung mit Bauelementen aus dem Bereich der Smart Textiles" ausgezeichnet.

Drei Fernbedienungen zerlegte Ulrich Koßmann in ihre Einzelteile, bevor er nach zehn Monaten intensiver Handarbeit ein brauchbares Ergebnis vorweisen konnte. Die sensible Elektronik liegt geschützt im Zentrum des Kissens und wird über textile Leiterbahnen mit den Tasten verbunden.

Durch einfache Druckknopftechnik können die elektronischen Elemente entfernt werden, so dass das Kissen auch für die Maschinenwäsche geeignet ist. Im Belastungstest wurden die einzelnen Tasten aktuell bereits mehr als 100.000 mal gedrückt. "Auf die Anwendung der Kissenfernbedienung wollen wir selbst Power-Zappern eine Garantie geben", erklärt der verantwortliche Ingenieur Grundmann die Versuchsreihe, in der das Kissen auch unzählige Male gewaschen wird. Vor der Markteinführung braucht das ITA einen Elektronik-Partner. "Wir können zur Serienanfertigung ja nicht unsere Fernbedie-nungen zerschneiden", lacht Koßmann.

Textilien mit Pfiff haben Zukunft. Und am Institut für Textiltechnik auch eine Vergan-genheit. Ulrich Koßmann ist der dritte Student, der ein elektronisches Produkt mit textilen Tasten entwickelt hat. Das Studienprojekt "Matrixtaster" von Achim Besen trägt Prof. Gries in seinen Vorträgen regelmäßig am Arm. "Die Smart Mouse wird in die Manschette am Hemdsärmel integriert", informiert Tim Grundmann. So lässt sich eine Power-Point-Präsentation raffiniert und nahezu unsichtbar steuern. Ein weiteres Produkt einer Studentin ist ein Stoffarmband mit Bedienelementen für einen MP3-Player.
Die textilen Tasten seien in vielen Bereichen denkbar, meint Grundmann. Als Zukunftsprojekt soll das System in Fahrzeugsitzen integriert werden.

Für weitere Informationen ist Dipl.-Ing. Tim Grundmann telefonisch erreichbar unter 0241/80-98222 oder per E-Mail an: tim.grundmann@ita.rwth-aachen.de.

Thomas von Salzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwth-aachen.de

Weitere Berichte zu: Fernbedienung ITA Kissen Sofakissen Textiltechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten