Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wann geht dem Handynetz die Puste aus?

30.11.2005


Darmstädter Multimediaforscher kooperieren mit DoCoMo Euro-Labs. Ziel: Neue Netzkapazitäten für die immer anspruchsvolleren mobilen Dienste zu entwickeln.


Ob auf der Straße, im Kaffee oder im Auto: Jeder nutzt es, jeder kennt es: Immer mehr Menschen benutzen weltweit die Mobilfunknetze. Aktuell ist die magische Grenze von zwei Milliarden Anschlüssen erreicht. Gleichzeitig werden die verfügbaren Dienste und Möglichkeiten immer anspruchsvoller: "Nur" telefonieren ist längst nicht mehr alles. Aber wie lange geht dieses rasante Wachstum noch gut? Wann stößt "das Netz" an seine Kapazitätsgrenzen? Das Fachgebiet Multimediakommunikation von Internetprofessor Ralf Steinmetz erforscht aktuell an der TU Darmstadt in einer neuen Kooperation mit den DoCoMo Euro-Labs, dem europäischen Forschungslabor des japanischen Telekommunikationsriesen NTT DoCoMo, wie die Architekturen zukünftiger Mobilfunknetze aussehen können. Tronje Krop, Mitarbeiter in der Mobile Networking Gruppe erklärt, wie aktuelle Mobilfunknetze strukturiert sind: "Heute sind Netze zellular ausgelegt, dem Ganzen liegt eine Infrastruktur mit Basisstationen zugrunde.

In Ballungsräumen kommen außerdem Hot-Spots hinzu, um die Kapazität zu erhöhen. Aber trotz zunehmender Bandbreiten - Stichwort UMTS - kann diese Infrastruktur in manchen Szenarien keine ausreichende Kapazität für anspruchsvolle Multimediadienste zur Verfügung stellen.", so Krop. Sein Chef, Internetprofessor Steinmetz ergänzt: "Stellen Sie sich vor, in einem Fußballstadion wollen alle Besucher gleichzeitig mit Ihrem UMTS-Handy Spielszenen betrachten oder selbst aufnehmen und verteilen. Vermutlich gingen dann sprichwörtlich die Lichter aus. Mit der heutigen Netztechnologie ist nämlich keine ausreichende Kapazität für eine Vielzahl solcher Live-Videoströme möglich. Und genau da setzen wir gemeinsam mit den DoCoMo Euro-Labs an." Wenn es um Kapazitätssteigerungen geht, wird bislang vor allem der Einsatz von selbstorganisierenden Ad hoc Netzen diskutiert. Diese Netze bieten eine Alternative, die im Nahbereich eine höhere Performanz aufweisen kann. Leider weisen sie aber bisher auch eine Vielzahl von Nachteilen auf: Sie sind unzuverlässiger und unsicherer als zellulare Netze, eine vergleichbare Dienstgüte gibt es nicht.


Die neue Lösung, an der die Darmstädter nun gemeinsam mit der von Christian Prehofer geleiteten Gruppe bei den DoCoMo Euro-Labs forschen, ist eine sogenannte "Provider-mediated Communication"- Architektur. "Hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich ein Zwitter zwischen zellularem Mobilfunk und selbstorganisierenden Ad hoc Netzen: Die Verlässlichkeit, Sicherheit, und Dienstgüte die aus den zellularen Netzen bereits gut bekannt ist, wird so auch für Ad hoc Netze nutzbar gemacht.", so Matthias Hollick, Leiter der Mobile Networking Gruppe an der TU Darmstadt. Hierzu nimmt der Netzprovider die Rolle eines Mediators ein, der zum Beispiel für die Dienstvermittlung und deren Abrechnung zuständig ist. Die Forscher des DoCoMo Euro-Labs und der TU Darmstadt sind sich einig: Diese neue Form der Netzarchitektur ist eine vielversprechende Grundlage für die breite Einführung von Ad hoc Netzen und neuartiger Kommunikationsdienste.

Lars Rosumek | idw
Weitere Informationen:
http://www.multimedia-communications.net
http://www.kom.tu-darmstadt.de
http://www.docomoeurolabs.de

Weitere Berichte zu: DoCoMo Euro-Labs Kapazität Mobilfunknetz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb
27.06.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Überschwemmungen genau in den Blick nehmen
27.06.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ultra-sensitiv dank quantenmechanischer Verschränkung

28.06.2017 | Physik Astronomie

Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise