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Mit einer neuen Technik für Mobilfunknetze können Handynutzer fernsehen wie zu Hause. Das Mobile TV Streaming von Siemens ermöglicht das Zappen durch verschiedene Kanäle, also ein Umschalten per Tastendruck in Sekundenschnelle. Bei anderen Streaming-Lösungen dauert der Wechsel des Kanals bis zu 15 Sekunden. Es gibt auch keine langen Download-Zeiten, weil die Daten praktisch in Echtzeit auf das Endgerät kommen - damit sind auch Live-Übertragungen etwa von Fußballspielen denkbar. Mobilfunkbetreiber können ihren Kunden mehrere TV Kanäle flächendeckend über die bestehenden GPRS und UMTS/W-CDMA Netze anbieten. So setzt Vodafone die Technik bereits in mehreren Ländern erfolgreich ein.
Der Clou an der Lösung von Siemens Communications ist, dass die Verbindung zwischen Handy und Streamingserver auch während eines Wechsels des TV-Senders bestehen bleibt. Das Umschalten erfolgt auf dem Netzserver, der Nutzer bemerkt davon nichts und hat sofort das neue Bild. Bei anderen Lösungen muss die Verbindung getrennt werden. Das Handy muss daher erneut Kontakt zum Server aufnehmen. Für einen Senderwechsel brauchen diese Systeme mehrere Sekunden.
Neben dem aktuellen Fernsehprogramm können die Mobilfunkanbieter auch Video-on-demand zur Verfügung stellen, bei denen Nutzer Sendungen beliebig aus einem Angebot wählen können. Dazu wird das TV-Signal so digitalisiert, dass es optimal an das Endgerät und die vergleichsweise geringe Größe des Displays angepasst ist. Mit dem UMTS-Standard liefern gängige Geräte mit 128 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) gute Bilder. Auch im GPRS-Netz bei Bandbreiten von rund 40 Kbit/s funktioniert die Technik.
Siemens treibt zudem auch die DVB-H-Technik (Digital Video Broadcast for Handhelds) voran. Das ist eine eigens für mobile Geräte entwickelte Kodierung des in Ballungsräumen bereits ausgestrahlten DVB-T-Fernsehsignals. Bei einem Feldversuch in Tschechien gelang es Siemens als einzigem Anbieter, ein funktionierendes System aufzubauen, bei dem die Netzinfrastruktur nahtlos mit den Endgeräten zusammenpasste.
Dr. Norbert Aschenbrenner | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.siemens.de/innovationnews
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