Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktensicherheit für elektronische Klinikarchive

26.09.2005


Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und des elektronischen Heilberufsausweises halten Smartcards Einzug im Gesundheitswesen. Der große Vorteil: Ärzte und Apotheker können mit den Karten digital unterschreiben - aufwendiges Ausdrucken von Patientenakten oder Rezepten entfällt. Ebenso wie Papierunterlagen müssen aber auch digital signierte Dokumente sorgfältig archiviert werden - im Gesundheitswesen sogar bis zu 30 Jahre. Elektronische Signaturen büßen jedoch unter Umständen schon nach wenigen Jahren ihre Fälschungssicherheit ein. Um dies zu verhindern und sicher zu stellen, dass signierte Dokumente ihre rechtliche Beweiskraft dauerhaft behalten, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts SIT mit ArchiSoft eine Plattform entwickelt, die veraltete Signaturen bei Bedarf automatisch und kostensparend erneuert.


"Bei der Entwicklung haben wir insbesondere darauf geachtet, dass sich ArchiSoft problemlos in Krankenhaus-Informationssysteme und Dokumenten-Management-Systeme integrieren lässt", erklärt Fraunhofer-Forscher Michael Herfert, der die Plattform Kliniken und Praxisverbünden für Testinstallationen zur Verfügung stellt. Zu sehen ist die Plattform vom 16. bis zum 19. November auf der Düsseldorfer Medica-Messe am Fraunhofer-Stand (Halle 10, Stand F05). Dort informieren die Forscher auch über Werkzeuge für die Formatkontrolle medizinischer Daten sowie das Institutsangebot in Sachen elektronischer Gesundheitskarte.

Mittel gegen die digitale Dokumentenfalle


Die elektronische Signatur ist eine Schlüsselanwendung für Unternehmen und die moderne Verwaltung, denn mit ihr lassen sich Kosten senken. Nach einer Gartner-Studie verbringen Angestellte eines Unternehmens bis zu 40 Prozent ihrer Arbeitszeit mit händischer Dokumentenverwaltung. Entsprechend hoch sind die erwarteten Einsparungspotentiale durch den Einsatz elektronischer Signaturen. Deren Langzeitarchivierung stellt jedoch - anders als beim Papier - eine Herausforderung dar. Derzeit können Signaturen, die mit Schlüsseln der Länge 1024 bit erzeugt wurden, nicht manipuliert werden. "Aber die Rechner werden immer leistungsfähiger. In einigen Jahren könnte der Schlüssel geknackt und damit die Signatur gefälscht werden", erläutert Herfert. Die digitale Unterschrift wäre wertlos und hätte keinen Beweiswert mehr. Um das zu vermeiden, haben die Fraunhofer-Forscher ArchiSoft entwickelt. Die Software-Plattform nutzt Zeitstempeldienste, um für ein Dokument eine neue Signatur einzuholen, bevor die alte abläuft. Im Laufe der Zeit entsteht so für jedes Dokument eine Kette von Signaturen, die in ihrer Gesamtheit die Beweiskraft der Akten oder Verträge sicher stellen. Die Rechtsgültigkeit dieser Methode wurde in einer Simulationsstudie zusammen mit Anwälten und Richtern nachgewiesen.

Oft enthalten Archive mehrere Hunderttausend Dokumente. Muss jedes einzeln mit einem Zeitstempel versehen werden, steigen die Kosten schnell in die Höhe. "Der Preis für einen Zeitstempel ist zwar gering, aber die Masse machts", sagt Michael Herfert. Deshalb bündelt ArchiSoft erneuerungsbedürftige Signaturen und benötigt nur einen Zeitstempel für eine ganze Reihe von Dokumenten. Das spart Kosten. Mit ArchiSoft können Unternehmen so nicht nur gesetzliche Archivierungsauflagen erfüllen, sondern auch die eigene Archivierung rationalisieren.

Oliver Küch | idw
Weitere Informationen:
http://www.sit.fraunhofer.de/archisoft

Weitere Berichte zu: ArchiSoft Plattform Signatur Zeitstempel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise