Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FORWISS Passau entwickelt Software für 3D-Kunststoff-Drucker

13.09.2005


Obere Hälfte einer aus Sand gedruckten Gussform eines Kompressors


Aus Kunststoffpulver gebautes Objekt. Größenvergleich: eine 1 Euro-Münze


Das Institut für Softwaresysteme in technischen Anwendungen der Informatik (FORWISS Passau) erhält vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit eine Förderung in Höhe von 125.000 Euro zur Weiterentwicklung einer Software für einen 3D-Drucker.

... mehr zu:
»3D-Drucker »Bauteil »FORWISS »Schicht »Voxeljet

Die Entwicklung neuer Bauteile - beispielsweise für Motoren - ist aufwändig und teuer. Bis ein solches Bauteil in Serie gehen kann, sind umfangreiche Vorarbeiten nötig: So werden zunächst am Computer Modelle entwickelt, die in der "Vorserien-Phase" in geringen Stückzahlen auf ihre Gebrauchsfähigkeit getestet werden müssen, z. B. im Hinblick auf die Stabilität. Im herkömmlichen Verfahren werden hierzu Werkzeuge z. B. für Gussformen hergestellt, mittels derer dann die Prototypen gegossen werden können. Gerade der Bau dieser Vorserienwerkzeuge treibt die Entwicklungskosten stark in die Höhe. Die Industrie sucht daher nach Alternativen. Eine sich allmählich bewährende neue Technik ist die direkte Erstellung von Formen mit Hilfe so genannter 3D-Drucker. Gedruckt wird hier allerdings nicht mit Tinte, sondern mit einem speziellen Klebstoff. Anstelle von Papier bedruckt man eine Schicht aus Sand, der so gezielt verklebt wird. Pro Millimeter gebauter Höhe werden bis zu zehn einzelne Schichten übereinander gedruckt, so dass im knapp einen Kubikmeter großen Sandbett des Druckers eine dreidimensionale Form entsteht (Bild 1 - Fotos können bei der Pressestelle der Universität angefordert werden). Während für den klassischen Weg der Gussformenherstellung mittels Werkzeugbau etwa drei Wochen zu veranschlagen sind, kann eine Gussform mittels 3D-Drucker in etwa fünf Tagen erstellt werden. Ein weiterer Vorteil solcher Schichten auftragenden Verfahren, wie sie in 3D-Druckern umgesetzt werden, ist, dass Hohlräume leicht dargestellt werden können. Bei einem Material abtragenden Verfahren, in dem aus einem Materialblock durch Fräsen Objekte herausmodelliert werden, können solche Hohlräume nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand gebaut werden.

FORWISS arbeitet mit seiner Software zur Druckdatenaufbereitung und Druckersteuerung, Rapix3D, mit den Augsburger Firmen Voxeljet Technology GmbH und ProMetal RCT GmbH zusammen. ProMetal RCT entwickelt, baut und vertreibt den Sanddrucker, Voxeljet bietet die Herstellung von Gussformen mittels der Sanddruck-Technik als Dienstleistung an.


Die Passauer Wissenschaftler sind an einer weiteren Innovation beteiligt. Mit einem vom Prinzip ähnlichen 3D-Druck-Verfahren wie beim Sanddruck werden künftig Prototypen und sogar geringe Stückzahlen serienreifer Bauteile aus Kunststoffpulver hergestellt (siehe Bild 2 - Fotos können bei der Pressestelle der Universität angefordert werden). Voxeljet Technology GmbH entwickelt einen 3D-Drucker, der die verwendeten Kunststoffe verarbeiten und aus ihnen Teile bis zu einer Größe von 800 x 450 x 450 mm bauen kann. Bei einem weiteren Projektpartner, einem der europaweit führenden Industrieunternehmen für die Produktion von Prototypen und Kleinserien mit Sitz in Süddeutschland, werden solche 3D-Kunststoffdrucker eingesetzt. FORWISS entwickelt die entsprechende Software dieser Drucker.

Die besonderen Herausforderungen in beiden Fällen, Sanddruck und Kunststoffdruck, sind ähnlich: Häufig werden die Modelle in kürzester Zeit benötigt, z. B. bei Motorelementen für die Formel 1. Die Software muss absolut stabil laufen und es müssen enorme Datenmengen schnell verarbeitet werden. Berücksichtigt werden auch besondere Materialeigenschaften, z. B. nachträgliche Material-Schrumpfungen. Zur Unterstützung des Anwenders beim Erstellen eines solchen Druckauftrags, bei dem durchaus über hundert detailreiche Kunststoffteile gedruckt werden, entwickelt FORWISS im Rahmen dieses Projekts das Programm Rapix3D weiter. Eine der Erweiterungen beschäftigt sich mit der automatischen Platzierung der zu druckenden Teile im Bauraum.

Welche Bedeutung für die Wirtschaft dieses neue Verfahren hat, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass die Wissenschaftler der Universität Passau eine Förderung in Höhe von 125.000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit erhalten. Die Förderung kommt aus dem Programm zur Förderung der Erhöhung der Innovationskompetenz mittelständischer Unternehmen (PRO INNO II).

Weitere Informationen: www.forwiss.uni-passau.de

Thoralf Dietz | idw
Weitere Informationen:
http://www.forschungskoop.de
http://www.voxeljet.de
http://www.prometal-rct.de

Weitere Berichte zu: 3D-Drucker Bauteil FORWISS Schicht Voxeljet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Intelligente Videoüberwachung für mehr Privatsphäre und Datenschutz
16.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Ein „intelligentes Fieberthermometer“ für Mikrochips
16.01.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie