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Neues Multi-Infosystem sagt (nicht nur) wo´s lang geht

29.08.2000


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»Intelligenz »Künstlich
Entwicklung eines mobilen und flexiblen Navigations- und Informationssystems an der Saar-Universität führt zur Gründung der Firma Eyeled GmbH.

Groß-Flughäfen, Bahnhöfe, Museen, Messen, Firmengebäude....: Ortsunkundige verlieren hier schon mal den Überblick, erst recht, wenn die Zeit für lange Wegbeschreibungen fehlt.
Eine individuelle Lösung solcher Informationsprobleme verspricht jetzt eine Entwicklung aus der Ideenschmiede des Saar-Uni-Lehrstuhls für Künstliche Intelligenz von
Professor Wolfgang Wahlster (auch Geschäftsführer des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, DFKI):

Redboard, ein mobiles Navigations- und Informationssystem, teilt abgestimmt auf die Bedürfnisse und Situation des Nutzers schnell und einfach mit, wo der Flugsteig, das Tagungsbüro oder die Kantine sich befinden, was es in letzterer zu essen gibt, oder wie das Wetter morgen wird - kurz: aktuelle Informationen und Nachrichten aller Art in Form von Texten und Grafiken.
Und diese kann der Nutzer speichern. Eine Stärke von Redboard liegt darin, dass zielgruppenspezifische und auf die jeweilige Situation angepasste Information abrufbar ist: So würde etwa der Kongressteilnehmer oder Projektmanager im selben Gebäude andere Mitteilungen erhalten, als der Besucher, der sich nur z.B. die Örtlichkeit anschauen will. Dem Eiligen würden andere Daten übermittelt als dem, dem es auf umfassende Auskünfte ankommt. Das System passt sich den jeweiligen Gegebenheiten an.
Eine weitere Besonderheit liegt darin, dass über einen Sender nur die an diesem Punkt im Gebäude relevanten Auskünfte ausgestrahlt werden können, so dass die Information so zu sagen häppchenweise abgegeben werden kann und der Raum dadurch strukturiert werden kann, was etwa die "betreute" Navigation durch ein Gebäude ermöglicht. Hierbei kann auch der genaue Standort des Nutzers "bedacht" werden, da der Sender erkennt, aus welcher Richtung die Information abgefragt wird.

Die Infrastruktur für diese flexible Multi-Information haben die Wissenschaftler der Saar-Uni mit der Entwicklung einer Software und eines Sender-Systems geschaffen. An zentralen Stellen überall wo Information benötigt oder gewünscht wird, werden kleine leistungsstarke Infrarotsender mit einer Reichweite von 20 Metern an der Decke angebracht, die die Auskünfte bereithalten. Die Daten können im Vorübergehen mittels handelsüblichen Palm-Handhelds (PDAs) abgerufen und auch gespeichert werden - Diese etwa Handy-großen Taschencomputer haben den amerikanischen Markt bereits erobert und sind derzeit in Europa auf dem Vormarsch. Sie haben bislang vor allem die Funktion von Organizern oder Timeplanern. Die Forscher der Saar-Uni erweitern jetzt dieses Anwendungsspektrum um den umfassenden Informationsservice - und beschleunigen so wohl auch den Markt für diese Geräte. Alles was die Palm Handheld-Besitzer tun müssen, um ihr Gerät zum digitalen tragbaren Informationsschalter umzufunktionieren, ist das kleine frei erhältliche Softwareprogramm "BrowsIR" zu installieren.

Die Redboard-Idee ist der Arbeit am Projekt REAL entsprungen, das im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 378 - "Ressourcenadaptive kognitive Prozesse" von Prof. Wahlster geleitet wird. Hier dreht sich alles um REssourcen-Adaptive Lokalisation, also sich an die Umstände selbstanpassende Ortsbestimmung. Im Zentrum stehen hier insbesondere Objektlokalisation und Navigationshilfen.

Aus ihrer Erfindung haben die Forscher eine Geschäftsidee gemacht:
Dr. Antonio Krüger und Dr. Andreas Butz, beide Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Wahlster, gründeten zusammen mit Studenten den Uni-Spin Off Eyeled GmbH.

Wie ihr System arbeitet, zeigen die jungen Firmengründer durch einen ganz besonderen Service für Studenten und Mitarbeiter: Ein Sender wurde zusammen mit dem hiesigen Rechenzentrum im Informatikbau der Saar-Uni installiert - er hält die vorübergehenden Palm Handhelds immer aktuell über den Mensaspeiseplan, das Kinoprogramm, das Wetter und die nächsten Busverbindungen auf dem Laufenden. Weitere Sender befinden sich zu Demonstrationszwecken auch am renommierten MCM-Institut in St.Gallen.
...Und natürlich wird ein Besucher des Lehrstuhls von Prof. Wahlster - sofern er ein Palm Handheld hat - sich dank des Navigationssystems nicht verlaufen.

Infos im Internet: http://w5.cs.uni-sb.de/ oder http://www.eyeled.de


Haben Sie noch Fragen? Dann setzen Sie sich bitte in Verbindung mit Dr. Antonio Krüger: Tel.: 0681-302-4137, Fax.: -4136, Email: krueger@cs.uni-sb.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Claudia Brettar |

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