Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Einsatzspektrum von Virtual Reality

22.08.2001


  • Virtuelle Welt und Realität wachsen zusammen

  • Wirtschaftliches Potenzial von Virtual Reality weiter ausgeschöpft

Mit einer kompletten Neuausstattung seines Virtual Reality Competence Centers in Ulm gibt der Forschungsbereich von DaimlerChrysler den Startschuss für den Einsatz und die Weiterentwicklung neuer Virtual-Reality-Technologien. Die Ingenieure setzen den Computer nicht mehr nur zur Erzeugung virtueller Welten ein, sondern sie erweitern die natürliche Umgebung durch rechnergenerierte Zusatzinformationen. Neben dieser erweiterten Realität (Augmented Reality) verbinden die Forscher die virtuelle Welt mit der realen Welt (Mixed Reality) und integrieren die VR-Techniken am PC-Arbeitsplatz.

"Die neu entwickelten Anwendungen durchdringen, verbinden und vereinfachen in Zukunft alle komplexen Prozesse bis hin zum Service bei DaimlerChrysler. Darüber hinaus wird Technologie durch die Leistungssteigerung der Hard- und Software dezentral sowie mobil verfügbar sein. Dabei wird der Mitarbeiter den Grad des Eintauchens in die virtuelle Welt, je nach Aufgabenstellung, wählen können", erläutert Prof. Dr. Wolfgang Merker, Leiter der Direktion Forschung und Technologie 3 (Informationstechnik).

Die bisherige Ausstattung des Forschungsbereichs in Ulm mit einer so genannten CAVE, einem würfelartigen Raum, der aus Projektionsflächen und verschiedenen Großrechnerprojektionen besteht, hat zu einer erfolgreichen Implementierung der Ergebnisse im Konzern geführt. In vielen Centern, deren Zahl sich in Zukunft noch erhöhen wird, tragen diese Technologien zu einer deutlichen Verkürzung des Entwicklungsprozesses bei und geben den Forschern in Ulm wertvolle Anwendererfahrungen.

Die erweiterte visionäre Zielrichtung der Ingenieure wird an einer Bauteilbesprechung über verschiedene Standorte hinweg deutlich: Mehrere Personen mit einer Videob rille ausgestattet, sitzen um einen Konferenztisch, in dessen Mitte sich ein Drehteller mit einem rechnerlesbaren Symbol, einem so genannten Marker befindet. Das virtuelle Bauteil wird nun für jeden Nutzer in der Perspektive eingeblendet, aus der er es bei realer Betrachtung sehen würde. Das 3D-Modell wird damit interaktiv sichtbar und der aktuelle Projektstand wird diskutierbar. Um diese VR-Gesprächssituation zu nutzen, müssen die Teilnehmer nicht am gleichen Ort sein. Die Besprechung kann als Telekonferenz gleichzeitig an ganz verschiedenen Standorten stattfinden.

Neben der weiteren Verkürzung der Entwicklungszeit erarbeiten die Forscher spezielle Anwendungen der VR-Technologie für die Produktion. So müssen beispielsweise Bewegungsabläufe eines Roboterarms nicht mehr über zeitaufwändige Koordinateneingabe aller Einzelschritte erfolgen. Stattdessen nimmt der Ingenieur den virtuellen Roboterarm in einer Halbrundprojektion mit einem Datenhandschuh "an die Hand" und legt den Bewegungsablauf manuell fest. Die Berechnung der Bewegungskoordinaten erfolgt dabei automatisch. Die Anpassung von VR-Technologien auf den Automobilbereich erleichtert nicht nur das Anleiten von Robotern, sondern schafft auch völlig neue Trainingsmethoden bei DaimlerChrysler. Durch die Möglichkeit, die reale Welt mit virtuellen Darstellungen zu mischen, können in Zukunft beispielsweise die Mitarbeiter lange vor Produktionsbeginn einer neuen Baureihe Arbeitsabläufe trainieren und damit die Anlaufzeiten gesenkt werden.

"DaimlerChrysler fasst nicht nur Technologien zusammen, die verfügbar sind, sondern erforscht und entwickelt gezielt Dinge für das Unternehmen, die es auf dem Markt bislang nicht gibt", so beschreibt Alfred Katzenbach, Leiter IT für Engineering im Forschungszentrum in Ulm, die Arbeitsfelder der Forscher. Ein Beispiel hierfür ist die Weiterentwicklung der so genannten Holobench, einer virtuellen Werkbank. Eine Holobench besteht aus einer senkrecht stehenden und einer horizontalen Fläche, die von hinten und unten durch Projektore n angestrahlt werden. Die jetzt in Ulm installierte virtuelle Werkbank ist die weltweit erste, die mit Infitec-Technologie und so genannten DLP-Projektoren betrieben wird. DLP-Projektoren haben den Vorteil, dass sie wesentlich lichtstärker sind als Röhrenprojektoren. Die Infitec-Technologie erlaubt zum Stereo-Bild-Sehen die getrennte Ansteuerung von linkem und rechtem Auge über Interferenz-Filtertechnik. Ergebnis sind brillante, helle dreidimensionale Bilder. Das Restlicht im Raum wird vom Rechner ausgefiltert, sodass an dieser Holobench statt im abgedunkelten Raum bei Tageslicht gearbeitet werden kann.

Patricia Schmiechen | Presse-Information
Weitere Informationen:
http://www.media.daimlerchrysler.com

Weitere Berichte zu: Infitec-Technologie Ingenieur Reality

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Vom Gehirn zur Robotik: Algorithmen verarbeiten Sensordaten wie das Gehirn
25.09.2017 | Universität Ulm

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops