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Mobiles Telefonieren im Flugzeug wird spätestens 2006 möglich

27.06.2005


Technische Voraussetzungen für On-board-Basisstationen zur Jahreswende am Markt / Aktuelle Analyse prognostiziert starkes Wachstum ab 2008 / Allianzen und kooperative Businessmodelle als Erfolgsfaktoren

Die internationale Management- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton prognostiziert in einer aktuellen Marktanalyse bereits für das Jahr 2006 das Ende der Zwangspause für Vieltelefonierer im Flugzeug. "Wir gehen davon aus, dass 2010 alleine in Europa ein Gebührenvolumen von 2 Mrd. Euro in Flugzeugen anfällt", so Telekommunikationsexperte Dr. Roman Friedrich. Booz Allen Hamilton sieht insbesondere durch den neuen On-board-Service von Ericsson ein erhebliches Umsatzpotenzial für Mobilfunkprovider und Airlines. Der schwedische Telekomausrüster hatte angekündigt, bereits zum Jahresende 2005 eine adaptierte GSM-Basisstation für mobile Sprachtelefonie in Flugzeugen auf den Markt zu bringen. Diese Technologie ermöglicht es 60 Passagieren gleichzeitig, konventionelle Mobiltelefone zu nutzen, sobald sich das Verkehrsflugzeug auf Reisehöhe befindet.

Basisstationen im Flugzeug bündeln ein- und ausgehende Anrufe und verkürzen zudem die Funkstrecke der Mobiltelefone an Bord auf wenige Meter. Dahinter steht dasselbe Funktionsprinzip wie bei den bekannten W-Lan-Access-Points. Durch die neue Technologie werden Störungen mit der Bordelektronik vermieden, die Telefonieren an Bord bisher unmöglich machten. Daten werden mit sehr geringer Leistung vom Handy an eine Station an Bord gesendet, die Bordstation leitet die Anrufe über Satelliten an die Bodenstationen weiter.

"Um diesen lukrativen Markt zu entwickeln, müssen Airlines und Mobilfunkbetreiber allerdings zügig Allianzen schmieden und tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln, um die Angebote zur Marktreife zu führen", so Geschäftsführer Friedrich. Spätestens 2008 werden die Technologien für neue Mobilfunkprodukte mit Flugoption soweit entwickelt sein, dass Airlines und Mobilfunkanbieter von substantiellen, zusätzlichen Erlösen ausgehen können. Nach der aktuellen Analyse ist dabei von jährlichen Marktzuwachsraten von 30 bis 60 Prozent auszugehen.

Attraktive Preisgestaltung als wichtiger Erfolgsfaktor

Trotz hoher Investitionen zur Einführung der neuen Dienste werden Mobilfunkanbieter und Airlines nur in der Anfangsphase ein überdurchschnittlich margenstarkes Pricing durchsetzen können. Im ersten Jahr werden Fluggäste noch mit deutlichen Zusatzkosten zu den gewöhnlichen Roaming-Tarifen rechnen müssen. Die starke Marktdurchdringung der Dienste ab 2008 wird langfristig die Minutenpreise beinahe auf das gewohnte Mobilfunk-Preisniveau absenken. Der zu erwartende Preisdruck der Billig-Airlines verstärkt diese Entwicklung. Booz Allen Hamilton geht davon aus, dass sich drei bis fünf Jahre nach der Markteinführung das durchschnittliche Preisniveau auf 50 bis 75 Eurocent pro Minute, im Vergleich zu geschätzten Einstiegs-Minutenpreisen von einem Euro, deutlich reduziert haben wird. Mobilfunkanbieter und Airlines mit großer internationaler Geschäftskundenbasis sollten daher bereits jetzt an tragfähigen Businessmodellen, sinnvollen Kooperationen und den notwendigen technischen Voraussetzungen arbeiten, um sich frühzeitig in diesem lukrativen Markt zu positionieren.

Bis 2010 werden Flugreisen mit durchgehender mobiler Erreichbarkeit, abgesehen von Start und Landung, alltäglich sein. Pro Jahr werden dann mehr als 100 Millionen Flugpassagiere diesen Service allein in Europa nutzen. Wie Erfahrungen aus den USA zeigen, wird eine grundlegende Voraussetzung für den Erfolg der neuen Flugservices sein, dass Handynutzer weiterhin die gewohnten, eigenen Mobiltelefone verwenden können. Modelle, die für den Verbraucher eine zusätzliche Nutzungsbarriere darstellen, wie zum Beispiel die Kreditkartentelefone amerikanischer Airlines, sind wenig Erfolg versprechend.

Mit rund 16.600 Mitarbeitern und Büros auf sechs Kontinenten zählt Booz Allen Hamilton zu den weltweit führenden Management- und Technologieberatungen. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner 250 aktiven Partner. Sechs Büros sind im deutschsprachigen Raum: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Wien und Zürich. Im vergangenen Geschäftsjahr belief sich der Umsatz weltweit auf 3,3 Mrd. US$, im deutschsprachigen Raum auf 190 Mio. Euro.

Sabine Reihle | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.boozallen.de

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