Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Programmieren im Lego-Stil: GMD-SIT entwickelt neue Sprache Lava

08.01.2001


Der Bedarf an neuer Software wächst rapide. Doch die Entwicklung neuer Programme ist oft aufwändig und braucht vor allem Zeit. Das soll die neue objekt-orientierte Programmiersprache Lava ändern, die seit einiger Zeit
am Darmstädter GMD-Institut für Sichere Telekooperation (SIT) entwickelt wird.

Programmieren ist heute oft umständlich, weil man Programme weitgehend Zeichen für Zeichen als Text schreiben muss. Man könnte sie aber auch aus vorgefertigten Programm-Komponenten und aus wiederverwendbaren und anpassbaren Programm-Mustern zusammenzufügen, wie Steine aus einem Lego-Baukasten.

Lava und die zugehörige Programmierumgebung LavaPE unterstützen genau dieses lego-artige Zusammensetzen von Programmen. Bausteine sind dabei einzelne programmiersprachliche Anweisungen und Ausdrücke, komplette wiederverwendbare oder anpassbare Programm-Muster (Design Patterns) und gebrauchsfertig vorfabrizierte Programm-Komponenten.

Zugleich ist Lava eine sehr kleine, kompakte und daher leicht erlernbare Programmiersprache mit einer überschaubaren Menge unterschiedlicher Ausdrucksmittel, die alle durch Buttons auf der Benutzeroberfläche von LavaPE dargestellt werden. Man muss keine komplexe Sprachsyntax lernen und beim Programmieren peinlich genau einhalten. Nur noch für Kommentare, Konstanten und neue Bezeichner muss man Text eingeben. Eine enorme Erleichterung, bedenkt man, dass die offizielle Sprachdefinition der populären Programmiersprache Java 800 Seiten umfasst!

Die Entwickler von Lava, Dr. Klaus Günther und Irmtraut Günther vom SIT, sehen als wichtigen Vorteil von Lava, dass nur einen Bruchteil der bisher nötigen Schreibarbeit beim Programmieren anfällt. Programmierfehler, etwa Klammerungsfehler, können nicht mehr vorkommen, andere werden sofort gemeldet. Vorgefertigte Komponenten und anpassbare Programm-Muster sind wiederverwendbar. Die resultierenden Programme bestehen daher großenteils aus bewährten Bausteinen und sind dadurch wesentlich verlässlicher. Zudem sind die vielen kleinen, überschaubaren Bausteine schneller herzustellen und leichter zu warten.

Lava ist in einem sehr frühen Stadium. Immerhin arbeiten nur zwei Personen daran. Es steht nicht - wie etwa bei Java und Visual Basic - ein großes kommerzielles Entwickler-Team dahinter. Insofern ist es mit dem Anfangsstadium der Linux-Entwicklung zu vergleichen: Die Entwickler hoffen, dass sich viele interessierte Informatiker mit Lava beschäftigen und es in Gemeinschaftsarbeit, ähnlich wie Linux, zu einem mächtigen Werkzeug weiterentwickeln. Dazu haben sie eine Internet-Seite eingerichtet, von der Lava und LavaPE geladen werden können. Dort bieten sie auch eine detaillierte Online-Dokumentation an:
http://www.darmstadt.gmd.de/~guenthk/Lava/

Ansprechpartner:
Dr. Klaus Günther, Forschungsbereich "Kooperative Räume - Arbeitswelten der Zukunft" am GMD-Institut für Sichere Telekooperation (SIT), Rheinstraße 75,
64295 Darmstadt, Tel.: 06151 869-294,
E-Mail: Klaus.Guenther@darmstadt.gmd.de

 

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Ute Schuetz | idw

Weitere Berichte zu: Java Lava LavaPE Programmieren Programmiersprache

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie