Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Physikstudium am Computer bringt Einblick in Spezialgebiete

01.02.2001


Wissenschaftler von sechs deutschen Universitäten entwickeln gemeinsam multimediales, forschungsorientiertes Lehrprogramm


Sechs deutsche Universitäten - Rostock, Siegen, Berlin, Bonn, Dortmund und Jena - gehen in Sachen Physikstudium einen völlig neuen, gemeinsamen Weg. Ihr Ziel: Das Angebot an die Studierenden dieses naturwissenschaftlichen Grundlagenfaches soll attraktiver werden. Das Mittel: Multimediale Lehrmodule werden entwickelt und ins Internet gestellt. Jeder Physik-Student der beteiligten Universitäten erhält Zugriff und kann sich auf diesem Weg Spezialwissen aneignen, das an seiner und an fünf weiteren Universitäten gelehrt wird.



Das Physikalische Institut der Universität Rostock gehört zu den sechs Kooperationspartnern im Projekt "Neue Medien im Universitätsverbund für ein forschungsorientiertes Studium". Das Team um Prof. Eberhard Burkel ist vielfältig aktiv auf dem Gebiet der Physik neuer Materialien und international führend hinsichtlich spezieller Untersuchungsmethoden zur Dynamik solcher neuen Stoffe. "Mit Röntgenstrahluntersuchungen erforschen wir Struktur und Dynamik der Materialien, die im weitesten Sinne für den Fortschritt in Industrie und Medizin nutzbar gemacht werden sollen", beschreibt Prof. Burkel den Forschungsschwerpunkt. "Wir bringen unsere Forschungsergebnisse in den Kooperationsvertrag ein und können auf der anderen Seite an den Spezialgebieten der anderen fünf Universitäten teilhaben", ergänzt Dr. Peter Dobbert. Das Projekt gliedert sich in drei Phasen. Zunächst entwickeln die Physiker an ihrer Universität die Lehrmodule zu ihren Spezialgebiete. In einem zweiten Abschnitt geht es um die multimediale Umsetzung. "Prof. Peter Forbrig hat uns die volle Unterstützung des Fachbereiches Informatik zugesagt", fand Eberhard Burkel weitere Partner an der eigenen Universität. Im letzten Abschnitt des über drei Jahre laufenden Projekts wird untersucht, wie diese neue Form der Lehre in der Physik bei den Studenten ankommt. Auch daran wirken Rostocker mit, und zwar die Arbeitsgruppe Didaktik der Physik, die von Prof. Hans Erich Riedel geleitet wird.

Knapp sechs Millionen Mark stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung den sechs Universitäten für das Projekt zur Verfügung. Für die derzeit knapp 100 angehenden Diplomphysiker an der Rostocker Uni, 36 von ihnen haben zu Beginn des laufenden Semesters ihr Studium aufgenommen, und ihre Kommilitonen in den anderen fünf Städten wird das Studium dadurch viel attraktiver. "Wir wollen Austausch erreichen, und zwar nicht nur über das Internet. Beispielsweise können Praktikumsversuche im Internet vorbereitet werden. Die konkrete Durchführung läuft dann vor Ort an einer der Partneruniversitäten", beschreibt Dr. Dobbert die Pläne. Man werde daran arbeiten, die Lehrmodule so aufeinander abzustimmen, dass man für ein erfolgreiches Physikstudium in Rostock auch Belegscheine der fünf anderen Universitäten einbringen kann - und umgekehrt. "Unsere Vision ist ein internationalisiertes, multimedial gestütztes Physikstudium", geht der Blick von Prof. Burkel bereits über das am 1. April beginnende Projekt hinaus. Morgen klären die Wissenschaftler der sechs Universitäten die letzten Feinheiten ihres Kooperationsvertrages.

Dr.-Ing. Karl-Heinz Kutz | idw

Weitere Berichte zu: Physik Physikstudium Spezialgebiet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise