Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internet-Nachfolger: FernUni-Wissenschaftler erhalten eine UMTS-Million

14.08.2001


Über eine Million DM erhalten vier Lehrgebiete im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der FernUniversität aus UMTS-Mitteln. Das Ziel des Projekts "IQN - Internationale Qualitäts-Netze" des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ist es, durch grenzüberschreitende Kooperationen und die Gewinnung ausländischer Spitzenexperten die Internationalisierung der deutschen Hochschulen nach vorne zu bringen. Die Ergebnisse sollen in die Entwicklung des Internet-Nachfolgers einfließen. In Hagen heißt das Thema "Selbstorganisierende Netze und Systeme". Dabei geht es darum, in einem zusammen gewachsenen Fest- und Mobilnetz an jedem Ort der Welt quasi an seinem heimischen Computer weiter arbeiten zu können. Mit 1,022 Millionen DM erhält die FernUni-Gruppe um Antragsteller Prof. Dr.-Ing. Bernd Krämer aus dem gesamten Förderkuchen ein überdurchschnittlich großes Stück. Konzipiert wurde IQN vom DAAD, zur Verfügung gestellt werden die insgesamt 42 Millionen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Zukunftsinitiative Hochschulen.

Die vier Hagener Elektrotechnik-Professoren müssen sechs bis acht Doktoranden, zwei bereits promovierte Wissenschaftler und einen Junior-Professor im Ausland finden. Dass die Gewinnung von Spitzenkräften angesichts des schon jahrelangen internationalen Wettbewerbs auf dem Arbeitsmarkt keine leichte Aufgabe ist, wissen Prof. Krämer (Lehrgebiet Datenverarbeitungstechnik) und seine Kollegen Prof. Dr. Wolfgang Fahrner (Bauelemente der Elektrotechnik), Prof. Dr. Dr. Wolfgang Halang (Informationstechnik) und Prof. Dr. Firoz Kaderali (Kommunikationssysteme) nur zu gut. Krämer, bei dem die Fäden des Projekts in der FernUniversität zusammenlaufen: "Von meinen vier chinesischen Doktoranden-Interessenten sind zwei schon wieder abgesprungen." Sie übernehmen bei einem chinesischen FernUni-Partner, dem East China Research Institute of Computer Technology mit über 1.000 Mitarbeitern, neue Aufgaben.

Also muss wieder schnell gehandelt werden, denn die Projektlaufzeit ist auf drei Jahre begrenzt und beginnt bereits am 1. September. Priorität vor einer schnellen Einstellung der Fachleute haben jedoch für die Hagener Wissenschaftler die Kompetenzen der Kandidaten. Prof. Krämer und seine Kollegen sehen vor, dass die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hier durch den Besuch von Sprachschulen ihr Deutsch verbessern. Eingesetzt werden sollen sie auch bei der Entwicklung neuer Lehrmaterialien, doch geschieht dies immer mehr sofort in englischer Sprache - angesichts der vielen englischen Fachausdrücke ist es oft leichter, vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Die FernUniversität entwickelt zudem immer mehr Lehrinhalte zweisprachig.

Forschen und entwickeln werden die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teilbereichen der Informationstechnologie und in der Nanotechnologie (bei Prof. Fahrner). Außer den vier FernUni-Lehrgebieten sind auch das Forschungsinstitut für Telekommunikation (ein An-Institut der FernUniversität) und das Institut für Automation und Kommunikation in Magdeburg beteiligt.

Aus Sicht des DAAD ist gerade die Zusammenarbeit mit chinesischen Hochschulen wichtig. China sei an "ganz wichtiger Partner", und die USA und andere Staaten hätten bereits vor Jahren begonnen, diesen Markt zu besetzen, unterstrich E. Katja Jaeckel bei einem Abstimmungsgespräch, das jetzt in Hagen stattfand. Sie ist als DAAD-Referatsleiterin für das Gesamtprojekt "Internationale Qualitäts-Netze" zuständig.

Der Ruf chinesischer Hochschulen wird zu Unrecht in der breiten Öffentlichkeit des Westens unterschätzt. Die Universität Lanzhu im Nordwesten Chinas, mit der Prof. Fahrner schon seit Jahren kooperiert, gilt in der Fachwelt als "Schlüsseluniversität" bei der Materialforschung. Sie hat einen Einzugsbereich von rund 80 Millionen Menschen. Daher genügte dem DAAD bei dem Hagener Projekt auch die ausschließliche Zusammenarbeit mit Partnern in dem Riesenreich. Andere IQN-Projekte mussten Kooperationsnetzwerke über mehrere Staaten vorsehen.

Gerd Dapprich | idw

Weitere Berichte zu: DAAD FernUniversität Internet-Nachfolger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten