Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software macht Prototypen überflüssig

30.06.2000


Neues Kompetenzzentrum zur "Rechnerintegrierten Produktentwicklung" an der Fachhochschule Koblenz

Wissenschaftlichen Sachverstand bündeln - das ist eines der Ziele, welche Prof. Dr. Jürgen Zöllner mit der Einrichtung von vorerst 16 Kompetenzzentren an rheinland-pfälzischen Hochschulen verfolgt. Insgesamt 5,6 Mio. Mark macht das Wissenschaftsministerium in der ersten Antragsrunde dafür locker. An der Fachhochschule Koblenz entsteht ein Kompetenzzentrum zur "Rechnerintegrierten Produktentwicklung", das Forschungsaktivitäten aus den Fachbereichen Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Maschinenbau zusammenführt.

Prof. Dr. Karl-Josef Mürtz vom Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Fachhochschule Koblenz hat mit seinem Mitarbeiter Hans-Josef Degen ein Werkzeug entwickelt, dass die hochspannungstechnische Konstruktion deutlich verbessert. Es handelt sich dabei um eine benutzerfreundliche Software zur Simulation elektrischer Felder am PC, mit deren Hilfe ein kompliziertes mathematisches Verfahren auch für unerfahrene Anwender nutzbar gemacht wird. Die Software kann ähnlich wie ein CAD-Programm eingesetzt werden. Die Ergebnisse der Berechnungen werden nicht nur als physikalische Größen ausgegeben, sondern können als dreidimensionale Bilder am Bildschirm dargestellt werden. "Dies trägt sicherlich dazu bei, dass die elektrischen Felder, die man eigentlich nicht sehen, fühlen oder riechen kann, in Zukunft von Studierenden besser verstanden werden", ist Prof. Dr. Mürtz überzeugt. "Profis" in der Produktentwicklung könnten viel lockerer an ihre Aufgaben herangehen, verschiedene Varianten durchspielen und die Auswirkungen auf das elektrische Feld direkt am Bildschirm prüfen. "Der Entwicklungsprozess wird freier und kreativer", so Mürtz. Auf den kostenintensiven Bau von Prototypen könne weitgehend verzichtet werden. Damit ist die rechnerintegrierte Entwicklung für kleinere und mittlere Unternehmen besonders interessant. Inzwischen hat sich das Programmpaket in der Praxis bereits in einer Vielzahl von Anwendungen bewährt.

Prof. Dr. Eckard-Rüdiger Richter vom Fachbereich Maschinenbau der FH Koblenz befasst sich im Projekt "Virtual Prototyping" mit Problemstellungen auf dem Gebiet der Mehrkörpersimulation und Strukturanalyse. In den letzten Jahren sind Fragestellungen der Strömungsmechanik - der Computational Fluid Dynamics (CFD) - hinzugekommen. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Kooperation mit dem Herzzentrum der Universität Bonn, bei der es um die Untersuchung strömungsmechanischer Probleme auf dem Gebiet der Medizin, genauer der Herzdurchströmung, geht. Teilergebnisse des Forschungsprojektes "Strömungssimulation konkurrierender Operationsmethoden an missgebildeten Kinderherzen" wurden bereits am Gemeinschaftsstand "Forschung und Technologie in Rheinland-Pfalz" auf der Hannover Messe Industrie 2000 präsentiert. In den Projekten haben sich auch viele Studierende mit den modernen Fachgebieten CAD und CAE beschäftigt. Einige konnten durch die Kontakte von Prof. Dr. Richter in Kooperation mit der Technischen Universität Dresden ihre Promotionsarbeit an der Fachhochschule Koblenz durchführen.

"Die Bündelung der Forschungsaktivitäten in dem Kompetenzzentrum ,Rechnerintegrierte Produktentwicklung’ ist naheliegend, da bei der Produktentwicklung sowohl elektrische als auch mechanische Probleme zu lösen sind", betont FH-Präsident Prof. Dr. Hans-Dieter Kirschbaum. Er verspricht sich davon, dass Synergieeffekte über Fächergrenzen hinweg besser genutzt werden. Der Senat hat bereits am 10. Mai 2000 beschlossen, einen Forschungsschwerpunkt "Neue Methoden für Produktentwicklung und Fertigung" an der Fachhochschule Koblenz zu etablieren. Das jetzt vom Ministerium bewilligte Kompetenzzentrum wird diesen Forschungsschwerpunkt aufgreifen.

Petra Gras |

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise