Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

So werden Mikrosysteme noch kleiner und leichter

03.08.2001


Mit Hilfe der Flip-Chip-Technik können Mikrosysteme besonders platzsparend, leicht und kostengünstig gestaltet werden. Gefördert vom BMBF, entwickeln Industrie und Wissenschaft gemeinsam die Flip-Chip-Technik weiter. Am 26. und 27. September werden erste Ergebnisse präsentiert.

Mikrosysteme machen unser Leben sicherer und komfortabler, sie verbessern die medizinische Versorgung und die Prozesse in Industrieanlagen und sie helfen beim Schutz der Umwelt. Die Fertigung der kleinen und komplexen Mikrosystemtechnik-Produkte erfordert den Einsatz von hochinnovativen Technologien. Mit Hilfe der Flip-Chip-Technik beispielsweise können Mikrosysteme besonders platzsparend, leicht und kostengünstig gestaltet werden. Bislang steht die Anwendung dieser speziellen Montagetechnik aber noch am Anfang. 13 überwiegend mittelständische Unternehmen und drei Forschungsinstitute machen die Flip-Chip-Technik jetzt fit für die breite Anwendung. In drei Verbundprojekten werden umweltfreundliche Montageverfahren mit bleifreien Loten erprobt, Methoden zur Herstellung besonders robuster und hitzebeständiger Mikrosysteme entwickelt und wichtige Prozessschritte optimiert. Am 26. und 27. September werden in Stuttgart erste Entwicklungsergebnisse öffentlich präsentiert.

Der Begriff "Flip-Chip-Technik" bezeichnet ein Verfahren zur Verbindung von Halbleiterchips mit Schaltungsträgern, z.B. Leiterplatten. Über sogenannte Bumps (Kontaktierhügel) verbindet die Flip-Chip-Technik ungehäuste Chips mit den elektrischen Anschlüssen der Leiterplatte. Das besondere an diesem Verfahren: Der mechanische und der elektrische Kontakt wird direkt und nicht wie bislang üblich über Bonddrähte oder Chipgehäuse hergestellt. Da die Flip-Chip-Technik eine hohe Packungsdichte von Bauelementen auf einem Schaltungsträger erlaubt, kann viel Platz und Gewicht gespart werden. Die Flip-Chip-Technik eignet sich deshalb besonders gut für die Fertigung von Mikrosystemen.

Industrie und Wissenschaft entwickeln die Flip-Chip-Technik derzeit gezielt weiter. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Entwicklungsarbeiten im Rahmen des Förderkonzeptes Mikrosystemtechnik 2000+ mit insgesamt über 8 Mio. DM.

Bei dem im Januar 2000 gestarteten Verbundprojekt "Entwicklung einer ökonomischen und umweltgerechten Waferbumping-Technologie" steht die Umweltfreundlichkeit im Mittelpunkt. Mit den entwickelten Fertigungstechnologien und -geräte sollen bleihaltige und die Umwelt belastende Lote schon bald überflüssig werden. Das Verbundprojekt "Aufbau, Montagetechnik und Applikationsuntersuchungen von High Temperature Advanced Packages am Beispiel von Automobilelektronik", gestartet im Juli 1999, schafft die Voraussetzungen für neue mikrosystemtechnische Lösungen in intelligenten Steuerbaugruppen von Automobilen. Die Projektpartner entwickeln besonders robuste und hitzebeständige Mikrosysteme, die auch bei Temperaturen von bis zu 150° C zuverlässig funktionieren. Im Projekt "Qualifizierung des Underfilling für Flip-Chip-Produktapplikationen in der Serienfertigung", gestartet im Oktober 1999, steht ein Prozessschritt im Mittelpunkt, der entscheidenden Einfluss auf die Zuverlässigkeit der gefertigten Produkte hat.

Am 26. und 27. September werden die Zwischenergebnisse der drei Verbundprojekte in Stuttgart öffentlich vorgestellt. Nähere Informationen zu den Verbundprojekten und zur Präsentation erteilt der Projektträger

VDI/VDE-Technologiezentrum Informationstechnik GmbH
Dr. Randolf Schließer
Telefon: 03328/435-226; E-Mail: schliesser@vdivde-it.de

Wiebke Ehret | idw

Weitere Berichte zu: Flip-Chip-Technik Mikrosystem Montagetechnik Prozessschritt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie