Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasser für Beijing mit Ilmenauer Systemtechnik

18.04.2005


Ob Wasser- und Energiemanagementsysteme oder der Tauchroboter "Seebär" - die Systemtechniker der TU Ilmenau und des Fraunhofer AST Ilmenau haben mit ihren Forschungsergebnissen schon oft von sich reden gemacht. Mit dem deutsch-chinesischen Großprojekt "Management- und Entscheidungshilfesystem zur Verteilung der Wasserressourcen in der Region Peking" stellen sie sich jetzt Herausforderungen von ganz neuer Dimension.


Gemeinsam mit dem Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB Karlsruhe, dem Fraunhofer Representative Office Beijing (Peking) und der Beijing Water Authority (BWA) haben die Ilmenauer Wissenschaftler um Professor Jürgen Wernstedt die gewaltige Aufgabe übernommen, die Wasserversorgung im Großraum Peking zu sichern. Das Forschungsvorhaben wird vom BMBF und dem chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie mit insgesamt acht Millionen Euro gefördert.

Ein derart komplexes Vorhaben wurde von den Wissenschaftlern aus Ilmenau bisher noch nicht bearbeitet. Professor Jürgen Wernstedt: "Das Projekt verbindet erstmals die umfassenden Erfahrungen der chinesischen Partner bei der Bewirtschaftung extrem großer Wasserversorgungsgebiete mit den Kompetenzen der Ilmenauer und Karlsruher Ingenieure und Wissenschaftler bei der Entwicklung von Computersimulationen und Entscheidungshilfesystemen für hydrologische Systeme sowie für Wasserversorgungs- und Wasserentsorgungssysteme. Wir sind stolz darauf, an diesem bedeutendem bilateralen Forschungsvorhaben mitwirken zu können."


Projektziel ist die Entwicklung eines Entscheidungshilfesystems für die optimale Versorgung der im Großraum Peking lebenden rund 16 Millionen Menschen sowie der hier ansässigen Industrie und Landwirtschaft. Insgesamt werden in Peking jährlich mehrere Milliarden Kubikmeter Wasser benötigt. Mit welchen Größenordnungen es die Forscher dabei zutun haben, erläutert Gruppenleiter Dr. Thomas Rauschenbach: "Das Versorgungsgebiet umfasst mit 16.000 Quadratkilometern etwa die Fläche Thüringens, dies jedoch mit der achtfachen Einwohnerzahl und außerdem zahlreichen Talsperren, Flüssen, Kanälen, Rohrleitungssystemen, Oberflächen- und Grundwasserwerken sowie leistungsstarken Pumpstationen. Hinzu kommen besondere topografische und klimatische Bedingungen mit langen Trockenzeiten auf der einen und Hochwassergefahren auf der anderen Seite sowie einer bis an die Grenzen ausgeschöpften Wasservorhaltung. Unsere Aufgabe ist es, durch Planung, Simulation und Kalkulation ein Wasserkreislauf-System aufzubauen, das - schritthaltend mit der Bevölkerungsentwicklung - den Bedarf an Wasser langfristig deckt."

Die Vorbereitungszeit für das Großprojekt betrug fast drei Jahre. In dieser Zeit fanden zahlreiche gegenseitige Besuche in China und Deutschland statt. Nachdem Ende Februar der Projektstart erfolgte, richten die Forscher ihr Augenmerk nun besonders auf Meilensteine wie die Sicherung der Wasserversorgung zu den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking. Ein weiteres Etappenziel soll bis 2010 mit der Einbindung eines großen Kanals in das Wasserversorgungssystem von Peking erreicht werden. Dabei ist Wasser des Yangtse über eine Entfernung von mehr als 1000 Kilometern zuzuleiten. Darüber hinaus stehen Projekte für eine gezielte Abwasseraufbereitung für die Landwirtschaft und eine natürliche Reinigung des Abwassers auf dem Plan.

Das Ilmenauer Projektteam:
Prof. Jürgen Wernstedt (Leiter des Fachgebietes Systemanalyse der TU Ilmenau und des Fraunhofer AST Ilmenau)
Dr. Thomas Rauschenbach (Gruppenleiter Fraunhofer AST)
Dr. Torsten Pfützenreuter (Projektbearbeiter Fraunhofer AST)
Dipl.-Ing. Hartmut Linke (Projektbearbeiter Fraunhofer AST)
Dr. Divas Karimanzira (Projektbearbeiter TU Ilmenau)

TU Ilmenau
Fachgebiet Systemanalyse
Prof. Jürgen Wernstedt
Tel. 03677 69-2814/ - 69-2815
e-mail: juergen.wernstedt@tu-ilmenau.de

Anwendungszentrum Systemtechnik des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung IITB Karlsruhe
Am Vogelherd 50
98693 Ilmenau
Prof. Jürgen Wernstedt
Tel. 03677 461-0
e-mail: wst@ast.iitb.fhg.de

Wilfried Nax M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de/
http://www.ast.iitb.fhg.de

Weitere Berichte zu: AST Entscheidungshilfesystem Systemtechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise