Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Informatiker: Peer-to-Peer für Handys realisierbar

14.04.2005


Software "MopiPhant" findet großen Anklang bei Anwendern

... mehr zu:
»Handy »MoPi »Mobilfunknetz »Peer-to-Peer

Im Internet werden Musik, Filme und andere Dateien über so genannte "Peer-to-Peer-Netze" zwischen vielen Nutzern hin- und herbewegt. Dass solche Tauschbörsen auch in öffentlichen Mobilfunknetzen funktionieren, haben nun Informatiker von der Uni Würzburg in Kooperation mit der Siemens AG und der Uni Passau gezeigt.

Im Internet erlaubt "Peer-to-Peer" (P2P) den direkten Austausch von Daten zwischen mehreren PCs. Statt Informationen auf einem kosten- und wartungsintensiven zentralen Webserver abzulegen, werden sie gleich auf alle Rechner verteilt, die in das P2P-Netz eingebunden sind. So ist jeder Teilnehmer Server und Kunde zugleich. Dieses System hat zum einen die rechtlich umstrittenen Datei-Tauschbörsen hervorgebracht. Zum anderen wird es aber auch von Firmen genutzt, etwa um die Kooperation in Arbeitsgruppen zu unterstützen.


"Die Betreiber von Mobilfunknetzen suchen derzeit nach Möglichkeiten, wie sie die Nutzung ihrer Systeme erhöhen können", erklärt Diplom-Informatiker Tobias Hoßfeld von der Uni Würzburg. "Vor allem UMTS-Netzbetreiber mit ihren teuren Lizenzen wünschen sich Anwendungen, die das Potenzial der Technologie ausnutzen und attraktiv für die Benutzer sind." Für diesen Anspruch scheinen mobile P2P-Datei-Tauschdienste geeignete Kandidaten zu sein. Sie ermöglichen den Austausch von selbstkomponierten Klingeltönen, Digitalfotos oder kurzen Videos, die sich mit neuen Handys aufnehmen lassen.

Ist es technisch überhaupt machbar, Peer-to-Peer-Systeme über GPRS- oder UMTS-Handynetze abzuwickeln? Diese Frage stand zunächst im Mittelpunkt des Projekts "Mobile Peer-to-Peer" (MoPi), das am Lehrstuhl für Informatik III der Uni Würzburg unter der Leitung von Professor Phuoc Tran-Gia bearbeitet wird. Partner hierbei sind Frank-Uwe Andersen von der Siemens AG und Professor Hermann de Meer von der Uni Passau.

Die Würzburger Informatiker Kurt Tutschku und Tobias Hoßfeld führten zuerst Messungen in echten Netzen und theoretische Leistungsuntersuchungen durch. Parallel dazu passte das Projektteam die Architektur der Internet-P2P-Systeme an mobile Netze an. Was dabei herausgekommen ist, lässt sich nach Einschätzung der Wissenschaftler "mit einigen Anpassungen" zu einem für Nutzer und Netzbetreiber höchst interessanten Ansatz entwickeln.

Und das ist nicht nur graue Theorie: Daniel Schlosser hat sich die beliebte Peer-to-Peer-Software "eDonkey" vorgenommen. Sie erledigt in P2P-Netzen die Suche nach Dateien und sorgt für den Austausch. Dem Würzburger Informatiker ist es gelungen, diese Software auf einem "Personal Digital Assistant" (PDA) zum Laufen zu bringen, also auf einem Klein-Computer im Westentaschenformat. Derartige Mini-Assistenten gibt es auch als Kombigeräte mit Handy-Funktion, und mit diesen "Smartphones" ist der P2P-Austausch von Dateien nun möglich. Schlosser hat seine Version der Software übrigens auf den schönen Namen "MopiPhant" getauft.

Dass ihre Arbeit nicht nur wissenschaftlich interessant ist, sondern auch großen Anklang bei den Anwendern findet, wissen die Informatiker bereits: Unlängst hat die Internetseite golem.de über MopiPhant berichtet, und das hatte Folgen: In nur einer Woche luden rund 1.000 Nutzer die neue Software vom Server des Informatik-Instituts herunter. Die Nachricht wurde innerhalb kürzester Zeit von mehr als zehn internationalen Internet-Nachrichtendiensten weiterverbreitet, so dass das Forschungsprojekt MoPi mittlerweile auch in USA, Singapur, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien und Polen bekannt ist.

Weitere Informationen finden sich im WWW. Dort gibt es auch die Technischen Berichte über die Ergebnisse des Projekts "Mobile Peer-to-Peer" als pdf-Datei (die entsprechenden Links stehen am Ende dieser Mitteilung).

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www3.informatik.uni-wuerzburg.de/staff/mopi/
http://www.golem.de
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Handy MoPi Mobilfunknetz Peer-to-Peer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schreibgeschwindigkeit: Terahertz
25.04.2018 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Quantentechnologie für neue Bildgebung – QUILT
25.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics