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Damit verschiedene Geräte miteinander kooperieren können

13.04.2005


Birgitta König-Ries bekleidet Nixdorf-Stiftungsprofessur für Praktische Informatik an der Universität Jena



Ein klassisches Szenario: Ein auswärtiger Referent will einen Vortrag halten, packt seinen Laptop aus und muss eine Viertelstunde herumprobieren, bevor die technischen Voraussetzungen stimmen. Wir sind heute von vielen "schlauen" Geräten umgeben, die unseren Alltag erleichtern, doch zwischen ihnen herrscht Funkstille - noch. Dass sich dies einmal ändert, dazu trägt Prof. Dr. Birgitta König-Ries mit ihrer Forschung bei. Seit kurzem hat die Informatikerin die Heinz-Nixdorf-Stiftungsprofessur für Praktische Informatik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena inne. "Ziel unserer Arbeiten ist es, dass sich ohne menschliches Eingreifen Verbünde von Rechnern bilden, die gemeinsam in der Lage sind, Anwender wirkungsvoll zu unterstützen", sagt Prof. König-Ries. Mit Rechnern meint sie alle Geräte, die einen Chip enthalten und Programme abarbeiten.

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Es geht nicht um deren technische Vernetzung wie wir sie heute kennen, sondern darum, die Geräte logisch zu integrieren, damit sie u. a. auch in drahtlosen Umgebungen sinnvoll zusammenarbeiten. Ansatzweise funktioniert so etwas schon, Stichwort Web Services. Das sind Softwarebausteine, die über das Internet verwendet werden können. "Momentan ist zu ihrer Nutzung noch viel menschliche Vorarbeit nötig", nennt König-Ries ein Manko. Sie geht noch einen Schritt weiter und möchte, dass die Geräte, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, die passenden Dienste automatisch finden. Dazu müssen sie jedoch wissen, was sie selbst können und es für andere Rechner verständlich kundtun. Deshalb sucht die neue Professorin der Uni Jena u. a. nach Ansätzen für so genannte semantische Web Services. Des Weiteren arbeitet sie an Anreizsystemen, die es für die unabhängigen einander fremden Geräte attraktiv machen, miteinander zu kooperieren.

Die Wurzeln ihrer Forschungen liegen im Bereich Datenbanken. Nach dem Studium an der Universität Karlsruhe hat sie sich in ihrer Promotion (1999) mit einem Verfahren beschäftigt, das die halb-automatische Integration von heterogenen Datenbanken erleichtert. Während ihrer Postdoc-Aufenthalte an der University of Louisiana und der Florida International University fokussierte sie sich auf die Datenhaltung und -nutzung in mobilen und drahtlosen Umgebungen und untersuchte die Einbindung verteilter Informationsquellen. Zurück in Karlsruhe legte sie ihren Schwerpunkt auf die Informationsnutzung in Ad-hoc-Netzen, die auch deswegen so heißen, weil sie nicht zentral gesteuert sind, sondern ad-hoc und ohne Infrastrukturunterstützung zwischen gerade verfügbaren Geräten funktionieren sollen. Um diese Vision zu realisieren, braucht man die semantischen Dienstbeschreibungen, Anreizsysteme und so genannten Overlaystrukturen, an denen sie forscht.

Mit dieser Ausrichtung fügt sie sich gut in das Jenaer Informatik-Institut ein, wo das Thema "Selbstorganisierende Integration von Systemen" eine ganze Reihe von Gruppen beschäftigt. Wenn sie nicht darüber nachgrübelt, wie man Rechner intelligenter machen kann, engagiert sich die Mutter zweier Töchter bei Amnesty International dafür, dass die grundlegenden Menschenrechte gewahrt bleiben.

Kontakt:

Prof. Dr. Birgitta König-Ries
Institut für Informatik der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 1-4, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946430
E-Mail. koenig@informatik.uni-jena.de

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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