Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schädlingsprognose im Internet

08.04.2005


Professor Verreet von der Uni Kiel: Chemie nur als Notbremse einsetzen



"Mit Hilfe unserer Internet-Plattform können Landwirte den Einsatz von chemi-schen Pflanzenschutzmitteln bedarfsgerecht reduzieren, für manche Pflanzen sogar um bis zu 30 Prozent", kündigt Professor Joseph-Alexander Verreet von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel an. Er und sein Team vom Institut für Phytopathologie (der Wissenschaft von Pflanzenkrankheiten) entwickelten so genannte Integrierte Pflanzenschutzmodelle, mit denen Epidemien von Pilz-krankheiten an Raps, Weizen und Zuckerrüben genau vorherbestimmt werden können und damit ihre Bekämpfung optimal geplant. Heute (8. April) hat Verreet die Website www.ips-modelle.de offiziell frei geschaltet.

... mehr zu:
»Epidemie »Schädlingsprognose


Hier erfahren Landwirte schnell und mit wenigen Klicks, wann der Schädlings-befall noch hinnehmbar oder wann er wirtschaftlich nicht mehr vertretbar ist: Hierfür gibt der Nutzer Daten wie Kalenderwoche und Sorte ein und erhält bin-nen Sekunden ein Diagramm. Wie wahrscheinlich eine Epidemie in seiner Re-gion ist, erfährt er, wenn er auf der Landkarte seinen Standort (Zuckerrübe und Raps deutschlandweit, Weizen Schleswig-Holstein-weit) wählt. Auf der Homepage kann er auch Warnmeldungen per E-Mail abonnieren.

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre haben Wissenschaftler des Instituts an mathematischen Modellen gearbeitet, die die ökologischen Bedürfnisse der Kulturen in genaue Formeln fassen: Unzählige Pflanzen wurden untersucht und zusätzlich wurde erfasst, bei welchen Witterungsverhältnissen welche Pflanze wie reagiert. Diese Daten flossen in eine Datenbank. Nun generieren die tages-aktuellen Werte des Deutschen Wetterdienstes kleine rote Fähnchen auf der Online-Karte, die signalisieren, wo Gefahr durch eine Epidemie im Verzug ist. Bereits seit 2003 ist die erste Internetseite zur Zuckerrübe online, die allein im Jahr 2004 140.000 Mal aufgerufen wurde.

Professor Verreet ist überzeugt: "Ohne Chemie wird es auch künftig keinen wirksamen Pflanzenschutz geben. Sie sollte jedoch vielmehr als Notbremse betrachtet werden, die man zum richtigen Zeitpunkt zieht."

Das Projekt wird von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft gefördert.

Susanne Schuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.ips-modelle.de

Weitere Berichte zu: Epidemie Schädlingsprognose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise