Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Tele-Teaching-Technik macht elektronisches Fernstudium für jedermann möglich

07.04.2005


In Brandenburg beginnt eine neue Ära modernen Tele-Teachings: Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) überträgt mit Beginn des Sommersemesters 2005 erstmals Lehrveranstaltungen mit einem neuartigen winzigen Sendegerät für Internet-Videoaufzeichnungen. Dadurch kann im Prinzip jeder PC-Nutzer per elektronischem Fernstudium die Uni-Vorlesungen "Technische Grundlagen des World Wide Web (WWW)" und "Informationssicherheit" verfolgen. Gehalten werden sie von Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel (50). Er ist in Personalunion auch Leiter des HPI-Fachbereichs "Internet-Technologien und -Systeme". Weiteres Novum: Meinels Internet-Vorlesung findet im Wechsel an zwei Standorten statt: außer am HPI in Potsdam-Babelsberg wird das Thema "WWW-Grundlagen" auch an der Universität Jena präsentiert. Die Potsdamer Bachelor-Studenten der Fachrichtung IT Systems Engineering und ihre Jenaer Informatik-Kommilitonen können jeweils im eigenen Hörsaal bleiben, weil es eine qualitativ hochwertige Internet-Übertragung vom anderen Standort aus gibt.



Für die Internet-Übertragung sorgt im Wesentlichen ein lediglich Schuhkarton großes Aufzeichnungs- und Sendegerät. "Unser ’T-Cube’ ist sehr handlich, mobil einsetzbar und verblüffend einfach zu bedienen. Mit ihm können künftig auch Schulungsfirmen, Veranstaltungs-Organisatoren, Medien und andere Unternehmen viel leichter Präsentationen, Konferenzen oder Events live und online übertragen", erläutert Prof. Meinel. Nach seinen Worten interessieren sich selbst kleine und mittelständische Unternehmen, Hotels, Behörden, Streaming Provider und Online Shops für die neue Software- und Hardware-Kombination mit dem Namen "Tele-Task". Das Potsdamer Tele-Teaching-System macht es drastisch einfacher, Vortragsveranstaltungen per Internet zu übertragen und dort fürs Herunterlanden "on demand" verfügbar zu halten.



Entwickelt wurde die raffinierte Technik von einem Wissenschaftler-Team unter Leitung von Prof. Meinel. Der im Oktober 2004 aus Rheinland-Pfalz nach Potsdam berufene Wissenschaftler hat bereits während seiner Tätigkeit an der Uni Trier mit Hilfe des entwickelten Systems Interessenten aus aller Welt auf seine Vorlesungen zugreifen lassen. Vom Heim- oder Büro-PC aus braucht der Internet-Nutzer einfach nur die Plattform www.tele-task.de anzuklicken, um die Inhalte live verfolgen oder als Aufzeichnung herunterladen zu können. Das klappt mit jeder Art von Internetzugang und der kostenlosen Betrachtungs-Software "RealPlayer", die leicht in jeden gängigen WWW-Browser integriert werden kann. Somit steht das elektronische Fernstudium im Prinzip jedem PC-Nutzer offen und es können mehr Vorlesungsteilnehmer im virtuellen Hörsaal dabei sein als im realen. In die Master-Vorlesung "Informationssicherheit" kann man sich vom 12. April 2005 an dienstags und donnerstags ab 13.30 Uhr "einklicken", in die Bachelor-Vorlesung zu den technischen Grundlagen des Internets mittwochs und donnerstags ab 8.30 Uhr. Wer die Live-Vorträge verpasst, kann sie zu einem späteren beliebigen Termin von der Internetseite www.tele-task.de herunterladen. Knapp drei Millionen Zugriffe auf diese Website mit einer Reihe von Vorlesungs-Videoaufzeichnungen wurden dort schon registriert.

2002 erhielt Meinels Team für das Tele-Task-System in den USA den "Einstein-Award". Eine Kamera, ein Mikrofon und ein Laptop - mehr Technik ist nicht notwendig. Die drei Geräte werden an den kleinen "T-Cube" angeschlossen und anschließend mit dem Internet verbunden. Weil die Bedienung so einfach ist, können künftig also auch technische Laien problemlos Seminare, Symposien, Übungen oder jede Art von Fernlehrgängen übers Internet senden. Derzeit tüfteln die Potsdamer Forscher am Hasso-Plattner-Institut daran, dass man mit dem T-Cube eine Veranstaltung bei der Aufnahme automatisch auf DVD oder CD-ROM brennen kann, so dass direkt im Anschluss eine Nach-bearbeitung oder Vervielfältigung möglich ist.

Das Raffinierte an dem von Prof. Meinel initiierten neuen Tele-Teaching-System ist die Kombination aus Audio-, Video- und Bildschirminhalten. Bei Vorträgen, die mit Tele-Task aufgezeichnet werden, kann der Zuschauer den Vortragenden hören und sehen und gleichzeitig den Bildschirminhalt seines Präsentationsrechners in exzellenter Qualität verfolgen - selbstverständlich zeitlich synchronisiert. Wie hoch die Qualität ist, konnten zum Beispiel schon Nutzer in China erleben. Bereits im November 2002 begannen Informatik-Studenten der Polytechnischen Universität Peking damit, per Tele-Task-Technik regelmäßig an Internet-Vorlesungen ihres Gastprofessors Christoph Meinel teilzunehmen - die dieser aber nicht in der chinesischen Hauptstadt, sondern daheim in Deutschland hält. Sogar dynamische Tafelanschriften oder Animationen werden direkt mit übertragen bzw. aufgezeichnet - ideal zum Beispiel für Software-Themen. Eine Integration in Internetseiten oder in ein Kursmanagementsystem ist höchst simpel: der Zugriff auf Aufzeichnungen erfolgt über einen einfachen Link. Spezielle Programmierung ist nicht erforderlich.

Katrin Augustin | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi.uni-potsdam.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie