Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computer-Notfallteams für den Mittelstand

25.07.2001


Im Rahmen der von Bundeswirtschaftsminister Dr. Werner Müller gegründeten "Partnerschaft sichere Internet-Wirtschaft" ist auch die Verbesserung der Alarmierung über sicherheitsrelevante Vorfälle nicht zuletzt im Mittelstand als wichtiges Thema identifiziert worden.

In der Praxis haben sich seit dem ersten großen Internet-Vorfall, dem sogenannten Internet-Wurm, im November 1988 Computer-Notfallteams (engl.: CERT, computer emergency response team) als eine wichtige Komponente bei der Bewältigung von Internet-Vorfällen herausgebildet. Aber nicht nur reaktive Dienstleistungen, die in Notfällen den Betroffenen schnelle "Hilfe zur Selbsthilfe" bieten, sind solchen CERTs zuzuordnen. Eine Vielzahl bietet folgerichtig vorbeugende Informationen über neue Sicherheitslücken oder Angriffsverfahren an. Dazu kommen häufig auch konkrete Hinweise zur Konfiguration von Rechnern und Netzwerken zum Schutz vor Angriffen. Nur dadurch können Vorfälle verhindert werden, bevor sie auftreten können.

International gibt es heute ca. 90 CERTs, die in dem Dachverband FIRST, Forum of Incident Response and Security Teams, organisiert sind. In Deutschland gibt es fünf Mitglieder, die folgende Gruppen betreuen:

  • DFN-CERT als Einrichtung des DFN-Vereins betreut den Wissenschaftsbereich, hat aber auch als "ältestes" Team noch eine gewisse Koordinierungsfunktion inne.

  • Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ist mit dem Aufbau eines CERTs für die Bundesverwaltung beauftragt.

  • Die drei weiteren Teams sind interne Teams einzelner Konzerne und größerer Unternehmen.

Insgesamt ist die Bedeutung der "Emergency Response" als Teil eines zeitgemäßen adaptiven Sicherheitsmanagements von vielen Verantwortlichen noch nicht erkannt worden. Daher fehlen für die deutsche Wirtschaft, insbesondere für die kleinen und mittleren Unternehmen, eigene Sicherheits- und Notfallteams, die diese Aufgabe wahrnehmen können. Es fehlt an einer Unterstützung derselben bei dem Aufbau solcher Teams, so dass sich diese Lücke ohne Intervention nur sehr langsam schließen wird.

Zudem fehlt eine übergreifende CERT-Infrastruktur. Es gibt keine Koordinierung bei Vorfällen, die viele einzelne Unternehmen gemeinsam betreffen, so wie dies bei Melissa, I-LOVE-YOU, aber auch bei dem aktuellen BIND-Angriff der Fall war und ist. Durch die fehlende Repräsentanz der deutschen Wirtschaft im internationalen CERT-Verband sind deren Unternehmen von dem Informationsfluss zwischen den existierenden CERTs abgeschnitten und können oft notwendige Maßnahmen nur verspätet ansetzen - zu einem Zeitpunkt also, zu dem bereits Schäden eingetreten sind.

Mit dem Gutachten sollte eine umfassende, aber vor allem pragmatische Grundlage für die Entscheidung über eine CERT-Infrastruktur für die KMUs in der gewerblichen Wirtschaft untersucht werden.

|
Weitere Informationen:
http://www.bmwi.de/Homepage/download/mittelstand/Certstudie.pdf

Weitere Berichte zu: CERT CERT-Infrastruktur Computer-Notfallteam Mittelstand

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie