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Integrierte Schaltungen in der Kommunikationstechnik

19.07.2001


Kompetenzzentrum Integrierte Schaltungen in der Kommunikationstechnik
Vertragsunterzeichnung am 24.7.2001, 12.00 Uhr

Rückwirkend zum 1. Juli 2001 ist das Kompetenzzentrum »Integrierte Schaltungen in der Kommunikationstechnik« an der Universität Ulm eingerichtet worden. Es stellt eine gemeinsame Gründung der Abteilung Elektronische Bauelemente und Schaltungen (Arbeitsgruppe Prof. Dr.-Ing. Hermann Schumacher) und folgender Firmen dar: Atmel Wireless and Microcontrollers, Multilink Technologies und United Monolithic Semiconductors.

Atmel ist der weltweit führende Hersteller von Mikro-Controllern für die Automatisierungstechnik, mit Sitz in Colorado Springs, Colorado, USA. Mit dem Kauf von Temic Semiconductors in Heilbronn ist die Firma nunmehr auch eine starke Kraft in der drahtlosen Kommunikation und ein Weltmarktführer in der Nutzung der Silizium-Germanium-Technologie, die (unter starker Mitwirkung von Arbeitsgruppen an der Universität Ulm) im DaimlerChrysler-Forschungszentrum Ulm entwickelt und nach Heilbronn transferiert wurde. Atmel unterhält ein Entwicklungszentrum in Ulm.

Multilink Technologies ist ein junges Unternehmen mit Sitz in Somerset, New Jersey, USA, und Entwicklungszentren in Bochum und München. Die Hauptaktivitäten liegen in der Entwicklung von Systemen für die schnelle Datenübertragung über Glasfasern, mit Geschwindigkeiten von 10 Giga-Bit pro Sekunde und höher. In diesem Bereich gehört die Firma bereits zu den international bekanntesten Anbietern.

United Monolithic Semiconductors (UMS) ist ein Gemeinschaftsunternehmen der französischen Thales-Gruppe (ehemals Thomson CSF) und der EADS (ehemals DASA). Sitz des Unternehmens ist Orsay, Frankreich, die Haupt-Fabrikationsstätte hat das Unternehmen jedoch in Ulm. UMS ist ein bedeutender Anbieter von integrierten Schaltungen für den Mikrowellenbereich auf Gallium-Arsenid.

Die drei Unternehmen fördern das Zentrum mit je DM 250.000 pro Jahr. Zusätzlich konnte aus einem Programm des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft eine Anschubfinanzierung von 1,5 Mio. DM eingeworben werden. In diesem Programm, das neue Formen der akademisch-industriellen Zusammenarbeit fördert, kamen von 145 Bewerbern lediglich neun Projekte zum Zuge. Das Land Baden-Württemberg fördert das Zentrum im Rahmen des Landes-Forschungsschwerpunkt-Programms mit insgesamt 1 Mio. Mark. Rechnet man den Beitrag der Universität Ulm hinzu, wird das jährliche Budget etwa 1,8 Mio. DM betragen.

Das Zentrum will insbesondere vorwettbewerbliche Forschung im Bereich der sogenannten »Frontend-ICs« für die drahtlose und breitbandige optische Nachrichtenübertragung betreiben. Hierbei handelt es sich um Schlüsselkomponenten, die zwischen der analogen Übertragungsebene, also etwa Funksignalen oder optischen Signalen auf Glasfasern, und der digitalen Signalverarbeitung vermitteln. Hier gibt es trotz des unterschiedlichen Übertragungsmediums viele Gemeinsamkeiten zwischen Funk- und Glasfasertechnik. Mit diesen grundlegenden Arbeiten soll sich forschungsnahe Prototyp-Entwicklung für die Projektpartner verbinden. Schließlich hat es sich das Kompetenzzentrum auch zum Ziel gesetzt, das Interesse von Studierenden an einer Tätigkeit im Bereich der Hochgeschwindigkeits-Elektronik zu fördern. In diesem Bereich, der in der Ausbildung an den Universitäten in den vergangenen 20 Jahren leider weltweit vernachlässigt wurde, besteht derzeit ein dramatischer Mangel an qualifizierten Fachkräften. Weil dieser Mangel global ist, lässt er sich anders als bei den Computerspezialisten auch nicht durch Anwerbungen aus dem Ausland beheben.

Das Zentrum wird in derzeit im Bau befindlichen Räumen der Universität West eingerichtet und soll im Endausbau eine Kernmannschaft von 16 Mitarbeitern haben. Erhebliche Mittel sind auch für die Durchführung von Studien- und Diplomarbeiten sowie Promotionen vorgesehen.

Die Vertragsunterschriften werden am

Dienstag, dem 24. Juli 2001, 12.00 Uhr

im Präsidialbüro der Universität auf dem Oberen Eselsberg geleistet. Anschließend besteht Gelegenheit zu einem Pressegespräch. Die Redaktionen sind dazu herzlich eingeladen

Peter Pietschmann | idw

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