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Archivbilder vom Innenleben

05.07.2001



Die digitale Welt hat auch in Arztpraxen und Krankenhäusern Einzug gehalten. Statt mit alten Röntgenfilmen oder Fotos werden Bilder vom Inneren des Körpers zunehmend digital aufgenommen, bearbeitet, übermittelt und archiviert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Patienten werden mit weniger Strahlung belastet und sie erhalten eine schnellere und genauere Diagnose. Denn die Fachleute können Aufnahmen verschiedener Verfahren miteinander kombinieren, sie bearbeiten und schneller aus einem Berg von Patientendaten heraussuchen. Dieser Datenberg verursacht jedoch Probleme: Die schiere Größe der Dateien verstopft die Datenleitungen zwischen Fachkollegen - einige Dutzend Megabyte pro Aufnahme sind durchaus üblich.

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Einen Ausweg bietet das »Patienten-CD-System«, das am Institut für Telematik in Trier entwickelt wurde. »Unsere Zusammenarbeit mit mehreren Krankenhäusern in Trier brachte uns auf die Idee, ein besonders benutzerfreundliches und vollautomatisiertes System für das Archivieren von medizinischen Bildern aller Art auf CompactDisk zu entwickeln«, erinnert sich Professor Christoph Meinel, Leiter des von der Fraunhofer-Gesellschaft betreuten Instituts. »Besondere Vorkenntnisse, um die CDs zu brennen oder die Bilder zu betrachten, sind nun nicht mehr nötig.«

Das Schreibmodul ist eine Komponente des Systems. Es dient dazu, die medizinischen Bilder von Aufnahmegeräten oder Workstations zu sammeln, zu visualisieren und über einen CD-Brenner zu archivieren. DICOM ist dabei das unter Medizinern anerkannte und international gebräuchliche Dateiformat. Das zweite Modul ist der Viewer. Er stellt alle nötigen Werkzeuge zur Verfügung, um ein Bild oder Sequenzen mit hoher Auflösung darstellen und bearbeiten zu können. Der Viewer wird ebenfalls auf die CD gebrannt. Er ermöglicht es anderen Ärzten oder Therapeuten, die Aufnahmen ohne eigene Software auf ihrem PC betrachten zu können. Das gleiche gilt für den Patienten: Die bis zu 1 000 Bilder seines Innenlebens kann er mit einer CD nach Hause nehmen und dort das ungeborene Kind oder den Knochenbruch Freunden und Verwandten vorführen oder ausdrucken.


Prof. Dr. Christoph Meinel | Fraunhofer-Gesellschaft

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