Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tutenchamun im Computertomographen untersucht

24.01.2005


Experten von Siemens haben die Mumie des Pharaos Tutenchamun mit bisher unerreichter Detailgenauigkeit in einem Computertomographen untersucht. Zusammen mit dem ägyptischen Chefarchäologen Zahi Hawass wollen sie klären, woran der Herrscher vor mehr als 3.000 Jahren gestorben ist. Es war das erste Mal seit der Entdeckung der Mumie im Jahr 1922, dass sie aus ihrem Grab im Tal der Könige bei Luxor entfernt wurde. 1968 hatte die bisher einzige Röntgenuntersuchung des Kopfes ergeben, dass der Pharao möglicherweise durch einen heftigen Schlag getötet worden war.



Nach Angaben der ägyptischen Siemens-Experten erwies sich die Untersuchung als schwierig. Im Gegensatz zu lebenden Patienten konnte die Haltung der empfindlichen Mumie nicht verändert werden. Der Zustand der Mumie ist sehr schlecht: Vermutlich wurde sie beschädigt, als bei der Entdeckung Schmuckstücke und Grabbeigaben gewaltsam vom Körper getrennt wurden. Der in einem Holzsarg befindliche Körper wurde in einen Lkw gebracht, in den ein Computertomograph Somatom Emotion 6 eingebaut ist. Dabei handelt es sich um eine Spende von Siemens und der National Geographic Society. Das Gerät, das so auch in der klinischen Praxis verwendet wird, enthält eine spezielle Software, die die Röntgendosis so gering wie möglich hält, um Schäden an der Mumie auszuschließen. Zum Schutz der Mumie trugen die Beteiligten zudem Atemmasken und Handschuhe. Mit der Vorbereitung dauerte der Vorgang etwa zweieinhalb Stunden, die eigentliche Untersuchung nur fünf Minuten. Insgesamt wurden 1.700 Schichtaufnahmen gemacht. Die Aufnahmen des Schädels haben eine Auflösung von 0,5 Millimeter, die des restlichen Körpers von einem Millimeter. Derzeit werten die Experten die Bilder aus. Erste Ergebnisse werden noch im Januar erwartet.



Neben Tutenchamun untersuchten die Wissenschaftler zahlreiche weitere Mumien aus dem Tal der Könige. Einige mussten mit Totenmasken oder in Gewebe eingehüllt gescannt werden, unter denen Schmuckstücke verborgen sein können. Diese können die Aufnahmequalität beeinträchtigen, ebenso wie das bei der Mumifizierung verwendete Harz. Bei den Untersuchungen entpuppte sich eine bisher als weiblich eingestufte Mumie als Mann. Ein ungewöhnliches Ergebnis ergab sich auch bei einer vermeintlichen Greisenmumie: Dabei handelt es sich nicht um einen 70-jährigen Mann, sondern um einen etwa siebenjährigen Jungen. Die Siemens-Fachleute erwarten auch bei Tutenchamun Überraschungen.

Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/med-bilder/mumienscan
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Computertomograph Tutenchamun

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze
25.05.2018 | Universität Ulm

nachricht Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics