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Erst ein Zwei-Schlüssel-System macht Internet-Vertragsabschlüsse wirklich sicher

03.07.2001


Trierer Spitzenforscher fordert staatliche Infrastruktur

Käufer wie Verkäufer sollten bei Vertragsabschlüssen übers Internet nicht fahrlässig auf notwendige Sicherheitsmaßnahmen verzichten. Dies rät das Institut für Telematik. Wie der Leiter der Trierer Spitzenforschungseinrichtung, Professor Christoph Meinel (47), mitteilte, seien mittlerweile technisch ausgereifte Verfahren verfügbar, um Dokumente elektronisch zu unterschreiben und zu verschlüsseln. Allerdings existierten noch viel zu wenig "Trust Center", also elektronische Notare. Auch könne sich der eine "E-Notar" mit dem anderen zur Zeit nicht verständigen. Meinel forderte deshalb den Staat auf, seine hoheitliche Verantwortung wahrzunehmen und für eine flächendeckende, funktionierende Infrastruktur zu sorgen. Auch sei eine Kampagne für den breiten Einsatz der digitalen Signatur, der elektronischen Unterschrift, erforderlich.

Trust Center sind, wie der Trierer Telematik-Professor betonte, eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Handel via Internet sicher und rechtsverbindlich abgewickelt werden könne. "Wer sich erfolgreich am E-Commerce beteiligen will, muss absolut sicher sein, dass Daten vertraulich übermittelt und während der Übertragung nicht verändert werden", unterstrich Meinel. Ferner müsse garantiert sein, dass man bei einer übermittelten Information deren tatsächlichen Urheber identifizieren und dieser die Urheberschaft nicht abstreiten könne.

Ein "Publik Key Infrastruktur" (PKI) genanntes Zwei-Schlüssel-System hält das Trierer Institut für Telematik für die beste Lösung, um in einem offenen Netz wie dem Internet sensible, schutzbedürftige Daten so zu übermitteln, dass Integrität, Authentizität, Verbindlichkeit und Vertraulichkeit gewährleistet sind. Diese moderne Verschlüsselungstechnik kann von den Beteiligten direkt und unmittelbar eingesetzt werden. Die Schlüssel dafür erzeugt und verwaltet ein Trust Center. Es errechnet für jeden Nutzer zwei digitale Schlüssel, die jeweils nur einmalig existieren und sich ergänzen. Um das Verständnis für den Nutzen des Zwei-Schlüssel-Systems auf breiter Front zu fördern, bieten die Trierer Telematik-Experten auf der Website ihres Instituts (www.ti.fhg.de) neuerdings eine interaktive und allgemein verständliche Einführung in digitales Signieren und Nachrichten-Verschlüsselung an.

Prof. Dr. Christoph Meinel | ots
Weitere Informationen:
http://www.ti.fhg.de

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