Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikroskope für den Blick auf die Speichermedien der Zukunft

18.09.2000


Im Rahmen eines EU-Projekts arbeiten der Experimentalphysiker Prof. Uwe Hartmann und seine Arbeitsgruppe an Mikroskopie-Verfahren, die den Fortschritt in Sachen höhere Speicherkapazität von Computer-Festplatten
vorantreiben sollen.

Die Festplatten der Zukunft werden um ein vielfaches mehr Information speichern können als heute. Entwickler aus aller Welt arbeiten derzeit daran, die Speicherkapazität zu erhöhen, d.h. mehr Daten auf immer kleinerer Fläche unterzubringen. Der Haken: In dieser Größenordnung sehen die Wissenschaftler nicht, was sie tun - ein nicht zu unterschätzendes Handikap; zumal mit immer höherer Speicherdichte immer kleinere Maßstäbe gesetzt werden sollen. Um eine Vorstellung zu geben: Bereits heute spielt sich die Datenspeicherung im Bereich von etwa einem halben Mikrometer ab - also halb so groß wie ein tausendstel Millimeter.
Um einen prüfenden Blick auf die Oberfläche der kommenden Festplatten-Generationen zu ermöglichen, haben sich im Rahmen eines EU-Projektes drei Universitäten mit drei Firmen zusammengeschlossen: das Trinity College Dublin (Irland), die Universität Nijmwegen (Holland), die Universität des Saarlandes, das Europäische Forschungszentrum der US-Firma Seagate (Nordirland) und die deutschen Unternehmen Triple-O und Nanosensors.
Aus der Saar-Universität ist der Lehrstuhl des Experimentalphysikers und Nanotechnologie-Experten Prof. Uwe Hartmann beteiligt. Die Aufgabe der Arbeitsgruppe um Prof. Hartmann und Dr. Ulrich Memmert ist es, die Magnetokraftmikroskopie weiterzuentwickeln. Hartmann hatte bereits mit der Entwicklung des so genannten Raster-SQUID-Mikroskops erstmals ermöglicht, magnetische Strukturen mit bislang nicht erreichter Empfindlichkeit zu untersuchen, wofür er den Philip-Morris-Forschungspreis erhielt. Ihm und seinem Team ist es darüber hinaus kürzlich gelungen, große Fortschritte bei der Abbildung von menschlichen Chromosomen und von DNS-Molekülen zu erzielen.

Im Rahmen des EU-Projektes geht es jetzt darum, Abbildungsmethoden für die Oberfläche der zukünftigen Festplatten zu entwickeln. Von den heutigen können die Saarbrücker Forscher bereits scharfe Bilder aufnehmen.
Sie arbeiten nun an der Weiterentwicklung ihrer Methode.
Die Daten einer Festplatte sind magnetisch auf ihr abgespeichert. Durch die kleinen Magnetfelder entstehen auf der Platte Strukturen, die ähnlich wie regelmäßige Sanddünen aussehen. Wie der Tonarm eines Plattenspielers wandert die "Nadel" des Mikroskops in unvorstellbar kleinem Abstand über die Oberfläche - die Weiterentwicklung dieser "Nadel" ist eine Saarbrücker Spezialität; ihre Spitze ist 50 Nanometer, d.h. 50 millionstel Millimetern fein. Durch die Magnetfelder auf der Festplatte wird die Nadel beim darüber Gleiten angezogen und abgestoßen. Die Messdaten, die durch das Auf und Ab der Spitze gesammelt werden, werden vom Computer in eine Landschaft umgerechnet - ein genaues Abbild der Oberfläche, auf dem z.B. Beschädigungen offensichtlich werden.

Die Koordination des EU-Projektes liegt in den Händen des European Project Office der Saar-Uni.

Sie haben noch Fragen? Dann setzen Sie sich bitte in Verbindung mit
Prof. Dr. Uwe Hartmann (Tel: 0681 / 302 - 3798, email:
u.hartmann@rz.uni-sb.de
) oder Dr. Ulrich Memmert (Tel: 0681 / 302 - 4555, email: u.memmert@rz.uni-sb.de).

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Claudia Brettar |

Weitere Berichte zu: Experimentalphysik Festplatte Millimeter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik