Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europas größtes Forschungspotential vereint

25.06.2001


Die Fraunhofer-Gruppe Informations- und Kommunikationstechnik vereint Europas größtes Forschungspotenzial

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Integration des GMD-Forschungszentrums Informationstechnik GmbH in die Fraunhofer-Gesellschaft ist die Bildung der Fraunhofer-Gruppe Informations- und Kommunikationstechnik (IuK). Einstimmig wurden Prof. Dr.-Ing. José L. Encarnação vom Fraunhofer-IGD zum Vorsitzenden und Prof. Dr. Ulrich Trottenberg vom GMD-Institut SCAI zum Stellvertreter gewählt.


Vorausgegangen waren intensive Vorbereitungen in einem Steering Committee unter Leitung von Prof. Hans-Jörg Bullinger und in einem paritätisch besetzten Lenkungsausschuss von Fraunhofer- und GMD-Institutsleitern unter Leitung von Prof. Encarnação und Prof. Trottenberg. Nach Ausarbeitung des umfangreichen Forschungsprogamms »Leben und Arbeiten in einer vernetzten Welt« in diesem Lenkungsausschuss, der Verabschiedung einer Geschäftsordnung und der Wahl der Vorsitzenden kann die IuK-Gruppe nun ihre Arbeit aufnehmen. Die Mitglieder der IuK-Gruppe wählten einstimmig Prof. Dr.-Ing. José L. Encarnação, den Leiter des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt, zum Vorsitzenden und Prof. Dr. Ulrich Trottenberg, den Leiter des GMD-Instituts für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI in Birlinghoven, zum stellvertretenden Vorsitzenden.

Die Fraunhofer IuK-Gruppe besteht aus 15 Instituten mit mehr als 2 000 Mitarbeitern und einem Budget von über 170 Mio Euro - die nach Volumen und thematischer Breite größte und sichtbarste Forschungsgruppe für Informations- und Kommunikationstechnik in Europa und eine der größten in der Welt.

Prof. Encarnação und Prof. Trottenberg haben sich mit der IuK-Gruppe das anspruchsvolle Ziel gesetzt, der deutschen Informations- und Kommunikationstechnik zu einer international führenden Position zu verhelfen - in der Forschung wie auch in der Anwendung. Das Programm »Leben und Arbeiten in einer vernetzten Welt«, für das drei Jahre lang je 35 Mio Mark Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bereitstehen, bildet die geeignete Startbasis, um dies zu erreichen. Denn das Programm konzentriert sich auf die anwendungsorientierte Erforschung der strategischen Zukunftsthemen: Dazu zählen neue Technologien für die Kern- und Zugangsnetze der kommenden Internetgeneration, für die Unterstützung von persönlicher Mobilität und von mobilen Diensten und Endgeräten, für die Verbesserung des Arbeitslebens, des Lernens, der Sicherheit und für interaktive Simulation.

Mit dem Internet besteht erstmals ein weltweiter, nahezu flächendeckender Zugang zu allumfassender Information. Doch Informationsflut, Sicherheitsmängel und Kapazitätsengpässe im World Wide Web zeigen auch deutlich die Grenzen der heutigen Technologien. Für die Wissensgesellschaft von morgen brauchen wir neue leistungsfähigere Technologien und Dienste. Information nutzbar zu machen, heißt Wissen aus einer immensen Datenflut zu erzeugen und zu jeder Zeit, an jedem Ort verfügbar zu machen. Aufgabe ist, nutzerfreundliche Lösungen zu schaffen, in denen der Mensch im Zentrum steht: Systeme, die Sprache, Gestik und Mimik »verstehen« oder sogar auf Emotionen reagieren.

Die Zusammenarbeit soll nun genutzt werden, um »eine neue gemeinsame inhaltliche Kultur innerhalb der IuK-Gruppe zu schaffen - das Beste aus FhG und GMD«, wie es Prof. Encarnação formuliert. Parallel dazu soll, so der neue Vorsitzende, die IuK-Gruppe auch ihr eigenes Profil innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft entwickeln und schärfen - mit spezifischen Partnern in der Wirtschaft sowie einem eigenen Markt. Darüber hinaus wird die Kooperation mit den anderen Fraunhofer-Verbünden verstärkt, um weitere Anwendungsbereiche erschließen und die IuK-Technologien in der Wirtschaft besser durchsetzen zu können. Schon jetzt sind viele Fraunhofer-Institute anderer Fachrichtungen in die Projekte eingebunden.

»Innovationen aus der Informationstechnik schaffen neue Märkte, stimulieren aber auch die >Old Economy< nachhaltig«, unterstreicht Prof. Trottenberg die Bedeutung für die gesamte Industrie: »Die Informationstechnik ist zum Motor tiefgreifender, globaler Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft geworden. Das technologische und wirtschaftliche Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Deshalb stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung«, so der stellvertretende Vorsitzende der IuK-Gruppe. Die Fraunhofer IuK-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Wirtschaft und Gesellschaft bei diesem Wandel der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft fundiert, kompetent und effizient zu unterstützen.

Zur IuK-Gruppe gehören folgende Institute:

  • Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Erlangen: www.iis.fhg.de
  • Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB, Karlsruhe: www.iitb.fhg.de
  • Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST, Berlin: www.isst.fhg.de
  • Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, Kaiserslautern: www.iese.fhg.de
  • Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart: www.iao.fhg.de
  • Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Darmstadt: www.igd.fhg.de
  • Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM, Kaiserslautern: www.itwm.fhg.de
  • GMD-Institut für Autonome intelligente Systeme AiS, St. Augustin: http://ais.gmd.de
  • GMD-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST, Berlin: www.first.gmd.de
  • GMD-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, St. Augustin: http://fit.gmd.de
  • GMD-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, Berlin: www.fokus.gmd.de
  • GMD-Institut für Medienkommunikation IMK, St. Augustin: http://imk.gmd.destadt: www.darmstadt.gmd.de/IPSI
  • GMD-Forschungseinheit Biomolekulare Informationsverarbeitung BioMIP, St. Augustin: www.gmd.de/BIOMIP/


Kurzportrait: Prof. Encarnação

Prof. Dr.-Ing. José Luis Encarnação ist Professor für Informatik an der Technischen Universität Darmstadt und dort seit 1975 Leiter des Fachgebietes Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS).

Er ist seit 1987 Direktor des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD, leitet als Vorstandsvorsitzender das Zentrum für Graphische Datenverarbeitung e.V. (ZGDV) und ist Stifter der INI-GraphicsNet Stiftung. Das von ihm geleitete institutionelle Forschungsnetzwerk (INI-GraphicsNet) mit zirka 800 Beschäftigten bildet weltweit einen der größten Schwerpunkte für neue Medien und neue Kommdes Netzwerkes aktiv bei der Ausgründung unterstützt. José L. Encarnação hat Elektrotechnik an der TU Berlin studiert und mit dem Dr.-Ing. abgeschlossen. Er ist Autor einer großen Anzahl von Veröffentlichungen in international rezensierten Zeitschriften sowie Autor und (Mit-) Herausgeber vieler deutscher und englischer Bücher und Tagungsbände zu Themen seines Fachgebietes. Prof. Encarnação ist Mitglied verschiedener nationaler und internationaler Gremien. Er war von 1995 bis 2001 Mitglied der Hauptkommission und des Senats der Fraunhofer-Gesellschaft, sowie Vorsitzender des »Lenkungskreis Fachliche Integration« und Mitglied des Steering-Committees für den Fusionsprozess von FhG und GMD.

www.igd.fhg.de/~jle/enc_cv.html


Kurzportrait: Prof. Trottenberg

Prof. Ulrich Trottenberg, geschäftsführender Leiter des Instituts für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI), GMD-Forschungszentrum Informationstechnik GmbH, ist seit 1977 C4-Professor für Angewandte Mathematik (an den Universitäten Bonn, Essen und Köln). Er war und ist in zahlreichen nationalen und internationalen Projekten und Initiativen wie SUPRENUM, GENESIS, EUROPORT, AUTOBENCH und in Kommissionen des Wissenschaftsrats engagiert. 1987 übernahm er den Vorsitz der Kommission zur Einrichtung des Höchstleistungsrechenzentrums (GMD, KFA, DESY). Professor Trottenberg gründete 1991 die PALLAS GmbH als Geschäftsführer und fungiert seit 1992 als Vorsitzender des Beirats dieses Unternehmens. Seit 1992 ist er Koordinator der deutschen HPSC-Initiative (High Performance Scientific Computing), seit 1989 Mitglied des Kuratoriumsvorstands der Wissenschaftspressekonferenz, seit 1993 Vorsitzender des Beirats des Minerva-Gauß-Center for Scientific Computation in Israel. Trottenberg erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter den Humboldt-Preis für die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland. Das 2001 veröffentlichte Lehrbuch »Multigrid« stammt aus seiner Feder. 1995-96 war Ulrich Trottenberg Gastprofessor am Courant-Institute for Mathematical Sciences der New York University.

Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne Fotos von Prof. José L. Encarnação und Prof. Ulrich Trottenberg.


Kurzprofil INI-GraphicsNet
Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphi-sche Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt. Weitere Institutionen des Netzwerkes sind das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Computergraphik in Chemie und Pharmazie (AGC) in Frankfurt, das Fraunhofer Center for Research in Computer Graphics (CRCG) in Providence, Rhode Island (USA), das Fraunhofer Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur und das Centro de Compu-tação Gráfica (CCG) in Guimarães und Coimbra (Portugal).

Innerhalb des Netzverbundes sind an den sechs Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie rund 560 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Bei einem Haushalt von über 41 Millionen EURO bildet das INI-GraphicsNet weltweit den größten Forschungsverbund auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung.

Bernad Lukacin | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Europäisches Konsortium baut effizientestes Rechenzentrum der Welt
22.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Geheime Datensammler auf dem Smartphone enttarnen
21.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Zellen auf Wanderschaft: Falten in der Zellmembran liefern Material für nötige Auswölbungen

23.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Magnetfeld-Sensor Argus „sieht“ Kräfte im Bauteil

23.11.2017 | Physik Astronomie

Max-Planck-Princeton-Partnerschaft in der Fusionsforschung bestätigt

23.11.2017 | Physik Astronomie