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Prozesskontrolle via Internet

11.01.2001


Ralf Behnke, M.Sc (Eng), (r.) und Dr.

Shuanghua Yang aus Loughborough werden in dem Projekt

zusammenarbeiten.


Prozesskontrolle

via Internet, in zehn

Jahren gängige Praxis?


Eine technische Großanlage in zentralen, übergeordneten Prozessparametern in Echtzeit über das Internet überwachen und steuern, diesem Fernziel dient eine Zusammenarbeit englischer und deutscher
Wissenschaftler. Im Sommer dieses Jahres startet die Forschungskooperation zwischen Professor Dr.-Ing. Peter F. Elzer vom Institut für Prozess- und Produktionsleittechnik der TU Clausthal und Professor Dr. James L. Alty und Dr. Shuanghua Yang vom Institut für Informatik der Universität Loughborough in Großbritannien.

"Stellen Sie sich vor, in einem Kraftwerk tritt ein unbekannter Zustand auf, der erfahrenste Mitarbeiter ist aber gerade auf einem Auslandseinsatz in Schanghai. Es hilft nicht, er muss nach Hause fliegen und das Bedienpersonal vor Ort beraten. Das Internet ermöglicht nun, Anlagensteuerung und hochqualifiziertes Bedienpersonal, wo immer es sich auf diesem Globus befindet, zusammenzubringen. Das bedeutet eine Steigerung der Qualität und der Effizienz", erklärt Professor Elzer die Zielsetzung des Vorhabens.

Um diesem Ziel näher zu kommen, soll nun das Clausthaler Labor von Großbritannien aus (Loughborough) betrieben werden. Die Clausthaler Forscher betreiben - im Labormaßstab - eine computergesteuerte und -überwachte Meerwasserentsalzungslage. Rund vierzig Parameter sind regelbar; angefangen von der Temperatur, über die Leitfähigkeit, den Füllstand, die Leistung der Rührer und Pumpen, die Öffnung der Ventilklappen.

Eine Prozesskontrolle im Sinne geschlossener Regelschleifen ist nicht vorgesehen, da solche Regelsysteme zu einem definierten Zeitpunkt Antwortbefehle auf Änderungen von Prozesswerten verlangen. Im Worldwide Web kann es aber jederzeit zu "Staus" kommen, diese verlangsamen auf unvorhersehbare Weise Übertragungsraten. Sinnvoll ist daher nur die Übermittlung übergeordneter Prozessinformationen. Der "Anschluss" der Prozesskontroll-Daten "ans" Internet soll mit einer plattformunabhängige Software, z.B. "Java" erfolgen.

Ein Konzept einer Prozesskontrolle via Internet verlangt zudem die Beantwortung einiger weiterer grundlegender Fragen: Wie ist die technische Sicherheit der Anlage unter den neuen Bedingungen zu gewährleisten? Und wie kann sichergestellt werden, dass nur ein autorisierter Kreis Zugang zu den via Internet übermitteln Prozessdaten erhält? Welche Prozessparameter kommen für die Internet-Steuerung in Frage? Wie weit dürfen die Eingriffsmöglichkeiten der aus der Entfernung teilnehmenden Experten reichen? Wie wird das Bedienpersonal in der realen Leitwarte mit diesen virtuellen Arbeitspartnern zusammenarbeiten können?

Ergebnis des Projektes soll eine Design-Methodologie für die Prozesskontrolle via Internet sein. Professor Alty wird sich mit seinem Team vornehmlich mit der sicheren Auslegung des Systems befassen und hierzu vorhandene Internetwerkzeuge auf ihre Zuverlässigkeit testen, das Clausthaler Team um Professor Elzer übernimmt die Gestaltung einer menschengerechten und arbeitsoptimalen Form der Informationsdarbietung. Der Projektanteil der englischen Partner wird vom British Research Council finanziert. Die Arbeiten starten im Sommer dieses Jahres und sind vorerst auf drei Jahre angelegt.


Weitere Informationen:
TU Clausthal
Institut für Prozess- und Produktionsleittechnik
Prof. Dr.-Ing. Peter F. Elzer
E-Mail: elzer@ipp.tu-clausthal.de
Julius-Albert-Straße 6
D-38678 Clausthal-Zellerfeld, Germany
Telefon: +49-5323-72-7500
+49-5323-72-7501
Telefax: +49-5323-72-7599

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Jochen Brinkmann | idw

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