Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Random Walk - Geomagnetische Online-Messungen

04.05.2000


Random Walk - Messung ohne

Raster


... und was dabei

herauskommt


Präzise messen, Zeit und Geld sparen

Vorbei sind die Zeiten, in denen Geophysiker mit ihren Meßgeräten zentimetergenau ein mit Pflöcken und Maßbändern abgestecktes Feld abschreiten. Das Institut für Geophysik der Ruhr Universität Bochum hat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Montan Technologie GmbH (DMT) in Essen ein neues Messverfahren entwickelt, das geophysikalische Untersuchungen losgelöst von einem starren Messraster, also im Random Walk, ermöglicht und durch eine Online-Auswertung der Daten die sofortige Interpretation der Ergebnisse liefert. Eine Präsentation des Random Walk Messsystems findet am Donnerstag, den 11.5.2000 ab 11:00 am DMT Stand auf der Terra Invest Herne statt. Die Entwicklungen zum Random-Walk-Projekt werden vom Ministerium für Schule, Weiterbildung und Forschung des Landes NRW finanziell unterstützt.

Zerstörungsfrei Altlasten aufspüren

Mit geophysikalischen Messverfahren lassen sich zerstörungsfrei detaillierte Informationen über eine unbekannte Untergrundstruktur ableiten. Ein großes Einsatzgebiet für magnetische und elektromagnetische Verfahren ist das Auffinden und Abgrenzen versteckter Altlasten, wie z.B. Fässern oder Bomben im Boden, die Baugrunderkundung sowie die Detektion von verschütteten Schächten und Deponien.

Herkömmliche Methoden sind zeitaufwändig und teuer

Traditionell erfolgt eine geophysikalische Messung in zwei Schritten: Zunächst wird im Messgebiet ein regelmäßiges Raster mit konventionellen geodätischen Methoden eingemessen und ausgepflockt. Anschließend findet auf diesem Raster die eigentliche geophysikalische Messung statt. Bei flächenhaften Messungen mit einer hohen Messpunktdichte ist üblicherweise sowohl der zeitliche als auch der finanzielle Aufwand für die geodätischen Vermessungen höher als für die geophysikalischen Untersuchungen.

Satellitengestützte Messungen ohne Raster

Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h. c. Lothar Dresen haben in Kooperation mit der DMT in Essen Verfahren, Algorithmen und Software für ein völlig neues Messkonzept entwickelt, das Messungen losgelöst von einem regelmäßigen Raster erlaubt. Durch Einbeziehung des modernen satellitengestützten Navigationssystems GPS mit einer Genauigkeit von einigen Zentimetern erfolgt die geodätische Messung gleichzeitig mit der geophysikalischen Messung, was eine Loslösung von dem festen Raster ermöglicht. Der zeitliche und finanzielle Aufwand, der mit der geodätischen Einmessung verbunden ist, entfällt, und Geländebegebenheiten wie Bäume und andere Hindernisse können problemlos umgangen werden.

Messdaten effizient auswerten

Die Messdaten werden über Funkstrecken in einen Computer übertragen, in dem diese in Echtzeit auf einem Bildschirm dargestellt werden. Der Messtruppleiter kann daher sofort entscheiden, in welchen Bereichen des Messgebietes weitere Daten aufgenommen werden müssen. Somit werden die Messwerte ausschließlich an solchen Stellen verdichtet, an denen Anomalien vermutet werden. Hierdurch ergibt sich gegenüber traditionellen Untersuchungsmethoden eine weitere Zeit- und Kostenersparnis, da gleiche Ergebnisse mit weniger Messaufwand erzielt werden können.

Völlig neuer Ansatz

Die Zusammenführung von Geophysik und einem GPS-System sowie die Online-Auswertung und die dadurch ermöglichte adaptive Messweise stellen national sowie international einen völlig neuen Ansatz dar. Er ermöglicht schnellere und kostengünstigere geophysikalische Messungen mit einer höheren Präzision, als dies durch konventionelle Messungen erfolgen kann.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Dr. h.c. Lothar Dresen, Institut für Geophysik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel.: 0234 32-23292 / -27361, Fax: 0234/ 32-14-181, E-mail: dresen@angewandte-geophysik.ruhr-uni-bochum.de

Bernd Hildebrandt, Deutsche Montan Technologie GmbH, GeschäftsbereichGeoTec, Exploration und Geo-Engineering, Am Technologiepark 1, 45307 Essen, Tel. 0201/172-1970, Fax: 0201 172-1640, E-mail:hildebrandt@dmt.de

Dr. Josef König |

Weitere Berichte zu: DMT Geophysik Random

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schnelle Time-to-Market durch standardisierte Datacenter-Container
28.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Modellfabrik Industrie 4.0: Forschungs- und Trainingsplattform für Wissenschaft und Wirtschaft
28.03.2017 | Hochschule Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten