Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Projekt: Entwicklung neuer Software und Methoden zur Prüfung von Webseiten auf Barrierefreiheit

24.09.2004


Ein Konsortium internationaler Partner entwickelt neue Software und Methoden zur Prüfung von Webseiten auf Barrierefreiheit. Auch komplexe Design-Anforderungen sollen damit automatisiert ’prüfbar’ werden. Koordiniert wird das EU-Projekt durch Forscher des Fraunhofer-Instituts FIT. Vom 30.09.2004 bis 01.10.2004 treffen sich die Partner auf Schloss Birlinghoven in Sankt Augustin zum Projektstart.



Nicht nur die rechtliche Situation, die seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Gleichstellung Behinderter am 1. Mai 2002 entstanden ist, sondern handfeste wirtschaftliche Gründe sprechen dafür, Webseiten barrierefrei zu machen. Allein in Deutschland leben über eine halbe Million Sehbehinderte und etwa 155.000 Blinde. Hinzu kommen zahlreiche bewegungsbehinderte, lernbehinderte und auch hörgeschädigte Menschen. Ohne durchgängig barrierefreies Web-Design haben diese benachteiligten Mitbürger nur stark eingeschränkten Zugang zum Internet.



Die technischen Anforderungen für Barrierefreiheit sind in der "Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung", kurz BITV genannt, festgeschrieben. In vierzehn Punkten steht dort, was für Barrierefreiheit erforderlich ist. Leider werden diese Anforderungen immer noch nur von wenigen Websites erfüllt. Ein Grund dafür ist, dass es immer noch sehr aufwendig ist, zu prüfen ob eine Website barrierefrei ist. Die heute verfügbaren automatisierten Analysewerkzeuge für Barrierefreiheit können lediglich 70% der BIT-Verordnung abprüfen. Der Rest kann aufgrund seiner Komplexität nur aufwendig durch Experten-Tests evaluiert werden.

"Die Navigation ist ein einfaches Beispiel", so Yeyha Mohamad, Mitarbeiter des Kompetenzzentrums Barrierefreie Informations- und Kommunikationstechnologie für Alle (BIKA) am Fraunhofer-Institut FIT. "Die heute verfügbaren Analysewerkzeuge erkennen Navigationselemente lediglich als einzelne Links. Zur Prüfung, ob die Navigation konsistent auf der gesamten Website implementiert ist, muss die Software selbstständig wiederkehrende Links auf verschiedenen Seiten richtig interpretieren können. Das ist heute leider noch Zukunftsmusik."

Das soll sich dank des Projekts BenToWeb ändern, das das Fraunhofer-Institut FIT koordiniert. Ein Konsortium internationaler Partner wird in den nächsten drei Jahren neue Software-Module und Methoden entwickeln, um die Empfehlungen der Web Accessibility Initiative (WAI) - auf diese internationalen Empfehlungen bezieht sich auch die deutsche BITV - automatisiert prüfen zu können. Darunter fallen beispielsweise Prüfungen auf konsistente Navigation eines Webportals, auf einfache und verständliche Sprache oder richtige Farbgestaltung, wie Harmonisierung von Vordergrund- und Hintergrundfarben und unterschiedlicher Kontraste.

Das Projekt BenToWeb wird im IST Programm der europäischen Kommission gefördert. Partner im Projektkonsortium sind Multimedia Campus Kiel, FernUniversität Hagen, Universität Linz, ISdAC International Association (Belgien), University of the Aegean (Griechenland), Katholieke Universiteit Leuven, Stichting Bartiméus Accessibility ACCESS ( alle Niederlande); City University London (Großbritannien) und University of Toronto (Canada).

Alex Deeg | idw
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb
27.06.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Überschwemmungen genau in den Blick nehmen
27.06.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Touch Displays WAY-AX and WAY-DX by WayCon

27.06.2017 | Power and Electrical Engineering

Drones that drive

27.06.2017 | Information Technology

Ultra-compact phase modulators based on graphene plasmons

27.06.2017 | Physics and Astronomy