Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stundenplanung in Sekundenschnelle

12.07.2004


Stundenpläne in Handarbeit zu erstellen, ist ein zeitraubendes Unterfangen. © Fraunhofer FIRST


Endlich Ferien! Während Schüler und Studenten sie am kühlen See genießen können, steht Rektoren und Planern der Arbeitsschweiß auf der Stirn: Die undankbare Erstellung der Stundenpläne ruft. Auch heute noch wird sie meist von Hand erledigt. Auf einer Tafel verschiebt und sortiert die Lehrerschaft Kärtchen mit Namen oder Fächern so lange, bis alles zu passen scheint, bis jede Veranstaltung am richtigen Ort stattfindet, Dozenten nur dann eingesetzt werden, wenn sie verfügbar sind, und Studenten nicht an zwei Veranstaltungen gleichzeitig teilnehmen müssen. Es sind die vielen Randbedingungen (neudeutsch constraints), die die Stundenplanung zu einer langwierigen und komplizierten Arbeit machen: Sie kann Tage oder sogar Wochen in Anspruch nehmen. Mit einem Constraint-basierten Programmierverfahren, das Forscher des Fraunhofer-Instituts für Rechnerarchitektur und Softwareplanung FIRST entwickelt haben, ist ein widerspruchsfreier Veranstaltungsplan dagegen in Sekundenschnelle erstellt - auch in nahezu aussichtslos erscheinenden Fällen.


Bei der klassischen Programmierung werden die unendlich erscheinenden Kombinationsmöglichkeiten Schritt für Schritt durchprobiert. Erst anschließend folgt ein Abgleich mit den Randbedingungen. Eine schnelle und genaue Lösung komplexer Aufgaben ist meist nicht möglich. »Die Constraint-Methode dagegen nutzt die Randbedingungen aktiv, um die Lösung einzugrenzen«, erklärt Hans-Joachim Goltz von der FIRST-Abteilung Planungstechnik PlanT. »Ein Beispiel dafür: Ein Sportlehrer darf nicht Musik im Chemieraum geben. Die Suche erfolgt daher unter einer wesentlich kleineren Anzahl von Kombinationsmöglichkeiten.« In einem interaktiven Modus hat der Anwender die Möglichkeit, einzelne Veranstaltungen von vornherein auf einen bestimmten Ort oder Termin festzulegen oder sie nachträglich zu verschieben. Wechselt der Planer wieder in den automatischen Modus, haben die von ihm getroffenen Entscheidungen Vorrang und werden nicht zurückgenommen.

Planer von der Charité-Universitätsmedizin Berlin lassen den Vorlesungsplan bereits durch die Constraint-Programmierung erstellen: Studenten aus neun Semestern, rund 600 Veranstaltungen pro Woche und 70 Räume an verschiedenen Standorten müssen organisiert werden. »Auch in der Wirtschaft wird die Constraint-Programmierung mehr und mehr zum Goldstandard werden«, ist sich Goltz sicher. »Schon heute gibt es etliche Firmen, die sie kommerziell einsetzen, beispielsweise in der Verkehrsplanung.«


Ansprechpartner:
Dr. Hans-Joachim Goltz
Telefon 0 30 / 63 92-18 69
Fax 0 30 / 63 92-18 05

Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur
und Softwaretechnik FIRST
Kekuléstraße 7, 12489 Berlin

Dr. Hans-Joachim Goltz | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.first.fraunhofer.de/conbatt
http://www.first.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie