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Freie Fahrt für freie Bürger - morgen auch auf der Rostocker Datenautobahn

05.07.2004


Rostocker Informatiker rufen Open Network Initiative ins Leben



Viele Anwender kennen das Open Source Konzept. Programmierer schreiben Software und stellen den Quellcode der Allgemeinheit frei zur Verfügung. Jeder kann das Programm benutzen, weiterentwickeln, verteilen und eigene Ideen hinzufügen. Die eigenen Beiträge müssen aber der Allgemeinheit wiederum frei zur Verfügung gestellt werden. Dieses Konzept funktioniert so gut, dass innerhalb weniger Jahre mit Linux ein komplettes Open Source Betriebssystem entwickelt wurde, das es mit dem Marktführer Windows aufnehmen kann. Der Trick: Ein weltweites Team begeisterter Informatiker bringt mehr Fantasie und Produktivität auf als die Angestellten einer einzelnen Firma.

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Dieses Konzept kann auch auf Netzwerke übertragen werden. Bereits heute kommunizieren die Bürger in Brisbane und Djursland über ihre eigenen drahtlosen lokalen Netze. Hat ein Teilnehmer eines solchen Community-Netzwerks einen Internet-Anschluss, so kann er über diesen auch seine Kollegen mit Internet-Anbindung versorgen: Die Daten werden über das eigene drahtlose Netzwerk, von Balkon zu Balkon, von Wohnzimmerantenne zum Laptop weitergefunkt. Jeder trägt Kommunikationsleistung bei und teilt diese mit der Allgemeinheit. Beteiligen sich genügend Interessenten an einem solchen offenen Netzwerk, so kann sogar kostenlos regional telefoniert werden: Ein SmartPhone oder PDA mit Anschluss an das Community-Netz kann als Handy genutzt werden. Diese Geräte fungieren zugleich als Telefonvermittlung und reichen das Gespräch von Knoten zu Knoten weiter, bis es den Adressaten erreicht. Die aktuelle Funktechnologie des WLAN Standards geht nur wenige hundert Meter weit und mit der Anzahl Benutzer sinkt auch die Bandbreite. Erst wenige Geräte unterstützen die als Wireless Distribution System oder Mesh Networking bezeichnete Funktionalität, Datenpakete beliebig weiterzuvermitteln. Fragen der Sicherheit und der Zuverlässigkeit sind zu lösen. Daher stecken solche offenen Bürgernetze heute erst in den Kinderschuhen. Mit den neuen Funkstandards WIMAX und MBWA stehen aber seit kurzem höhere Datenraten und Reichweiten bis zu 50 km zur Verfügung. Bereits 2005 soll diese Technik für alle erschwinglich sein. Dann kann ein WIMAX Hotspot die WIMAX-Laptops in der KTV drahtlos mit Internet versorgen und auch das kostenlose Stadtteil-Telefonat wird möglich.

Ein Offenes Netzwerk besteht hauptsächlich aus den Endgeräten seiner Teilnehmer. Diese dienen als Vermittlungszentralen und leiten die Daten regional weiter. Soll mit weit entfernten Computern kommuniziert werden, so muss nur eines der Endgeräte Internet-Anschluss besitzen, die anderen Endgeräte stellen die Daten durch. Ähnlich wie "Open Source" wird auch "Open Network" die IT Landschaft nachhaltig verändern. Bevor es aber heißt "Laptops aller Stadtteile verbindet euch", sind noch viele Detailfragen zu für Informations- und Kommunikationsdienste der Universität Rostock hat unter www.opennet-forum.de eine Initiative gestartet, die nun auch in Rostock das Konzept der Offenen Netze fördert. Bei Linux war der Open Source Gedanke erfolgreich. Daher soll auch bei offenen Netzen nicht im Alleingang entwickelt oder vermarktet werden. Man setzt auf Idealismus und Eigenverantwortung begeisterter Informatiker. Für die Rostocker Initiative haben sich bereits Interessenten gemeldet und ein erster Sponsor für WIMAX-Hardware ist gefunden. Werden sie die ersten sein, die in Rostock gratis auf dem offenen Netz telefonieren?

Prof. Clemens Cap
Fachbereich Informatik
T: 0381 498 3390
e-mail: clemens.cap@inf.uni-rostock.de

Dr.-Ing. Karl-Heinz Kutz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

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