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Neue Technologien für die Brandfrüherkennung

24.06.2004
Haben Sie Angst vor Feuer?

Wohl alle Menschen beantworten diese Frage mit einem schnellen und klaren „JA“, denn die Angst vor Feuer ist ein uralter Instinkt, den wir trotz aller Technik und Zivilisation nicht unterdrücken können. Zu der natürlichen Angst vor Feuer kommt heute noch die Sorge vor dem materiellen Schaden, den ein Feuer in unserer hochtechnisierten Umwelt anrichten kann. Aus diesen Gründen gibt es Branderkennungs- und Löschsysteme in allen gewerblichen und industriellen Bereichen, aber auch zunehmend im privaten Bereich.


Schon lange bevor ein offenes Feuer ausbricht würde das Camerabased Fire Verification System (CFVS) einen Alarm melden

Feuer an Bord eines Passagierflugzeugs ist nicht nur wegen der auf engstem Raum konzentrierten Passagiere und empfindlichen technischen Systeme sehr gefährlich, die fehlenden Fluchtwege und die sehr begrenzten Ressourcen zur Feuerbekämpfung verschärfen die Situation in technischer und psychologischer Hinsicht erheblich. Während ein Feuer im Passagierbereich von Besatzung und Passagieren allein am Geruch meist frühzeitig entdeckt und bekämpft werden kann, besteht diese Möglichkeit für die unzugänglichen Frachtbereich nur sehr eingeschränkt. Bei den meisten kleinen Flugzeugen (bis ca. 200 Passagiere) gibt es in den Frachtbereichen oft nicht einmal einfachste Rauchmelder oder Löschsysteme, d.h., etwa 50% des gesamten Flugzeugvolumens bleibt so während vieler Flugstunden völlig unkontrolliert. Nur in den großen Maschinen (z.B. Boeing 747 oder Airbus A330/340 und der neue A380) sind einfache Rauchmelder zusammen mit einem Halon-System (spezielles Gas-Löschsystem) zur Feuerunterdrückung installiert.

Der Mensch erkennt Feuer häufig am Geruch oder am Knacken und Knistern der Flammen. In jedem Fall aber wird ein Mensch versuchen, das Feuer zu „sehen“, um sich einen visuellen Eindruck von Art und Umfang des Feuers und letztlich dem davon ausgehenden Gefahrenpotential zu verschaffen.

m-u-t Aviation-Technology GmbH hat ein kamerabasiertes System zur Brandfrüherkennung in Frachträumen von Flugzeugen entwickelt, um genau dieses natürliche Verhalten des Menschen zu unterstützten. Das Camerabased Fire Verification System (CFVS) nutzt neueste Methoden der softwaregestützten Bildanalyse, um Feuerund Rauchereignisse selbständig zu erkennen. Zusätzlich stellt es dem Benutzer Live- Videobilder für die eigene Einschätzung der Gefahrensituation zur Verfügung. Die Videobilder werden durch eingeblendete grafische Symbole und die farbliche Markierung der Gefahrenzonen ergänzt, um dem Betrachter eine schnelle Orientierung und Entscheidung zu ermöglichen.

Grundsätzlich gilt, je früher ein Brand entdeckt wird, desto effektiver und schneller kann man ihn bekämpfen und desto geringer können Personen- und Materialschäden gehalten werden. Auch dieser Tatsache trägt das neuartige System Rechnung. Wärmequellen ab ca. 350°C (z.B. ein beginnender Kabelbrand) werden zuverlässig erkannt, lange bevor es zur Entwicklung von offenen Flammen kommt. Das patentierte optische System ist dabei nicht auf eine direkte Sicht auf die Wärmequelle angewiesen, sondern kann diese auch anhand reflektierter Strahlung hinter Hindernissen oder in Zwischenräumen erkennen.

Das System wurde für den Einsatz in Flugzeugfrachträumen entwickelt und wird derzeit in intensiven Tests auf den Einsatz vorbereitet.

Die oben beschriebenen Eigenschaften eröffnen aber weitere Einsatzgebiete wie zum Beispiel die Überwachung von Lagerhäusern und Archiven, Maschinen- und Generatorräumen (z.B. Windkraftanlagen, Notstromversorgungen), Waggons und Containern für Gefahrgut, Tunneln und Depots, Treibstofflager, Einrichtungen auf Seeschiffen aller Art.

In den genannten Einsatzbereichen kann das CFVS die heutigen Systeme nicht nur völlig ersetzen, sondern dem Nutzer überdies wichtige Zusatzfunktionen bereitstellen:

· Direkte Sicht auf die Gefahrenquellen (S/W-Video)

· Playback-Funktion für aufgezeichnete Videodaten

· auch bei starker Rauchbildung Unterstützung und Kontrolle von Löschmaßnahmen durch räumliche Auflösung der Gefahrenbereiche

· Einblendung von Zusatzinformationen und farbliche Markierung von Gefahrenbereichen

· Kombination mit Zugangskontrolleinrichtungen und Nutzung als Bewegungsmelder

Volker Leisten | m-u-t AG
Weitere Informationen:
http://www.mut-group.com

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