Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chance vertan: UMTS wird kein Weltstandard

08.05.2001


Wer Urlaub in Übersee machen will, kann sein neues UMTS-Handy gleich zu Hause lassen. Die Mobilfunknetze der dritten Generation werden wieder kein weltweiter Standard sein. Der Grund: Die Highspeed-Mobilfunknetze benutzen
je nach Kontinent verschiedene Frequenzbänder. Vielreisende haben das Nachsehen. Sie müssen teure Universalgeräte, die auf verschiedenen Frequenzen arbeiten, leihen oder kaufen. Die Mängel der alten GSM-Handynetze werden so in die Zukunft weitergetragen, obwohl es technisch anders möglich wäre. Die beteiligten Länder hätten sich nur auf Frequenzen einigen müssen, die weltweit verfügbar sind. Durch die mangelhafte Kooperation wird der internationale Mobilfunkmarkt gebremst, so die Einschätzung der Mummert + Partner Unternehmensberatung.

Die dritte Generation des Mobilfunks steht bereits am Start. Allerdings gibt es verschiedene Varianten der neuen Funknetze. In Japan und Europa wird UMTS verwendet. Aber die für weltweite Telekommunikations-Regulierung zuständige Organisation, die International Telecommunications Union (ITU), hat noch zwei andere Standards zugelassen: In den USA wird "CDMA2000" benutzt, in Fernost "UWC-136". Diese Varianten sind technisch verwandt mit UMTS, verwenden aber unterschiedliche Frequenzbänder. Die Folge: Wer ein UMTS-Handy in Europa kauft, kann es in den USA nicht verwenden. Die üblichen Endgeräte werden die verschiedenen Standards nicht verstehen. Videoübertragungen per Handy aus dem USA-Urlaub wird es vorerst nicht geben.

Die weltweite Vernetzung der Wirtschaft erfordert Endgeräte, die gerade im wichtigen Markt USA funktionieren. Doch die in Europa verwendeten Frequenzen für UMTS sind in den USA teilweise schon von anderen Diensten belegt. Das Problem unterschiedlicher Standards ist schon aus den zurzeit verwendeten GSM-Netzen bekannt. Aber die beteiligten Länder haben wenig dazugelernt und diese Hürde nicht beseitigt - obwohl das möglich gewesen wäre. Das Ergebnis: Zwischen Europa und Übersee pendelnde Manager werden weiterhin mehrere Geräte bei sich tragen müssen. "Durch die Inkompatibilität der Standards wird der Markt für die dritte Generation des Mobilfunks insgesamt gebremst", so die Einschätzung von Thomas Spiegelmeier, UMTS-Experte der Mummert + Partner Unternehmensberatung.

Mobile Commerce, die wirtschaftliche Nutzung drahtloser Technologien, wird erst mit den schnellen Übertragungsraten von UMTS in Gang kommen. Zurzeit befindet sich nach Meinung von Experten der Markt in einer Konsolidierungsphase, erst ab Ende 2001 ist Wachstum zu erwarten. Jede Verunsicherung des Kunden - etwa durch die fehlenden Weltstandards - bedeutet einen Dämpfer für die neue Technologie und gefährdet den erhofften M-Commerce-Boom. Nur wenn das Vertrauen der Kunden gewonnen werden kann, wird die Zahl der Mobilfunknutzer in Deutschland auf etwa 63 Millionen im Jahr 2005 steigen. Damit wird die Bundesrepublik die größte Handynutzer-Gemeinschaft Europas. Der Anteil Deutschlands am europäischen M-Commerce-Umsatz wird auf 18 Prozent für das Jahr 2003 geschätzt. Das europäische Marktvolumen wird dann die 20-Milliarden-Euro-Grenze knapp überschritten haben. Dies ermittelte die Mummert + Partner Unternehmensberatung einer aktuellen Studie zu den Potenzialen des M-Commerce für Finanzdienstleister.

 ots |

Weitere Berichte zu: Endgerät Frequenzbänder Mobilfunk UMTS Weltstandard

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft
21.07.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Affen aus dem Weltraum zählen? Neue Methoden helfen die Artenvielfalt zu erfassen
21.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten