Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Datennetze der Zukunft heißen Next Generation Networks NGN

04.08.2003


Telefonate und Internetdaten über die gleiche Leitung zu transportieren, führt oft zu Qualitätseinbußen. Es sei denn, die Sprachdaten sind so gekennzeichnet, dass sie Vorrang haben. Ein Integrated Access Device genanntes Gerät eignet sich für Next Generation Networks.


Mit dem IAD genannten Gerät ist es möglich, digitale Sprach- und Internetdaten über eine Leitung zu übertragen - doppelt so schnell wie in herkömmlichen DSL-Netzen. © Fraunhofer ESK



Die Datennetze der Zukunft heißen Next Generation Networks NGN. Darin können digitale Telefongespräche und Internetdaten gleichzeitig übertragen werden. Der Vorteil: Für beide wird nur noch eine gemeinsame Leitung benötigt. Das kann die Kosten ganz erheblich senken. Innerhalb der Leitung muss jedoch die Priorität der einzelnen Datenpakete geregelt werden - andernfalls kann es bei Telefongesprächen zu Aussetzern oder Verzögerungen kommen. "Voice over IP" heißt dabei das Zauberwort. Im Prinzip bedeutet es, dass Sprachdaten, die per Internet Protokoll IP unterwegs sind, immer Vorfahrt haben. Also: Auf der Datenautobahn schön links fahren und, wenn es eng wird, mit Blaulicht an den weniger eiligen Daten vorbeipreschen. Sind die Telefondaten nicht mit "Blaulicht und Linksblinker" ausgestattet, können Teile des Gesprächs im Netz stecken bleiben. Ein flüssiger Dialog ist so nicht möglich und die Tonqualität ist schlechter als über eine herkömmliche analoge Leitung.

... mehr zu:
»Datennetz »IAD »NGN »Network »Next


Neue Leitungen sind für NGN nicht nötig, aber neue Geräte. Sie müssen die Telefondaten in der richtigen Weise paketieren und mit der Priorität versehen. "Wir haben eine solche Schnittstelle zwischen Rechner, Telefon und Netz entwickelt", sagt Dr. Helmut Steckenbiller von der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK in München. "Unser Integrated Access Device oder kurz IAD ist etwa so groß wie ein Anrufbeantworter. Der Prototyp besitzt acht analoge Telefonanschlüsse und kann in NGN auch als Telefonanlage genutzt werden. Die Verbindung zu Datennetzen erfolgt über eine Ethernet- und eine USB-Schnittstelle." Das IAD ist dafür ausgelegt, Daten in beiden Richtungen symmetrisch zu übertragen - sie werden also genauso schnell gesendet wie empfangen. Mit dieser SHDSL-Technik (Symmetric High Bitrate Digital Subsriber Line) erreicht das IAD eine Übertragungsgeschwindigkeit, die doppelt so hoch sein kann wie in derzeit üblichen asymmetrischen DSL-Netzen. Große Datenmengen, wie sie etwa bei Videokonferenzen anfallen, lassen sich so in Echtzeit übertragen.

"Die Geräte und das Know-how stehen bereits zur Verfügung", sagt Steckenbiller. "Nun fehlt nur noch der Startschuss von den Netzbetreibern." Wenn sie ihre Leitungen aufrüsten, liegt die dazu passende Anschlusstechnik ebenfalls parat: Sie wurde von Siemens in Zusammenarbeit mit der ESK entwickelt. Sind die nötigen Gegenstücke installiert, kann der Endnutzer mit einem IAD im Geschwindigkeitsrausch die Vorteile des Next Generation Networks genießen.

Ansprechpartner:
Dr. Helmut Steckenbiller
Telefon 0 89 / 54 70 88-3 80, Fax -2 25, helmut.steckenbiller@esk.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.esk.fraunhofer.de/projekteundprodukte/projektbeschreibung_0.html
http://www.fraunhofer.de/mediendienst

Weitere Berichte zu: Datennetz IAD NGN Network Next

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik