Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovaties AR-System ermöglicht nahtlose Integration virtueller Gegenstände in reale Umgebungen

14.05.2003


Innovaties AR-System ermöglicht nahtlose Integration virtueller Gegenstände in reale Umgebungen.



Wer kennt die Problematik nicht: Im Möbelgeschäft sieht der Kleiderschrank gut aus und scheint in die Einrichtung zu passen. Zu Hause aufgebaut tritt dann die Ernüchterung ein: zu groß, farblich nicht ganz passend oder einfach für die bestehende Einrichtung ungeeignet. Durch innovative Informations- und Kommunikationstechnologien gehört dieses Risiko bald der Vergangenheit an. Denn mit Technologien der Augmented Reality (AR), auch Erweiterte Realität genannt, lassen sich Möbel bereits vor dem Kauf im Zimmer platzieren und die entsprechende Wirkung wahrnehmen.



Ein einziges Foto reicht für das virtuelle Möbelrücken bereits aus. Das System rekonstruiert aus dem digitalisierten Bildmaterial eine dreidimensionale Szene mit unterschiedlichen Kameraeinstellungen. Dadurch lassen sich die ausgesuchten Möbel realistisch in dieser Szene plazieren und von allen Seiten betrachten. Dabei spielt der Standort keine Rolle. Ein Kleiderschrank kann problemlos auch hinter einem anderen Gegenstand wie etwa dem Bett "aufgebaut" werden.

Die notwendigen Lösungen dafür entwickeln Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes ARIS (Augmented Reality Image Synthesis) gemeinsam mit Forschungs- und Industriepartnern wie etwa IKEA. Hauptziel ist es, virtuelle Objekte, wie etwa Möbelstücke, nahtlos in eine Augmented-Reality-Umgebung zu integrieren. Ob dies gelingt, hängt im hohen Maße von einer realistischen Beleuchtungssimulation ab. "Das ist nicht so einfach, wie es klingt", weiß Projektleiter Christian Knöpfle vom Fraunhofer IGD. "Wenn beispielsweise die Schatten der virtuellen Möbel nicht vorhanden sind, scheinen diese im Raum zu schweben. Erst die richtige Beleuchtung der Objekte und die exakte Zuordnung der Schatten lassen einen realistischen Eindruck entstehen." Dann ist auch die Darstellung unterschiedlicher Stimmungen kein Problem. Ob Regen, Sonnenschein oder Abenddämmerung, die Beleuchtungssimulation lässt die begehrten Möbelstücke im gewünschten Licht erscheinen.

Das virtuelle Möbelrücken wurde bereits in einer Demoversion umgesetzt. Die gescannten Fotos der betreffenden Räumlichkeiten werden dabei an einen Webserver gesendet. Das System erstellt automatisch einen dreidimensionalen Raum und berechnet die Lichtverhältnisse. Per Mouseklick können dann die verschiedene Möbelstücke eingesetzt werden. Zusammen mit IKEA Griechenland (House Market) wird das System getestet. "Wir haben schon eine Reihe guter Ergebnisse erzielt. Bereits in zwei Jahren könnte es in die Praxis umgesetzt werden", so der AR-Experte Knöpfle weiter.

Doch ARIS ist nicht nur für Möbel geeignet. Denkbar sind Anwendungen wie Brillen- und Kleiderkauf. Auch die Regalbestücker in den Supermärkten und Kaufhäusern könnten die Wirkung der Produkte auf diese Weise bequem testen, bevor teure Aufbauten erfolgen. Darüber hinaus könnten in ein reales Bild oder ein Video virtuelle Fahrzeuge oder andere Objekte eingeblendet werden.

Ansprechpartner:

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Fraunhoferstraße 5, 64283 Darmstadt
Christian Knöpfle
Telefon: 06151 - 155-122
Fax: 06151 - 155-196
E-mail: Christian.Knoepfle@igd.fraunhofer.de

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://aris-ist.intranet.gr
http://www.igd.fhg.de/igd-a4/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Störungsfreie Kommunikation für die Fabriken von morgen
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen