Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IPSI entwickelt Verfahren zum benutzerspezifischen Indizieren und Retrieval von Multimedia-Daten

13.01.2003


Primavera - Der zweite Frühling für die Informationstechnologie bei Funk und Fernsehen


Primavera bietet ein grafisches und adaptives Darstellungsschema, das die Verwendung von Symbolen für genau definierte Benutzergruppen, beispielsweise Redakteure, Archivare oder Cutter, erlaubt.


Mit Hilfe von "Relevanzsphären" stellt Primavera dar, inwieweit gefundenes Bildmaterial definierten Kriterien entspricht.



Bild- und Tondokumente werden in der Rundfunk- und Fernsehindustrie immer häufiger digital gespeichert - Multimedia-Dateien aber waren bisher nur sehr zeitraubend wiederzufinden und zu durchsuchen. Dabei ist es extrem wichtig, im Produktionsalltag möglichst schnell und effizient verschiedenartigste Daten jederzeit abrufbar zu machen. Das schaffen jetzt die Mitarbeiter des ORF (Österreichischer Rundfunk, Wien), bei dem eine Testinstallation des "Primavera"-Projektes seit Ende Oktober 2002 läuft. Beteiligt an der Entwicklung eines Systems zur benutzerspezifischen Indizierung und zum Retrieval von Multimediadaten war das Fraunhofer Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) in Darmstadt.



Die Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Hemmje arbeiteten auf der Grundlage des media-Archive-Systems, einem vollständigen, verteilten Content-Management-System, entwickelt von der Tecmath AG Kaiserslautern, der auch die Gesamtleitung des Primavera-Projektes oblag.

Das media-Archive erlaubt beispielsweise Digitalisierung, Annotation, (textbasierte) Suche und Browsen und Schneiden von Videoclips. Den Experten des IPSI ist es gelungen, eine neuartige Infrastruktur zur Erstellung von Fernsehbeiträgen auf der Grundlage bereits existierender Archivinhalte (Prinzip der Wiederverwendungssynergie) zu entwickeln.
Das System zeichnet sich durch eine flexible, einfach zu aktualisierende System-Architektur aus und erleichtert dadurch die Integration neuer Module mit erweiterten Multimedia-Funktionalitäten in die schon bestehenden Content- und Asset-Management-Systeme.

Weiterhin gelang es der Projektgruppe, für "Primavera" ein grafisches und adaptives Darstellungsschema (3D User Interfaces) zu kreieren, das die Verwendung von Symbolen für genau definierte Benutzergruppen, beispielsweise Redakteure, Archivare oder Cutter, erlaubt.

Ein weiterer Fortschritt bei der Arbeit mit Multimedia-Daten ist die Entwicklung der sogenannten Image-Similarity-Tools, die im Gesamtsystem für die Suche und Filterung sowie Annotation von schon bestehendem Filmmaterial eingesetzt werden.

Tausende von Videostunden effizient automatisch darstellen

Ein Hauptergebnis des EU-geförderten Projektes ist die Gestaltung eines effizienten und modularen Systems für die Suche in verteilten Archiven und das kollaborative Sichten und Weiterverarbeiten von Suchergebnissen. Damit ist es möglich, mehrere tausend Videostunden effizient automatisch darzustellen und einen effektiven Suchmechanismus zu verwenden.
Die inhaltsbasierte Abfrage, Suche und Erschließung von multimedialen Daten durch sogenannte Relevanz-Feedback-Techniken erlaubt eine Neustrukturierung der Informationslandschaften und somit die Darstellung der durch die Benutzerabfrage neu erschienenen Ähnlichkeitsbeziehungen.

Für "Primavera" wurde, aufbauend auf media-Archive, ein kollaboratives Content- und Asset- Management-System entwickelt, das es den einzelnen Benutzern ermöglicht, basierend auf den jeweiligen Interessens- und Aufgabenprofilen, einen Satz von Abfragen und Ergebnissen jeweils projektorientiert zu erarbeiten, zu speichern, zu manipulieren und zu verwalten.
Darüber hinaus entwickelten die Experten des "Primavera"-Projektes neue nützliche Möglichkeiten des Datenabrufs. Das Spektrum reicht von der Erschließung der Benutzungs-/Wiederbenutzungsmöglichkeiten des archivierten Materials in neuen Produktionen, über die Erzeugung nützlicher Multimedia-Abstraktionen, bis hin zu einer grafischen Schnittstelle als Basis für die Generierung einer virtuellen interaktiven Videorecherche und Produktionsumgebung.

Eine natürliche Interaktion zwischen Benutzern und dem Multimedia-Such-und Produktionssystem wird durch die Benutzung visueller und realer Metaphern erreicht.
Partner des zweijährigen EU-Projektes sind ausser IPSI und Tecmath das ITC-Instituto Trentino Di Cultura (Trient, Italien) und der ORF-Österreichischer Rundfunk (Wien), bei dem eine erfolgreiche Testinstallation durchgeführt wurde.

Firmenkontakt:

Prof. Dr. Matthias Hemmje
Bereichsleiter des Arbeitsgebietes Delite - Virtuelle Informations- und Wissensumgebungen
Fraunhofer IPSI, Dolivostr.15, D-64293 Darmstadt
Telefon 06151 - 869-844, Fax 06151 - 869-6844
E-mail: hemmje@ipsi.fhg.de

Michael Kip | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipsi.fraunhofer.de
http://ipsi.fraunhofer.de/ipsi/press/press_releases/2002/030113primaverabildmaterial.htm

Weitere Berichte zu: Annotation Multimedia-Daten Retrieval Videostunde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops