Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jungforscher knackt Geschwindigkeitsrekord: Datenübertragung auf Chips fast doppelt so schnell

12.11.2002


Jungforscher knackt Geschwindigkeitsrekord: Datenübertragung auf Chips fast doppelt so schnell


Der erst 26-jährige Doktorand Daniel Kehrer hat mit einem experimentellen Halbleiterschaltkreis einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord bei der Datenübertragung in CMOS aufgestellt.


Dies gelang ihm bei Corporate Research (Forschung & Entwicklung) von Infineon Technologies in München. Mit 40 Gbit/s (40 Milliarden Bit pro Sekunde) verdoppelte er nahezu die im Februar ebenfalls von Infineon erreichte Bestmarke von 25 Gbit/s. Durch den geschwindigkeitsoptimierten Chip lassen sich schon in Kürze kostengünstiger noch leistungsfähigere Chips für Kommunikationsnetzwerke mit PCs, Handys, sowie Automobil- und Industrieanwendungen herstellen.

Das Forschungsergebnis ist ein Resultat der gezielten Nachwuchsförderung und der hervorragenden Mikrochip-Technologie von Infineon. Das achtköpfige Team der Abteilung für Hochfrequenz-Forschung beschäftigt derzeit neben Daniel Kehrer fünf weitere Doktoranden. Das große persönliche Engagement jedes Einzelnen und das Zusammenspiel zwischen jungen Talenten und einem erfahrenen Team sind die Basis für zahlreiche weltweit anerkannte Spitzenergebnisse.


Das Team arbeitet eng mit den Technischen Universitäten Wien und Cottbus sowie der Universität Bochum zusammen. Das Unternehmen will begabten Studenten die Nutzung der neuesten Technologien für Schaltungen ermöglichen, da Universitäten häufig nicht das erforderliche teuere Equipment zur Verfügung steht. Die Kooperation mit Universitäten wird bei Infineon als sehr wichtig erachtet.

Einfacher mobil ins Internet

Heute ist die mobile Nutzung des Internets häufig noch zu langsam und zu umständlich. Die leichte Handhabung mobiler Geräte zur Nutzung des Internet erfordert komplexe Hochgeschwindigkeits-ICs (integrated circuits). Darüberhinaus sind für eine dauerhafte Nutzung bei drahtlosen Kommunikations- und Informationsanwendungen mit PCs und Handys stromsparende Chips unabdingbar.

Auch in der drahtgebundenen Kommunikation zeichnen sich große Aufgabengebiete für die neue Chiptechnik ab. Hier wird derzeit der Markt für Systeme mit 10 Gbit/s erschlossen, aber die mit den 40-Gbit-Chips erreichbare Reserve in der Geschwindigkeit führt zur deutlichen Reduktion des Leistungsverbrauchs in Geräten der nächsten Generation.

Technischer Background

Der 40 Gbit-Rekord wurde auf Basis von CMOS (Complementary Metal-Oxide Semiconductor), dem Standardverfahren für die Chipherstellung, erreicht. Bisher waren diese hohen Datenraten nur mit SiGe (Silizium-Germanium) oder mit aufwendigen und damit teureren Prozesstechniken wie GaAs (Gallium-Arsenid) oder InP (Indium-Phosphit) erreichbar. Ziel der Hochfrequenzforschung ist, die Übertragungsgeschwindigkeit von Halbleiterschaltungen in der wesentlich einfacher und preiswerter herzustellenden CMOS-Technologie so weit zu steigern, dass sie die bisher verwendeten, teureren Bauelemente ersetzen können. Für den Rekord wurden die Schaltungstechnik optimiert und die Bauelemente in der Schaltung so eng wie möglich angeordnet. Dazu wurden die spezifischen Eigenschaften der einzelnen Bauteile genauestens erforscht und für die Schaltung bestmöglich genutzt. So wird Geschwindigkeit gewonnen und Leistungsaufnahme verringert. Damit stellen die gezeigten Forschungsergebnisse einen bahnbrechenden Erfolg bei der Weiterentwicklung von Komponenten dar, welche heute diskret mit SiGe HF-Bauteilen und CMOS Logik-Chips realisiert und von Infineon momentan produktiv vertrieben werden.

Reiner Schönrock | Infineon Technologies AG
Weitere Informationen:
http://www.infineon.com

Weitere Berichte zu: CMOS Datenübertragung Gbit/s Handy Schaltung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise