Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chips nachbilden und testen

11.11.2002


Selbst Küchengeräten wird mit anwendungsspezifischen Chips das Mitdenken beigebracht. Sollte bei der Entwicklung der Schaltkreise nicht alles nach Plan laufen, kostet es Zeit, Geld und Nerven. Ein Emulator, der auf der electronica zu sehen ist, bildet ASICs nach.



Selbst die Kaffeemaschine fängt bald an zu "denken". Zumindest zeichnet sich ein klarer Trend ab, dass alle möglichen Elektrogeräte mit Chips ausgestattet werden, die nicht von der Stange kommen. Wenn anwendungsspezifische integrierte Schaltungen (ASICs) entwickelt werden, vergeht einige Zeit. "Vom ersten Kontakt mit dem Kunden bis zum fertigen Prototypen kommen leicht eineinhalb Jahre zusammen", weiß Holger Kappert, Gruppenleiter am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg. "Schlimmer wird’s, wenn die parallel beim Kunden entwickelte Hard- und Software am Ende mit dem ASIC nicht vernünftig zusammenarbeitet. Dann können neues Chipdesign und Fertigungsschritte die Entwicklungszeit ins Endlose treiben!" Um solchen langen und wiederholten Zyklen zu entkommen, bieten die IMS-Forscher auf der Messe electronica in München ihren SoC-Emulator an (12. bis 15. November in Halle A3, Stand M04).

... mehr zu:
»ASIC »Emulator »Hardware »Schaltung


Wie arbeitet ein solches System? Der System-on-Chip-Emulator bildet gemeinsam mit der dazu entwickelten Software den Chip nach. Physikalisch muss der ASIC noch gar nicht gefertigt sein, um ihn auf Herz und Nieren testen zu können. Über einen an das Gerät angeschlossenen Computer sieht der Fachmann, in welchen Bereichen der Chip wie gewünscht arbeitet und in welchen es hapert. Für Entwickler bringt dies erhebliche Vorteile mit sich, wie Kappert betont: "Durch das virtuelle Testen und die schnelle Anpassung des in Soft- und Hardware verankerten Chipdesigns verkürzt sich die Entwicklungszeit um einige Monate. Gleichzeitig erkennen Kunde und Entwickler, welche Funktionen erweitert oder vereinfacht werden sollten. Das spart noch einmal Zeit, Geld und Nerven."

Zu einigen Features des Systems: Die Entwicklungssoftware versteht Java, wodurch die Funktionen des ASICs auch aus der Ferne via Internet geprüft werden können. Der Emulator ist kompatibel zu Windows, Unix und Linux - läuft also auf nahezu allen Betriebssystemen der Diagnosecomputer. Die Hardware gewährleistet, dass die Aufgaben in Echtzeit verarbeitet und angezeigt werden können. Reine Softwarelösungen leisten dies nicht, denn sie benötigen mehr Rechenzeit als der ASIC für seine Datenverarbeitung. Und schließlich ist der Emulator sehr flexibel: Der Anwender kann ihn von der Hardware bis zu den Anzeigefenstern der Software sehr frei nach seinem Bedarf konfigurieren.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Holger Kappert
Telefon 02 03 / 37 83-1 86, Fax -2 66, kappert@ims.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Reneé Lerch
Telefon 02 03 / 37 83-1 87, lerch@ims.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS
Finkenstraße 61
47057 Duisburg


Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.ims.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: ASIC Emulator Hardware Schaltung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie