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IBC 2002: Erste frei erhältliche DRM-Radiosoftware sowie erster seriennaher DRM-Empfänger

09.09.2002


DRM stellt auf der IBC 2002 zwei bedeutende Weiterentwicklungen vor Sondervorführung von Liveübertragungen auf der IBC Amsterdam
am Samstag, den 14. September, 11 Uhr

Amsterdam - Das DRMÔ-Konsortium zeigt auf der IBC 2002 erstmalig einen seriennahen OEM-Weltempfänger für den Empfang von Digital Radio Mondiale (DRM) sowie eine Vorab-Version des ersten DRM Software Radios. Die beiden Entwicklungen - der Weltempfänger stammt von Coding Technologies in Zusammenarbeit mit der BBC und dem deutschen Endgerätehersteller AFG, das Software Radio vom Fraunhofer IIS-A - werden auf der IBC 2002 in einer Sonderveranstaltung mit DRM-Live-Übertragungen vorgestellt. Gleichzeitig startet die Registrierung für das "DRM Software Radio"-Projekt: Damit können erstmals qualifizierte Funkamateure und DXer DRM-Übertragungen hören, ohne DRM-Mitglieder zu sein. Die Software für den Radioempfang wird zum Preis von 60 Euro erhältlich sein, das Projekt unter Leitung von VT Merlin Communications startet im Dezember. An der Live-Präsentation, die am Samstag, den 14. September auf dem DRM-Stand in der Radio Hall (Halle 8, Stand 485) stattfindet, wird auch Peter Senger, Vorsitzender des DRM-Konsortiums und Direktor Marketing, Vertrieb und Technik bei der Deutschen Welle, teilnehmen.

Die DRM-Entwicklung schreitet extrem schnell voran", so Peter Senger. "Unsere Testübertragungen, die wir im nächsten Jahr weltweit starten werden, rücken immer näher. Wir laden daher alle Rundfunkbegeisterten ein, den DRM-Übertragungen zuzuhören und uns ihre Erfahrungen in unserem Softwareradio-Projekt mitzuteilen. Außerdem freuen wir uns, die ersten beiden seriennahen DRM-Empfänger vorstellen zu können. Damit eröffnet sich den Endgeräte-Herstellern ein kostengünstiger Weg zur Massenproduktion von DRM-Empfängern."

Das DRM-System ist das weltweit einzige nicht-proprietäre Rundfunk-System für digitale Kurz-, Mittel- und Langwelle, das bereits vorhandene Frequenzen und Bandbreiten rund um den Erdball nutzen kann. Die UKW-nahe Tonqualität bedeutet eine erhebliche Verbesserung der bisherigen analogen AM-Qualität und wird diese Übertragungsbänder weltweit neu beleben. Das DRM-Konsortium setzt sich aus 75 Rundfunkanstalten, Sender-, Antennen- und Geräteherstellern, Forschungseinrichtungen und Netzwerkbetreibern zusammen.


"DRM Software Radio"-Projekt

Das "DRM Software Radio" ist eine mit weniger Funktionen ausgestattete Version des vom Fraunhofer IIS-A entwickelten professionellen Software-Empfängers und speziell für den Privatgebrauch entwickelt. Seine Eigenschaften: aacPlus-Audiodecodierung (MPEG AAC+SBR), Multimediaempfang, Servicewahl. Zudem kann die Empfangsqualität protokolliert und später an DRM verschickt werden. Die Audiodecoder-Software wurde von Coding Technologies bereitgestellt.

Radiobegeisterte Interessenten können sich für das "DRM Software Radio"-Projekt während der IBC 2002 auf dem DRM-Stand voranmelden und sich dort oder auf der DRM-Webseite www.drm.org registrieren. Über diese Webseite laufen über zwei Jahre hinweg Support und Vertrieb der Software. Neben allgemeinen Informationen zum Projekt gibt es dort ein Diskussionsforum, Beispiele umgebauter Empfänger sowie den Analyse-Bereich, wo die Protokolle der DRM-Übertragungen analysiert werden.

Teilnehmer müssen folgende Kriterien erfüllen: Betriebssystem: Windows 2000, Windows XP, oder Windows 98. AT-kompatibler PC mit 500 MHz Intel Pentium Prozessor (oder gleichwertig), 64 MB Arbeitsspeicher, 50 MB freier Speicherplatz,16-bit Audiokarte (SoundBlaster oder kompatibel), die 48 kHz Vollduplex-Modus unterstützt; Eingang ohne AGC (Automatic Gain Control), beispielsweise: Creative SoundBlaster Live! oder "USB One" USB-Audioschnittstelle. Eine Kompatibilitätsliste befindet sich in Vorbereitung und wird auf der DRM-Webseite zur Verfügung stehen. Zusätzlich wird ein Kurzwellen-Empfänger benötigt, beispielsweise ein AOR7030 oder jeder andere Empfänger, der sich modifizieren lässt. Diese Modifikation besteht in einer zusätzlichen Platine, die eine Zwischenfrequenz (ZF, IF) von 12 kHz erzeugen kann. Einige Firmen bieten derartige Platinen bereits an.
Die Zwischenfrequenz von 12 kHz ist nötig für die PC-Soundkarte, in deren Frequenzbereich sie liegt. Viele Radiogeräte haben eine Zwischenfrequenz von 455 kHz, die Platine setzt diese Frequenz um. Die Soundkarte selbst wird für die Analyse des DRM-Signals benötigt.

Seriennahe DRM-Empfänger

Die zwei seriennahen OEM-Endgeräte basieren auf einem von Coding Technologies entwickelten Systemdesign mit modularem Aufbau. Im ersten Gerät, dem Muster eines echten Consumer-Gerätes, befinden sich HF- und Audio-Decoder-Modul in einem modernen Weltempfänger-Gehäuse. Der zweite Empfänger nutzt nur das Audio-Decoder-Modul in einem modifizierten AR7030 Kurzwellen-Empfänger der Referenzklasse von AOR. An dem von Coding Technologies geleiteten Entwicklungsprojekt waren auch die BBC (British Broadcasting Corporation) sowie die Fürther Firma AFG beteiligt.

Der DRM-Standard selbst arbeitet mit der Audiokompressions-Technologie aacPlus, einer Kombination der von Coding Technologies entwickelten SBR (Spectral Band Replication) Technologie und MPEG AAC (Advanced Audio Coding).

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Das "Digital Radio MondialeÔ"-Konsortium wurde 1998 gegründet. Die DRM-Mitglieder stammen aus 29 verschiedenen Ländern, unter anderem aus Ecuador, Tunesien, Deutschland, China, den Vereinigten Staaten, Nigeria, Finland, Indien, Großbritannien, Japan, Spanien und Australien.
Auf seinem rasanten Weg zur weltweiten Standardisierung wurde das DRM-System als Systemvorschlag bei der ITU (International Telecommunications Union) zur Standardisierung eingereicht und im April 2001 von der ITU als offizielle Empfehlung verabschiedet. Im Oktober 2001 wurde das DRM-System unter ETSI (European Telecommunications Standards Institute) standardisiert. Im März 2002 erfolgte mit der "Publicly Available Specification" des Systems beim IEC (International Electrotechnical Commitee) ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Einführung des Systems im Jahr 2003.

DRM-Hörbeispiele sind online unter www.drm.org verfügbar.


Coding Technologies sorgt für guten Klang: Seine fortgeschrittenen Audio-Kompressionstechnologien entwickelt und vermarktet das schwedisch-deutsche Unternehmen in den Bereichen digitaler Rundfunk, Internet-Audio und Mobilfunk. Die von Coding Technologies entwickelte SBR-Technologie wird bereits im MP3-Nachfolger mp3PRO und beim hocheffizienten Kompressionsverfahren aacPlus eingesetzt. Sie ist Bestandteil offener Multimedia-Standards wie zum Beispiel Digital Radio Mondiale (DRM) und ist derzeit Referenzmodell in MPEG-4. Die Kunden von Coding Technologies sind Systementwickler, Chipsatz- und Endgerätehersteller sowie Content-Anbieter. An den Standorten Stockholm und Nürnberg sind derzeit mehr als 25 Mitarbeiter beschäftigt, darunter viele ehemalige Mitarbeiter des renommierten Fraunhofer Institutes für integrierte Schaltungen, wo schon der MP3-Standard entwickelt wurde.
Weitere Informationen gibt es unter http://www.codingtechnologies.com


Die Fraunhofer-Gesellschaft mit Hauptsitz in München gehört mit ihren 56 Einzelinstituten und zahlreichen nationalen und internationalen Arbeitsgruppen zu den führenden Forschungsgesellschaften Europas. Rund 11 000 Mitarbeiter engagieren sich in der angewandten Forschung.
Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS-A mit Hauptsitz in Erlangen ist heute die größte Einrichtung innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Spektrum an Dienstleistungen reicht von Beratung und Konzeptentwicklung über Hard- und Softwaredesign bis hin zu Systementwicklung und Erstellen von Prototypen.
In enger Kooperation mit den Auftraggebern aus der Industrie forschen die Erlanger Wissenschaftler auf folgenden Gebieten: Embedded Communications, drahtgebundene, drahtlose und optische Netzwerke, Nachrichtenübertragung, Hochfrequenztechnik, digitaler Rundfunk, IC-Entwicklung für analoge und digitale Systeme, Entwurfsautomatisierung, Audio- und Multimediatechnik, Hochgeschwindigkeits-Kameras, Bildsensorik, industrielle und medizinische Bildverarbeitung, Röntgentechnik, Kommunikationstechnik für die Verkehrslogistik.
Auf 13 500 qm Labor- und Bürofläche arbeiten 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Gebiet der Vertragsforschung für die Industrie, für Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Einrichtungen. Das Budget von 50 Millionen Euro wird bis auf eine Grundfinanzierung in Höhe von 20 Prozent aus der Auftragsforschung finanziert. Der Industrieanteil beträgt dabei ca. 50 Prozent.


VT Merlin Communications, Teil der VT-Gruppe, ist der führende Kommunikationsdienste-Anbieter im Raumfahrt-, Verteidigungs- und Rundfunkbereich. Das Spektrum sensibler Kommunikationsdienstleistungen reicht von technischem Support über Betriebsführung bis zu Projekt- und Programmmanagement. VT Merlin verfügt über umfangreiche Erfahrung bei Entwurf, Aufbau, Betrieb und Unterhaltung von Kommunikationseinrichtungen weltweit.
Zu den Kunden von VT Merlin Communications zählen beispielsweise die European Space Agency (ESA), BBC World Service, das britische Verteidigungsministerium oder QinetiQ. VT Merlin betreibt das weltweit größte Kurzwellennetzwerk und überträgt pro Tag mehr als tausend Stunden Programme auf Kurz- oder Mittelwelle. Das globale Netzwerk der Firma versorgt Rundfunkanstalten mit außerordentlichen Reichweiten in den bevölkerungsdichtesten Regionen der Welt und verfügt über Kapazitäten zur weltweiten Ausstrahlung von Rundfunkprogrammen. Derzeit sendet VT Merlin für die wichtigsten internationalen Rundfunkveranstalter wie BBC World Service, Australian Broadcasting Corporation, NHK (Radio Japan), Radio Canada International, Radio Netherlands und Voice of America.


Zu den DRM-Mitgliedern zählen FARB (Australien); Nautel Ltd., Radio Canada International/CBC (Kanada); Academy of Broadcasting Science of China (China); Riz Transmitters (Kroatien); HFCC (Tschechische Republik); ESPOL, HCJB World Radio (Ecuador); Egyptian Radio and TV Union (Ägypten); Digita Oy, Kymenlaakso Polytechnic (Finnland); Atmel ES 2, CCETT, Radio France, Radio France Internationale, TéléDiffusion de France, Thales Broadcast & Multimedia (Frankreich); APR, Coding Technologies, Deutsche Welle, DeutschlandRadio, DLM, Sender Europa 1, Fraunhofer IIS-A, Innovationszentrum Telekommunikationstechnik GmbH IZT, IRT, Medienanstalt Sachsen-Anhalt/Digitaler Rundfunk Sachsen-Anhalt, Micronas GmbH, Robert Bosch GmbH, Sony International Europe, SWR Südwestrundfunk, TELEFUNKEN SenderSysteme Berlin AG, T-Systems MediaBroadcast, University of Applied Sciences - FH Merseburg, University of Hannover, Universität Ulm, VPRT (Deutschland); Antenna Hungaria, Communications Authority Hungary (Ungarn); All India Radio (Indien); RAI (Italien); Hitachi Kokusai Electric Ltd., JVC Victor Company of Japan, Ltd., NHK (Japan); Libyan Jamahiriya Broadcasting (Libyen); Broadcasting Centre Europe (Luxemburg); Asia Pacific Broadcasting Union (Malaysia); Nozema, Radio Netherlands (Niederlande); Radio New Zealand International (Neuseeland); Voice of Nigeria (Nigeria); Telenor/Norkring (Norwegen); Main Centre for Control of Broadcasting Networks/Voice of Russia (Russland); Universidad del Pais Vasco, (Spanien); Factum Electronics AB, Radio Sweden International, Teracom SE (Schweden); EBU, International Committee of the Red Cross, ITU (Schweiz); Arab States Broadcasting Union (Tunesien); BBC, Christian Vision, VT Merlin Communications, QinetiQ, RadioScape Ltd., Roke Manor Research Ltd. (UK.); Dolby Laboratories Licensing Corporation, IDT Continental Electronics, Harris Corporation, IBB/VOA, National Association of Shortwave Broadcasters, Sangean America, Inc.,TCI, a Dielectric Company (USA) ; und Radio Vaticana (Vatikanstaat).

Elvira Gerhäuser | idw
Weitere Informationen:
http://www.iis.fraunhofer.de/
http://www.drm.org/
http://www.codingtechnologies.de/

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