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Elektrogeräte hören auf’s Wort

03.09.2002


Die nutzerfreundlich gestalteten Schnittstellen ermöglichen es nicht nur, Elektrogeräte wie Fernseher, Videorekorder, Lampen oder Rollos einfach fernzusteuern.
© Fraunhofer IGD




Mit den Segnungen der Informationstechnologie haben nicht nur ältere Menschen und Behinderte ihre liebe Müh’. Hat die gedruckte Gebrauchsanweisung für Computer oder Anrufbeantworter noch viele früher oder später zur Weißglut gebracht, so ist es inzwischen etwas besser geworden: Eingebaute elektronische Handbücher - vielleicht sogar mit Hilfefunktionen - oder ShowView bei Videorekordern erleichtern es, die immer komplexeren Einstellungen vorzunehmen. Wie angenehm wäre eine Schnittstelle, die den Benutzer versteht: »Nimm mir den Krimi heute Abend im ersten Programm auf!« - und er tut’s. Diese Kommunikation zwischen Mensch und Geräten zu verbessern, ist das Ziel von EMBASSI - dem Projekt Elektronische Multimediale Bedien- und Service-Assistenz. Es ist eins von sechs verwandten Leitprojekten, die seit 1999 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Auf der Tagung »Mensch und Computer«, die vom 2. bis 5. September in Hamburg stattfindet, zeigen die Projektpartner, was derzeit technisch möglich ist.


Während dieser Veranstaltung konzentrieren sich Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD und ihre Projektkollegen auf elektrische und elektronische Geräte im Haushalt. »Die klassische Fernbedienung haben wir durch Funktionen erweitert, die alle möglichen Geräte steuern können«, erläutert Dr. Thomas Kirste, der das Projekt im Institutsteil Rostock betreut. »Wenn Sie im Sessel sitzen und fernsehen möchten, können Sie alle Lampen einzeln dimmen oder die Rollos herunterlassen ohne aufzustehen.« Möglich wird diese Selektivität durch kleine Infrarotsensoren, die an allen Geräten angebracht sind. Die Richtung, in die die Fernbedienung zeigt, bestimmt das zu schaltende Gerät. In der nächsten Stufe, die ebenfalls in Hamburg vorgeführt wird, ermitteln ein Sprachanalysesystem und eine Kamera mit Bildauswertung, was der Nutzer möchte. »Sitzt er in einer Ecke des Raums und sagt ›Lampe aus‹, so versteht das System, dass nur die Leselampe in dieser Ecke gemeint sein kann«, erklärt Dr. Thorsten Tödtmann vom Projektpartner Grundig.

Als weiteres Eingabemedium dient ein bewusst einfach gehaltenes Interface, das auf einem Bildschirm angezeigt wird. Hat beispielsweise die Spracheingabe analysiert, dass der Videorekorder am Abend einen Krimi aufnehmen soll, so werden dort alle Krimis der per Satellit übertragenen Programmvorschau angezeigt. Falls das System nicht längst die Vorliebe des Nutzers für »Tatort« kennt, lässt sich dieser Film über die Fernbedienung auswählen.


Dr. Thomas Kirste | Mediendienst
Weitere Informationen:
http://www.rostock.igd.fraunhofer.de/

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