Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IPv6-Kommunikation für Cluster ermöglicht

03.04.2008
Message Passing Interface auf neue Internet-Adressen übertragen

Wissenschaftler der Instituts für Informatik der Universität Potsdam haben in Zusammenarbeit mit Experten der Universität Jena einen wichtigen Fortschritt in der Nutzung des erweiterten Internet-Adressstandards IPv6 erzielt. Sie haben Kommunikationsbibliotheken nach dem Standard Message Passing Interface (MPI) auf IPv6 übertragen. "MPI ist ein Standard für den Datenaustausch, speziell in parallelen Anwendungen", erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter Lars Schneidenbach im pressetext-Gespräch. Ein Einsatzgebiet ist die Kommunikation zwischen Cluster-Systemen, bei der größere Effizienz möglich wird.

Kommunikation nach dem MPI-Standard kommt bei parallelen Rechenprozessen auf unterschiedlichen Rechenkernen zum Einsatz, insbesondere dann, wenn sich diese in verschiedenen Computern befinden. "Wir sehen derzeit den Hauptanwendungsfall für MPI mit IPv6 für den Einsatz mit mehreren Clustern", beschreibt Schneidenbach. Hier ermöglicht IPv6, dass jeder einzelne Rechenknoten eine eigene Internetadresse hat und somit direkt mit allen anderen Rechenknoten kommunizieren kann. Dadurch kann auf Verwaltungsprozesse verzichtet werden, sodass parallele Berechnungen insgesamt effizienter ablaufen.

Bei Verwendung der derzeit üblichen Internet-Adressen nach dem 32-Bit-Standard IPv4 hingegen kommunizieren Cluster miteinander häufig über nur eine öffentliche IP-Adresse. Die einzelnen Rechenknoten werden innerhalb der einzelnen Cluster über private Adressen angesprochen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Anzahl möglicher IPv4-Adressen auf etwa vier Mrd. begrenzt ist und die verfügbaren Adressen zuneige gehen - die Uni Potsdam zitiert Schätzungen von drei bis vier Jahren.

... mehr zu:
»Cluster »IPv6 »MPI

Andere Experten sehen die Lage noch nicht ganz so ernst, eine Umstellung auf den 128-Bit-Standard IPv6, der über 340 Sextillionen Internet-Adressen ermöglicht, gilt aber als letztendlich unausweichlich. Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers hat im Februar mit der Implementierung von IPv6 in Root-Server-Datenbanken (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080205027 ) eine wesentliche Voraussetzung für die Umstellung geschaffen. Die MPI-Umsetzung für IPv6 der deutschen Forscher ist nun ein wesentlicher Beitrag für Hochleistungsrechnen und Cluster im neuen Adressraum.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.cs.uni-potsdam.de
http://www.uni-jena.de
http://www.icann.org

Weitere Berichte zu: Cluster IPv6 MPI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

nachricht Big Data: Flächendeckendes Messnetz für Feinstaub
09.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise